Treptow: das sowjetische Ehrenmal im Treptower Park

Das sowjetische Ehrenmal im Treptower Park gehört praktisch zu den lokalen „Naherholungsgebieten“ des Bezirks. Was sonst noch davon zu halten ist, beschreibe ich hier.

Die Siegermacht Sowjetunion hat in Berlin Spuren hinterlassen. Die deutlichsten davon sind die drei Soldatenfriedhöfe im Stadtgebiet, die mehr oder minder drastisch an den Zeitgeist gemahnen, in dem sie errichtet wurden. Hier in Treptow tobten sich von 1946 – 49 die Architekten, Bildhauer und Landschaftsgestalter Wutschetitsch, Bjelopolski, Gorpenko und Walerius so recht nach Herzenslust aus und so entstand ein Mahnmal stalinistischen Bombasts, das außerhalb Nordkoreas oder der ehemaligen Sowjetunion durchaus Seinesgleichen sucht.

IMG_4256_compressedAuf ca. 100.000 qm Fläche findet man alle Standards der sowjetischen Polit-Plastik, die man sich nur denken kann. Man trifft „Mütterchen Russland“, eine Birkenallee, deren emotionale Bedeutung wohl nur einem „echten Russen“ bis ganz tief in die Seele dringt, „Rote Fahnen“ aus schwedischem Marmor und natürlich den „Befreier“, die  30 m hohe Statue des siegriechen Rotarmisten, der das Hakenkreuz zertritt und als Multitasker gleich noch ein gerettetes Kind auf dem Arm hält.

Heute gehen hier die Anwohner und Hundebesitzer gerne zwischen den Stelen mit heutzutage anachronistisch wirkenden Stalin-Zitaten spazieren bzw.  führen den Vierbeiner aus. Ob das immer geschmackvoll ist und der Funktion des Ortes als Soldatenfriedhof gerecht wird, sei dahingestellt. Ich persönlich mag diesen Ort, besuche ihn öfters und bade ein wenig im unverfälschten, demonstrativen Machtanspruch eines untergegangenen Systems. Das römische „tempus fugit“ wird auch hier deutlich und unwillkürlich gerät man ins Nachdenken über die Vergänglichkeit des Hochpolitischen.

Zu erreichen ist das sowjetische Ehrenmal über

  • den S-Bahnhof „Treptower Park“ und mit den
  • Buslinien 165, 166, 265 und N65 (Haltestellen „Herkomerstr.“ oder „S-Bahnhof Treptower Park“)
    und einen anschließenden, kurzen Fußweg.

Vielleicht treffen wir uns ja mal dort ! 🙂

Ihr

Clemens Kurz

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5 Kommentare zu „Treptow: das sowjetische Ehrenmal im Treptower Park“

    1. Na, mein Webauftritt ist noch im Aufbau, der von Ihnen erwähnte Artikel ist also nur ein „Versuchsballon“ für die Zeit, in der ich die genaue Architektur meines neuen „wordpress-blogs“ ausprobiere. Aber klar, wenn Ihnen etwas dran liegt, mit diesem Text zu arbeiten, dann Viel Spaß dabei. Wäre nett, wenn Sie die Herkunft des Beitrages erwähnen würden. Gruß
      Clemens Kurz

      Gefällt 1 Person

      1. Dankeschön, ich „bastele“ noch daran herum. Vor Dezember muss ich auch nicht unbedingt fertig sein. In diesem Sinne: selbst viel Erfolg mit Ihrem Berlin-Blog. Werde sicher reinschauen, mann muss ja immer mal schauen, was sich so tut in der Stadt. 🙂

        Gefällt 1 Person

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