Berlin: ein langer Tag in der Friedrichstadt

Berlins Aufstieg zur Metropole wäre ohne die mutigen Stadterweiterungen, die im späten 17. Jahrhundert begonnen wurden, gar nicht denkbar. „Dorotheen-“ und vielleicht noch mehr die „Friedrichstadt“ öffneten die „Festungsstadt“ Berlin hin zur Residenzstadt mit Flair. 

DSCI0232_compressedAls Friedrich III. , brandenburgischer Kurfürst, sich Ende des 17. Jahrhunderts dazu entschloss, die Mauern der „Festung Berlin“ einzureißen und seine Residenz nach Westen hin zu erweitern, wird ihm vermutlich noch nicht bewusst gewesen sein, was er damit „anrichtete“: er schuf die Grundlage für Berlins „gute Stube“, die mehr als zwei Jahrhunderte hindurch immer relevant blieb. Dabei aber doch ihren Charakter schrittweise auch immer wieder wandelte.

Zunächst Wohngebiet für Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und Süddeutschland, dann Nobelquartier für Prinzessinnen und Fürsten, Schriftsteller und Künstler, später dann erste Adresse für Unternehmen, die etwas auf sich hielten. All diesen Entwicklungen spürten wir an einem kühlen, aber windarmen und regenfreien Samstag nach.

Das Schöne ist: die Friedrichstadt ist mehr als „nur“ der Gendarmenmarkt. Dieser angeblich „schönste Platz Berlins“ hat seine Qualitäten und der permanente Touristenstrom, der sich bis in den späten Herbst hinein über den Platz dahinschleppt, beweist seine in den 80er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wiederhergestellte Attraktivität. Aber es gibt noch mehr zu sehen.

am
am „Wilhelmplatz“

Das versteckte Denkmal für einen Schriftsteller des Absurden, eine Bankenzentrale, die derzeit weitgehend leersteht, das Wohnhaus eines bekannten Dramatikers, den Platz, wo die „Deutsche Lufthansa“ gegründet wurde, den steingewordenen Traum eines Postbeamten, dessen Verwirklichung er nicht mehr erlebte, den Ort, an dem die Arbeiter dem „Arbeiter- und Bauernstaat“ die Meinung geigten und die Nachahmung eines echten „Konsumtempels“. All dies und mehr klapperten wir in sehr gemütlichem Spaziertempo ab, bis es langsam zu dunkeln begann. Ich habe mich selten mehr amüsiert ! 🙂

Ich persönlich gestehe, dass mir hinterher die Füße wehtaten, aber vielleicht hatte ich auch nur die falschen Schuhe angezogen.

Wer sich von mir nun zu einem „Stadtspaziergang“ in der Friedrichstadt angeregt fühlt, der kann sich bei gutem Wetter selbst auf den Weg machen oder sich mal bei mir melden, wenn er einen Begleiter dabeihaben möchte, der ein paar interessante und in jedem Fall wahre Anekdoten zu erzählen weiß.

Bis bald auch in der Friedrichstadt

ihr

Clemens Kurz

P.S.: „Impressionen“ aus der Friedrichstadt finden Sie links unten in der Funktionsleiste ! 🙂

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