Pankow: Schloss Schönhausen – Ort der Geschichte(-n)

Berlin hat so einiges an alten Herrensitzen zu bieten. Spätestens die Eingemeindung diverser Umlandgemeinden im Jahre 1920 hat dafür gesorgt. Ein unauffälliges, aber an Geschichten reiches Schlösschen ist „Schönhausen“. Es kann seit einiger Zeit wieder besichtigt werden und bietet einen hübschen Einblick in die (Zeit-) Geschichte Berlins.

DSCI0541_compressedSchloss Schönhausen ist für ein paar Dinge bekannt. Es wird gerne als „Exil der traurigen Königin“ bezeichnet. Hier wohnte der einzige Präsident der DDR und die „Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen“ zur deutschen Einigung fanden ebenso hier statt. Werfen wir mal einen kurzen Blick auf die Geschichte Schloss Schönhausens.

Das Wappen-Monogramm im Giebel der Parkseite des Schlosses zeigt die Buchstaben „E“ und „C“, was für „Elisabeth Christine“ steht, die Ehefrau des „Alten Fritzen“. Diese bekommt von der Geschichtsschreibung jede Menge Mitleid, weil sie von besagtem Ehemann gelinde gesagt „stiefmütterlich“ behandelt und von Potsdam aus hierher „verbannt“ wurde. Ob dieses nachträgliche Bemitleiden gerechtfertigt ist, oder nicht, kann man auf einer Schlossführung herausfinden. Diese ist bei einem Besuch obligatorisch !

FriederikeSpäter, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wohnte hier die ebenso kokette wie skandalumwitterte Prinzessin Friederike, Schwester der Königin Luise. Ihre vermuteten oder wirklichen Affären ruinierten ihren Ruf und führten schließlich zu einer überraschenden Schwangerschaft und der überstürzten Abreise aus Schönhausen als Verlobte des Prinzen von Solms-Braunfels.

Schönhausen wurde dann von den Hohenzollern sträflich vernachlässigt und z. T. sogar als Möbellager genutzt. In der NS-Zeit wurden Gemälde sog. „entarteter Kunst“ hier ausgelagert. Von 1949 – 1960 residierte hier der erste und einzige Präsident der DDR, Wilhelm Pieck. Später war Schönhausen Staatsgästehaus der DDR. Seit 2005 gehört Schönhausen zu den „Staatlich Preußischen Schlössern und Gärten“ und kann seit 2009 wieder vom Publikum besichtigt werden.

Dabei werden alle wichtigen Abschnitte der Geschichte Schönhausens sichtbar gemacht. Exil der Königin, Präsidentensitz, Staatsgästehaus, alles wird aufgezeigt und in verschiedenen Originalräumen deutlich gemacht. Das ist ebenso authentisch wie interessant. Deshalb empfehle ich einen Besuch dort jederzeit.

Adresse:

Schloss Schönhausen
Tschaikowskistraße 1
13156 Berlin

Öffnungszeiten:

  • April – Oktober:
    Dienstag – Sonntag, 10.00 – 18.00 Uhr
  • November – März:
    Samstag, Sonntag: 10.00 – 17.00 Uhr

Eintrittspreise:

  • 6 €, ermäßigt 5 €,
  • Fotoerlaubnis (kein Blitz, kein Stativ, nur für private Zwecke) 3 €
  • Besuch nur im Rahmen einer Schlossführung ! 🙂

Webauftritt:

http://www.spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/schloss-schoenhausen/

Anreise (Bsp.):

  • Tram M1, bis „Tschaikowskistraße“
    z. Bsp. vom S-Bahnhof „Hackescher Markt“, vom U/S-Bahnhof „Schönhauser Allee“ oder vom U/S-Bahnhof „Pankow“. ca. 15 Minuten Fußweg, die Tschaikowskistraße hinab
  • Wahlweise auch Tram M1, bis „Pankow Kirche“ und dann die Ossietzkystraße hoch, ca. 20 Minuten Fußweg

Na, dann, bis bald in Pankow-Niederschönhausen im Schloss.

Ihr

Clemens Kurz

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