Molkenmarkt und Klosterviertel: Ruhe vor dem „Sturm“

Der Molkenmarkt und das danebenliegende „Klosterviertel“ werden sich verändern. Früher oder später. Denn die Planungen für eine Bebauung einiger „Freiflächen“ im Rahmen eines sog. „Masterplans“ laufen längst schon auf … nun, ja Berliner „Hochtouren“. Da wollte ich natürlich vorher noch mal vorbeischauen, bevor sich das Gesicht dieses Teiles der historischen Mitte völlig verändert.

Blick über den Molkenmarkt zum Roten Rathaus.
Blick über den Molkenmarkt zum Roten Rathaus.

Was die „Berliner Hochtouren“ angeht, so mag die Tatsache, dass bereits vor vier Jahren die Bauarbeiten für das neue „Stadtquartier“ am Molkenmarkt hätten beginnen sollen, uns zeigen, dass die Mühlen der Verwaltung in dieser Stadt besonders langsam laufen. Vor zehn Jahren hatte uns die Bau- und Stadtentwicklungsverwaltung vorausgesagt, dass 2012 die Bagger anrollen würden. Als Grundlage dafür müsste die unsäglich überdimensionierte Grunerstraße, welche besagtes Quartier nach Norden abschließt, längst verlegt und mit ein paar hübschen Bäumchen versehen sein. Pustekuchen, ist nicht so, bisher tut sich wenig bis gar nichts in dieser Richtung. Vielleicht scheut man noch die Rücknahme dieser aus DDR-Zeiten stammenden Brachialbaumaßnahme (Grunerstraße). In Berlin ist leider nichts unmöglich.

Aber, da über kurz oder lang sowohl der Flughafen BER dem Verkehr übergeben werden wird und wohl auch die Bauprojekte um den Molkenmarkt herum eines Tages realisiert werden, macht es auch Sinn, hier ein wenig „Vorher“ – Recherche zu betreiben, um dann eines Tages Vergleiche mit dem „Nachher“ ziehen zu können. Und nur dazu waren wir an einem Samstag im frühen Februar aufgebrochen. Um ein paar Eindrücke von dem, was baulich schon in Bewegung ist und auch vom „Ist-Zustand“ am Molkenmarkt zu gewinnen. Denn: manchen, schönen Blickwinkel zwischen Rotem Rathaus, Nikolaiviertel, Altem Stadthaus und Klosterkirchenruine werden wir wohl zwangsläufig in den nächsten Jahren verlieren. Wenn dann die Angelegenheit tatsächlich „auf Touren“ kommt…

Vorfreude: die Parochialkirche bekommt die Turmspitze zurück. Geplant ist das für Sommer 2016.
Vorfreude: die Parochialkirche bekommt die Turmspitze zurück.

Deshalb nur wenige Worte. In diesem Beitrag „sprechen“ die Bilder ein wenig mit. Was tut sich hier also schon in Sachen „Veränderung“ und Neubauten ?

Im Bereich der Parochialkirche wird das Nachbargrundstück bebaut mit einem Wohnkomplex, der den Namen „Klostergärten“ trägt. Nun, ja, zwar liegt er an der Klosterstraße, aber besonders grün wird es hier zukünftig nicht zugehen, von „Gärten“ ganz zu schweigen. Nur der Friedhof der benachbarten Kirche sorgt für etwas Schatten und Natur. Die Parochialkirche selbst bekommt immerhin ihre Kirchturmspitze zurück. Wenn alles gut geht bis zum Sommer 2016. Bis wann dann das neue Glockenspiel angebracht und funktionsfähig sein wird, bleibt abzuwarten.

Altes Stadthaus (Innensenat) mit Parkplatz an der Jüdenstraße.
Altes Stadthaus (Innensenat) mit Parkplatz an der Jüdenstraße.

Auch an der Ecke Stralauer-Straße und Klosterstraße, ist bereits eine Baugrube ausgehoben. Hier wird ein Hotel der „Holiday Inn“-Kette entstehen. Nun, ja. Ob diese Nutzung unbedingt hier im alten „Herzen“ der Stadt hätte genehmigt werden müssen ? Immerhin wird das Gebäude nach seiner Fertigstellung die nichtssagende, zur Stadt zeigende Fassade der niederländischen Botschaft verdecken und damit Stadtspaziergängern wie mir einen Gefallen tun. Und sonst ? Sonst herrscht noch immer die klassische Öde zwischen Rotem Rathaus und Altem Stadthaus, der heutigen Senatsverwaltung für Inneres (siehe auch Beitragsbild oben). Die Parkplätze sowohl an der Jüdenstraße (Altes Stadthaus), als auch hinter dem Roten Rathaus an der Grunerstraße sind noch immer da.

Molkenmarkt
Molkenmarkt

Der Blick über den Molkenmarkt zum Mühlendamm ist noch immer ein Trauerspiel. Die Straßen-verbreiterung, welche schon in der NS-Zeit vorgenommen wurde, rückt noch immer Kloster- und Nikolaiviertel für beide Seiten unvorteilhaft voneinander fort. Die wenig geschmackvollen Leuchten hier lassen ebenfalls kaum erahnen, dass hier das alte Stadtzentrum lag und es der guten, verkehrstechnischen Lage des Mühlendamms zu verdanken ist, dass Berlin überhaupt existiert.

DSCI0396_compressedUnd noch ist auch die Ruine der Klosterkirche zwischen Kloster- und Littenstraße noch rundherum zu Umkreisen und von Zeit zu Zeit sogar geöffnet. Sobald dann nördlich dieses Relikts der Franziskaner-Mönche die geplante Schule errichtet werden wird, wird es mit der öffentlichen Zugänglichkeit und den schönen Blickwinkeln, die sich hier für Fotografen ergeben, leider auch ein Ende haben.

Wann wird es soweit sein ? Wie beim BER oder ähnlichen Bauprojekten, bei denen das Land Berlin massiv mitreden kann, steht das noch in den Sternen. Wir werden abwarten, bis es soweit ist. Sobald ernsthaft an der Verlegung der Grunerstraße gearbeitet wird, werden wir erkennen, dass die Dinge ins Rollen gekommen sein werden.

In diesem Sinne: Viel Spaß bei IHREM nächsten Besuch im Klosterviertel ! Gerne begleite ich Sie dabei, wenn Sie mögen.

Ihr

Clemens Kurz

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