Rückblick: am Spandauer See – die Kehrseite von Hochglanz

Wer Nachweise dafür braucht, wie sehr sich Berlin seit dem Mauerfall verändert hat, der muss nicht unbedingt in der Stadtmitte auf „ausgetretenen Pfaden“ wandeln. Auch die „Randbezirke“ Berlins haben eine Entwicklung durchgemacht, Kieze haben sich verändert, Stadtteile ihren Charakter gewechselt. Kaum ein Bezirk hat sich dabei stärker verändert, als Spandau „bei Berlin“.

Wer dieser These auf die Spur kommen wollte, konnte dies gemeinsam mit mir Mitte April 2016 in Angriff nehmen. Entlang der Oberhavel in Spandau kann man mittlerweile bequem radeln und auch spazierengehen. Vor 1993 war hier, zwischen Havelspitze und Zitadelle, noch ein Industriegebiet wo Öltanklager, eine Kabelfabrik, Beton-Hersteller, Bootswerften und eine Brauerei ihre Standorte hatten. Können wir davon heute noch etwas sehen ?

"Reichstypenspeicher" des ehemaligen Heeresverpflegungsamtes
„Reichstypenspeicher“ des ehemaligen Heeresverpflegungsamtes

Jein, möchte ich mal sagen, denn das Stadtentwicklungs-projekt „Wasserstadt Oberhavel“ hat bis 2007 fast alles umgekrempelt. Den ursprünglichen Blütenträumen eines „neuen Stadt-Teils mit urbaner Qualität“ hat zwar die Realität schnell ein Ende bereitet, aber mit dem seit 2015 wieder massiv gestiegenen Wohnraumbedarf in Berlin bekommt auch die bereits weitgehend erschlossene Wasserstadt in Spandau einen neuen Schub.
Dennoch sind auch die teils verrottenden Überreste des schmuddeligen Industriestandortes noch mühelos zu finden. Ganz im Gegensatz übrigens zum „Strandbad Oberhavel“, einem nur noch in der Erinnerung seiner ehemaligen Besucher existierender Ort des kindlichen Sommervergnügens (seufz!).

Ein Spaziergang hinterlässt also, bei aller Bequemlichkeit und „Verweilqualität“ neugeschaffener Grünflächen, einen durchwachsenen, ja geradezu zwiespältigen Eindruck. Vor allem im Bereich des sog. „Salzhofes“ muss die neue Bau-Initiative Veränderungen bringen, sonst bleibt es bei der irgendwie manchmal surreal wirkenden Mischung aus „alt und neu“, aus verrottenden Ruinen, mehr oder minder hübschen Neubauten und modern umgebauten, denkmalgeschützten Gebäuden wie im „Quartier Schultheiss“ beispielhaft zu sehen ist.

Man trifft auch "alte Bekannte" an der Havel.
Man trifft auch „alte Bekannte“ an der Havel.

Ein Spaziergang der anderen Art, der aber dank der hübschen Wasserlage einige interessante Fotomotive dem Passanten darbietet. Mir machts immer wieder Spaß ! Leider spielte diesmal das Wetter nicht ganz so mit, wie man es sich hätte wünschen können, aber der April macht ja sprichwörtlich schon „was er will“, so dass ein bischen Nieselregen und Wind dem echten Stadtspaziergänger natürlich nichts ausmachen. Ich werde diesen Rundgang sicher öfter anbieten. Er ist aber ganz sicher nur etwas für „Kenner“. Ich würde mich also auf solche beim nächsten Spaziergang „rund um den Spandaur See“ freuen.

In diesem Sinne wieder bis bald

Ihr

Clemens Kurz

 

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