Was auf der Spandauer Zitadelle „enthüllt“ wird…

Enthüllungen in Spandau ? Na, was man sich da wohl alles so drunter vorstellen kann. Und lange gewartet hatten wir Freunde der Stadtverschönerungs – Skulpturen auch. Auf die Eröffnung der Ausstellung „Enthüllt-Berlin und seine Denkmäler“. Da kam mir altem Geizhals der Tag der offenen Tür auf der Spandauer Zitadelle gerade recht, um mal in der Ausstellung vorbeizuschauen.

Dem versierten Blick bot sich gleich nachdem ich das Torhaus passiert hatte, eine „Lücke“ dar. Wo seit 1979 das Standbild des ersten Markgrafen Brandenburgs, Albrechts des „Bären“ gestanden hatte, fand ich einen Würstchengrill vor. So konnte wenigstens ein Gastronom am „Freien-Eintritts-Tag“ etwas Geld verdienen. Aber wohin war der Markgraf verschwunden ?

Ausstellungsgebäude.
Ausstellungsgebäude.

Dieses Geheimnis offenbarte sich im ehemaligen Magazingebäude an der Ostkurtine. Sobald man eintrat, war man umgeben von Skulpturen, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr das Stadtbild Berlins zieren. Die im Beitragsbild gewählten Standbilder der Königin Luise und ihres Gemahls, des Königs Friedrich-Wilhelm (der dritte dieses Namens) dominieren dabei den ersten Raum, den man betritt. Und weitere Standbilder, vor allem aus der ehemaligen „Siegesallee“ im Berliner Tiergarten, sind im sehr sachlich restaurierten Gebäude zu finden. So auch der von mir vermisste Markgraf. Diejenigen Abbilder, die beschädigt wurden, bekamen auch keine neuen „Glieder“ zurück. Die Ausstellung zeigt die Schäden und Verluste schonungslos.

Schön war, dass es auch gleich eine Führung durch die Dauerausstellung im Magazingebäude gab. Da bekam man etwas Kontext vermittelt und auch das ein oder andere Detail zur Historie der Standbilder vermittelt. Interessant. Und attraktiv, denn die Zitadelle hatte sicher seit Jahren nicht mehr so viele Besucher auf einen Streich gesehen, wenn gerade KEIN Mittelalterfest oder Konzert in ihrem Burghof stattfindet. Ich hörte viel Italienisch, Russisch, Spanisch und Englisch (interessant, welche in Berlin verbreiteten Sprachen man NICHT hörte, aber lassen wir das). Offensichtlich hatte sich sowohl die Ausstellung, als auch der eintrittsfreie (Sonn-)Tag blitzschnell herumgesprochen. Ich selbst hatte erst einen Tag zuvor davon gehört. Das schöne Wetter tat dann das Seinige dazu, dass hier „pralles Leben“ herrschte. 🙂

DSCI1379_compressedNatürlich war auch der erst vor zwei Jahren „wiedergefundene“ Lenin-Kopf, der einst die 19 – m – Statue auf dem heutigen „Platz der Vereinten Nationen“ (früher: „Leninplatz“) zierte, eine der Hauptattraktionen der Ausstellung. Interessant, dass er liegend, so wie man ihn aus dem Boden hob, aufgestellt ist.

Auch sonst hatten die Besucher an diesem Tag freien Zugang zu fast allen Ausstellungen und öffentlich zugänglichen Bereichen der Spandauer Zitadelle. Da musste natürlich ein Aufstieg zum 30 m hohen Juliusturm folgen. Von hier wird man bei dementsprechendem Wetter mit einem schönen Rundblick über die Havel belohnt, einen Überblick über die Spandauer Altstadt und die Insel Eiswerder. So konnte ich also recht „idyllisch“ meinen Besuch auf der Zitadelle abschließen, wusste außerdem bereits, wohin Albrecht, „der Bär“ verschwunden war und wo man den Leninkopf wiederaufgefunden hatte (Müggelheimer Forst).

Wer jetzt die Zitadelle auch für einen Besuch wert hält, der kann dies täglich

  • von 10.00 Uhr – 17.00 Uhr

tun. Eintritt:

  • 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro
  • Kita-Gruppen und Schulklassen mit Begleitung haben freien Eintritt

Anfahrt:

  • U-Bahnhof „Zitadelle“, Linie 7, ca. 10 Min Fußweg

Viel Spaß ! 🙂

 

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