Rückblick: der Baustelle aufs Dach gestiegen – Humboldtforum

Die Großbaustelle Humboldtforum lädt einmal im Jahr zum Besuch ein. Wie schön, denn dann kann man Einblicke erhalten, die so später nie wieder erlangt werden können. Diesmal durfte man dem kommenden Kultur-Tempel sogar aufs Dach steigen. Na, das lässt man sich als Berliner nicht zweimal sagen…

dem Humboldtforum aufs Dach gestiegen
dem Humboldtforum aufs Dach gestiegen

Und so lud ich also dazu ein, mich auf meinem Foto-Spaziergang zu begleiten. Hier aber habe ich schon den ersten Fehler gemacht, wie es scheint. Denn es tauchten ca. zwei Dutzend Unbekannte am Treffpunkt auf, die von mir eine kostenlose Führung über die Baustelle erwarteten. Etwas, das ich schon aus rechtlichen Gründen gar nicht hätte tun dürfen. Beim nächsten Mal muss ich wohl noch genauer formulieren, mea culpa.

Immerhin ergab sich dennoch die Gelegenheit, mit einer Studentin der Humboldt-Uni über das gleichnamige Forum zu spazieren. Sie hatte ihre Bedenken, was künftige Exponate ihrer Hochschule im Humboldt-Forum angeht. Das ist insofern interessant, dass natürlich auch jahrzehntealte Exponate etwa aus den Archiven diverser Nutzer auch heute möglicherweise noch immer Persönlichkeitsrechte verletzen können. Aber das ist eine ganz andere, sehr komplexe Geschichte, wie ich erfuhr.

So suchten wir das Gespräch mit den durch ihre Bauhelme erkennbaren, menschlichen Info-Points. Eine sehr angenehme, aber auch sehr subjektive Einrichtung. Wenn man eine dieser „Info-Personen“ etwas fragt, bekommt man u. U. seine persönliche Sicht auf das Projekt Humboldt-Forum zu hören, aber nicht immer die konkrete Antwort auf die man gehofft hatte. Nun, kein Gespräch ist ja letztlich völlig vergeblich und so sammelt man als Baustellenbesucher schrittweise diese oder jene Information auf. Z. Bsp. über die im Franco-Stella-Entwurf komplett veränderte Raumaufteilung, die dem Eosanderhof zu Gunsten eines deutlich verkleinerten „Atriums“ den Gar aus gemacht hat.

die zukünftige "Passage", die für den Durchgang geöffnet bleiben wird
die zukünftige „Passage“, die für den Durchgang geöffnet bleiben wird

Und natürlich schießt man auch ein paar Schnappschüsse, wenn man schon einmal dort ist. Diesmal sogar vom Dach, wo in Zukunft ein Dachcafé Anziehungspunkt für Berliner und ihre Gäste werden soll. Meine „Baustellen-Bekanntschaft“ nahm das ganz praktisch: von der Uni könne sie ja schnell hier vorbeigehen und den Blick genießen, wenn der Bau einmal fertiggestellt ist. Was übrigens noch immer für Ende 2019 anvisiert wird, wie mir die offiziellen Ansprechpartner ein ums andere Mal versicherten. Die Schätzung sei „konservativ“, so wörtlich. Na, was das hier in Berlin bedeuten mag, wird die Zukunft zeigen. 🙂

Immerhin gewinnt man bei einem solchen Baustellenbesuch einen Eindruck von den Dimensionen des künftigen Gebäudes. Auch von der Arbeit und Vision der Nutzer. Ein kurzer Vortrag etwa von Paul Spies, dem Vorsitzenden der Stiftung Stadtmuseum, ermahnte uns, die Museumsarbeit nicht so sehr als Arbeit über, als vielmehr mit bestimmten Bevölkerungsgruppen zu sehen. Das macht natürlich nachdenklich.

Blick vom zufünftigen "Balkon" des Portals V
Blick vom zufünftigen „Balkon“ des Portals V in den Lustgarten

So nimmt man also sehr unterschiedliche, aber bleibende Eindrücke von diesem Besuch mit. Die Fassaden werden übrigens auch langsam. Der Schlüterhof etwa wird seine angestrebte Gestalt mit den drei „historischen“ Innenfassaden wohl in absehbarer Zeit erreichen. Das sah im letzten Jahr noch ganz anders aus, als der nackte Beton uns entgegenlächelte.  Also: „Respekt“ für die in zwölf Monaten geleistete Arbeit !

In diesem Sinne: Mal gucken, was sich im nächsten Jahr darbieten wird, falls es wieder „Tage der offenen Baustelle“ geben wird.

Ihr

Clemens Kurz

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