Wetterkapriolen auf dem Wasser – Havelfahrt

Ich sags einfach noch mal: „Dampferfahrten“ auf Berliner Gewässern mache ich seit Kindheitstagen gerne.  Gemütlich auf dem Wasser herumzuschippern, ein Eis zu verdrücken und sich Berlin vom Wasser her anzuschauen, find ich einfach klasse. Diese Leidenschaft muss ja niemand mit mir teilen, aber über Freunde, die auch mal ihre Perspektive im Blick auf unsere Region verändern wollen, freue ich mich immer.

Sacrower Heilandskirche
Sacrower Heilandskirche

In diesem Sinne hielt ich letztlich einen besorgten Blick auf die Wetterkarten der diversen Meteo-Dienste gerichtet. Denn noch am Vortag des geplanten Ausflugs auf dem Fahrgast-Schiff regnete es noch stark in Berlin. Bei diesem Wetter auf der Unterhavel den Tag genießen ? Schwer vorstellbar. Was sagte das Wetter also aktuell ? Nun, ja: „durchwachsen“. Eine treffende Prognose, wie sich zeigen sollte.

Der „Dampfer“ fuhr pünktlich ab, nur nicht am von mir avisierten Terminal. Schade, aber die Reederei musste kurzfristig umdisponieren. Ihr „Flaggschiff“, die MS „Heiterkeit“ war an diesem Tag von einem Privatkunden komplett gebucht worden. Offensichtlich gab es also noch jemanden, der sich den Spaß auf dem Wasser nicht verderben ließ. Mit dem kleinen Schwesterschiff der MS „Angela“ schipperten wir dann also los. Bei strahlendem Sonnenschein, wie ich anmerken möchte. Immer nach Süden, der „offenen“ Havel entgegen.

DSCI2037_compressedSegelboote, Sonnenschein, Grunewald zu Linken, wenn jetzt noch die Mädel auf dem Oberdeck mit dem Kettenrauchen aufgehört hätten… Aber Süchte sind ja eben Süchte, weil man sie NICHT unter Kontrolle hat. Wie bei einer dieser „Kaffee-Fahrten“ üblich, wurde ich ein oder zweimal dezent gefragt, ob ich eines Getränks, kalt oder warm, bedürfe. Ich bedurfte nicht. Stattdessen wollte ich Anblicke sammeln.  Ich hatte meine Kamera dafür mitgebracht.

Und wie nicht anders zu erwarten, zog sich der Himmel zu und ausgerechnet am vielleicht interessantesten Abschnitt der „Sieben-Seen-Fahrt“, zwischen Griebnitzsee und der Pfaueninsel, schüttete es bedenklich. Das „UNESCO-Weltkulturerbe“ namens „Park- und Schlösserlandschaft Berlin-Potsdam“ (seit 1990) lag unter dicken, dunklen Wolken. Nun, dank eines mitgeführten Regenschirms konnte ich auf dem Oberdeck sitzen bleiben und mir die Uferlandschaft trotzdem anschauen. Ein Foto vom Jagdschloss Klein-Glienicke, oder ein wirklich guter Schuss auf Schloss Babelsberg blieben mir aber versagt. Schade. Aber die Sonne kam zurück und auf dem Rückweg bekam ich sogar etwas „gesunde“ Bräune im Gesicht und auf den Armen. Immerhin.

Kirche am Stölpchensee
Kirche am Stölpchensee

Zuvor erfreute mich noch die Passage der kleinen Dorfkirche am Stölpchensee. Trotz des trommelnden Regens hatte ich noch die Melodie erkannt, welche das 18-teilige Glockenspiel zur vollen Stunde erklingen ließ: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“. Ob wohl irgendjemand außer mir an Bord dieses Dampfers sonst noch Joachim Neanders Lied aus dem Gesangbuch der Kirchen (ja, mittlerweile ist es beiden Konfessionen vertraut) erkannt hatte ? Ich befürchte, nicht und bleibe an dieser Stelle skeptisch.

Sehen Sie, liebe Leser, je älter ich werde, desto mehr genieße ich die „kleinen Dinge“ des Lebens, wie solche „Dampferfahrten“. Mir unterwegs Gedanken über die Pfaueninsel oder die Nutzung des Gutes Neukladow in Spandau machen zu können, bekomme ich noch gratis mit dazu. „Nüscht zu meckan“ also. 🙂 Noch mehr Spaß machen solche Sachen aber in Gesellschaft.

In diesem Sinne, bis bald wieder

Ihr

Clemens Kurz

P.S.: Demnächst gehts auf Fahrrad. Ein kurzer, sehr entspannter „Trip“ als Vorbereitung für Größeres. Wie immer, gibt es dazu mehr auf der „Termine“-Seite.

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