Rückblick: Neuruppin – quer durch die Fontanestadt

Sommer, Sonne, Neuruppin. Keine ganz schlechte Mischung, die Fontanestadt präsentierte sich bunt und strahlend, mein Fotoapparat hatte ordentlich was zu tun. Ein Traum für Stadtspaziergänger wie mich. Und vielleicht auch für Sie ? 🙂

DSCI2290_compressedLiebe Freunde der Stadtspaziergänge, hier kann ich es Ihnen ja ganz im Vertrauen gestehen: Ich mag Neuruppin. Schon die Anreise mit der Bahn ist ein Vergnügen für einen typischen Städter wie mich. Der weite Horizont, die Felder und kleinen Siedlungen. Nein, keine primitive Idylle, aber eine willkommene Abwechslung für die Augen. Das hat etwas. Selbst wenn der Regionalzug nur in der ersten Klasse air-condition hatte. Natürlich hatte ich ein Ticket für die zweite Klasse. 😦

Also, die Außentemperaturen gingen in Richtung 32 Grad, die Sonne verwöhnte uns reichlich und ein angenehmer Wind wehte vom Ruppiner See her über die Altstadt, als ich in Neuruppin eintraf. Man hat ja zwei Bahnhöfe zur Auswahl und ich verlasse den „Prignitz-Express“ am liebsten in „West“. Ein kleiner Spaziergang steht dem Besucher dann in Richtung der eigentlichen Altstadt bevor, aber man hat den Vorteil, noch schnell in einem Supermarkt direkt am Bahnhof etwas Verpflegung besorgen zu können, falls man in dieser Hinsicht etwas vergessen hat.

DSCI2265_compressedDer „Tempelgarten“, welcher auf den „alten Fritz“ zurückgeht (allerdings zu Zeiten, als er noch ein „junger Fritz“ war) ist die erste Sehenswürdigkeit, der man sich widmen sollte. Leider habe ich damit immer Pech, denn vor ein paar Jahren, als ich in Neuruppin war, war der namensgebende „Tempel“ gerade eingerüstet und nicht fotogen. Jetzt kam es noch besser: das gesamte Areal war eingezäunt wegen Bauarbeiten. Welcher Art, darüber gab es keine Auskunft. So fing das ja schon mal richtig blöd an, hier in Neuruppin.

Na, dann jetzt mal fix zum „Wanderer durch die Mark Brandenburg“, zum Fontanedenkmal. Dieses ist gerade im Sommer ein sehr beliebtes Foto- und Videomotiv wie ich vor Ort bemerkte. Radfahrer auf Ausflügen durch die Prignitz, Spaziergänger wie ich und sonstige Passanten halten einfach gerne auf dieses Denkmal drauf. Immerhin sitzt der Wanderer hier, mit Stock und Hut, gelassen in seiner Heimatstadt herum. Das Gerücht will es, dass Fontanes Sohn Friedrich dem Bildhauer Wiese dafür Modell gestanden haben soll, da ja der Vater bereits verstorben war.

DSCI2282_compressedFontane selbst war übrigens kein wirklicher Lokalpatriot, in seinen „Wanderungen“ schreibt er recht herablassend und despektierlich über seinen Geburtsort, aber das weiter auszuführen ist hier nicht der richtige Ort. In jedem Falle war diese Antipathie nur einseitig, denn Neuruppin nennt sich nicht umsonst seit 1998 stolz selbst „Fontanestadt“. Wie man an meinem Beispiel sieht, hilft es auch dem Fremdenverkehr.

Jetzt schlendert man am Besten in Richtung Schulplatz. Dort befindet sich im wahrsten Sinne des Wortes der „Mittelpunkt Neuruppins“. Eine kleine Bodenmarkierung direkt vor dem Denkmal für König Friedrich-Wilhelm II. Die namensgebende Schule, das ehemalige „Friedrich-Wilhelms-Gymnasium“ befindet sich markant am Orte, hinter lustigen, kleinen Wasserspielen, die Kindern beim „Durchlatschen“ gerade im Sommer viel Freude machen. Die Schule ist aber seit 1970 keine Schule mehr sondern beherbergt Kultureinrichtungen.

DSCI2318_compressedJetzt kann man sich zum Ruppiner See herabbegeben, wo man gerade an einem heißen Sommertag auf eine abkühlende Brise hoffen kann. Leider hatte der Wind inzwischen stark nachgelassen und die Hitze stand auch an der Seepromenade. Aber zum Picknicken ist hier genau der richtige Ort. Ein bischen Rehydrieren tut wohl und ein paar leckere Brötchen geben die Energie, um sich zur „Siechenstraße“ zu begeben. Sobald ich diese hinter mich gebracht hatte, war ich in der Fischbänkenstraße, wo die „Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft“ nicht grundlos ihren Sitz hat.

Am Kirchplatz schließlich begegnen wir dem Architekten selbst. Sein schön eingefasstes Denkmal betont ein Standbild, in welchem ein selbstbewusster Schinkel über Neuruppin hinausschaut. Hier traf ich übrigens einen anderen Besucher Neuruppins, der mich nach Schinkel fragte und mir so die Gelegenheit gab, ein wenig von Preußens Baumeister zu erzählen.

DSCI2380_compressedAber die Hitze hatte doch etwas an meiner Substanz gezehrt, so dass ich mich jetzt auf den Weg zum zweiten Neuruppiner Bahnhof machte, dem „Rheinsberger Tor“, wo man auch die Touristeninformation der Stadt finden kann. Ein schöner Stadtspaziergang in der klassizistischen Stadtkulisse Neuruppins fand so sein Ende. Ich empfehle dies weiter.

In diesem Sinne vielleicht bis bald !

Ihr

Clemens Kurz

P.S.: Natürlich gab es unterwegs noch viel mehr zu sehen. Aber da dieser Beitrag ein persönlicher Rückblick und keine „Highlights of Neuruppin“-Kolumne ist (schreibe ich vielleicht auch bald mal), habe ich so manches weggelassen. Fahren Sie einfach mit mir wieder hin und dann zeige ich Ihnen auch die Dinge, die hier nicht zum Tragen kamen.

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