Persönlichkeiten: Ludwig Hoffmann – der Gestalter

Berlin hat viele Architekten und Stadtplaner kommen und gehen sehen. Nur wenige haben einen nachdrücklichen, auch heute noch erkennbaren Eindruck im Stadtbild hinterlassen. Das Werk des gebürtigen Darmstädters Ludwig Hoffmann jedoch ist in manch historischem Stadtviertel noch immer präsent.

Blick vom Rolandufer über die Spree zum Märkischen Museum.
Blick vom Rolandufer über die Spree zum Märkischen Museum.

Anders als etwa sein „Vorfahr“ Carl-Friedrich Schinkel, ist Hoffmanns Wirken jedoch weniger anerkannt. Das mag daran liegen, dass Hoffmanns „Historismus“ praktisch schon zu seinen Lebzeiten der „Moderne“ gewichen war und seine wichtigsten Bauten nach 1918 mit dem untergegangenen Kaiserreich in Verbindung gebracht wurden. „Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen“. Ein Schlachtruf, den junge, lautstarke Generationen gern im Munde führen. Ob das Hoffmanns Wirken jedoch gerecht wird, hat schon ein Mies van der Rohe 1956 angezweifelt, als er den ihm zugeschriebenen Satz geäußert haben soll:

Ja, ja, der Hoffmann, dem haben wir alle Unrecht getan.

Ludwig Hoffmann (geb. 1852) ist vor allem für sein Wirken als Stadtbaurat in Berlin zwischen 1896 und 1924 bekannt. Hier hat er nicht nur Regierungsbauten entworfen, bei denen er (fast immer) versuchte, das Funktionale zu optimieren, während er einen Rest Dekoratives bewahrte.

Altes Stadthaus (Innensenat) mit Parkplatz an der Jüdenstraße.
Altes Stadthaus (Innensenat) mit Parkplatz an der Jüdenstraße.

Seinen Durchbruch als Architekt erlebte Hoffmann aber bereits 1888 als er den Entwurf für das Reichsgerichts-gebäude in Leipzig umsetzen konnte. Das eindrucksvolle, mit Elementen der Spätrenaissance eklektizistisch aufgewertete Bauwerk, brachte Hoffmann in die erste Liga deutscher Architekten seiner Zeit.

Während der Berliner Zeit entstanden unter seiner Aufsicht in der rasant wachsenden „Reichshauptstadt“ Berlin ca. 111 Gesamtanlagen mit etwa 300 Einzelgebäuden. Man kann also davon ausgehen, dass der „Stadtbaurat“ Hoffmann immer gut zu tun hatte. Seine zwei heute vielleicht bekanntesten Bauten in Berlin sind das „Märkische Museum“ an der Spree und der „Märchenbrunnen“ im Friedrichshain, den er mit den Bildhauern Taschner, Rauch und Wrba gemeinsam entwarf.

Märchenbrunnen Friedrichshain
Märchenbrunnen Friedrichshain

Hoffmann erhielt 1906 den Titel „Geheimer Baurat“ zuerkannt. Bei seiner Pensionierung 1924 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt. Heute führen eine Grundschule in Berlin-Friedrichshain und eine Brücke in Moabit seinen Namen. Ebenso wie ein Quartier im Krankenhaus Berlin-Buch.
Ludwig Hoffmann verstarb am 11. November 1932 in Berlin. Seine letzte Ruhestätte fand er jedoch in seinem Geburtsort Darmstadt.

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