Ausflugstip: Gransee – das kleine Juwel

Kleine Gemeinden mit historischem Stadtkern sind für Spaziergänger wie mich immer wieder reizvoll. Ob man nun auf Fontanes Spuren wandeln will, oder einfach nur Freude am „mit-offenen-Augen“-Lustwandeln auf historischem Pflaster hat, ist dabei sekundär. Wer so etwas zu würdigen weiß, findet sicher früher oder später nach Gransee.

Liebe Leser, ich gestehe es ihnen offen: Gransee war für mich hauptsächlich dafür bekannt, dass auf dem nahegelegenen Flugplatz die Fallschirmspringer ihrer Lust am „skydiving“ frönen. Irgendwo blieb da auch noch die Erinnerung an Erzählungen von Verwandten an organisierte Kinder-Urlaube hängen, aber so recht vertraut war mir der Name sonst eigentlich nicht.

Jedoch würdigt bereits das Idol aller Wanderer und Spaziergänger in Brandenburg, Theodor Fontane, Gransee als „festeste Stadt der Grafschaft“ Ruppin und als „östlichste Stadt der Grafschaft“. Heute gehört sie zum Landkreis Oberhavel. Ihre gesamte Altstadt mit der auffälligen, fast mittelalterlichen Straßenführung, ist mittlerweile Objekt des Denkmalschutzes ! Das ist schon mal was.

Luisen-Denkmal in Gransee
Luisen-Denkmal in Gransee

Gransees „Schatz“  ist natürlich auf dem Schinkelplatz zu finden: das Denkmal für die Königin Luise. Interessant dabei, dass es sich um kein Standbild o. ä. handelt, sondern um einen aus Guss-Eisen nachgefertigten Sarg, der daran erinnert, dass der Leichnam der populären Monarchin auf seiner letzten Reise von Hohenzieritz nach Berlin hier über Nacht abgestellt worden war.

Schon zehn Tage nach Luises Ableben, am 29. Juli 1810, beantragten die Granseer dieses Denkmal beim noch trauernden König, der ihnen gerne die Erlaubnis zur Errichtung gab, aber eine für ihn typische Bedingung anfügte: das Denkmal musste rein aus Spenden finanziert werden, öffentliche Mittel wurden untersagt. Preußische Sparsamkeit halt, verbunden mit großer Liebe für die Verstorbene auf der anderen Seite. Die Gelder kamen aus dem gesamten Landkreis Ruppin selbstverständlich fast mühelos zusammen.

"Ruppiner Tor", Gransee
„Ruppiner Tor“, Gransee

Auch ein Stadttor, das „Ruppiner Tor“ welches von Resten der alten Stadtmauer flankiert wird, erregt schnell die Aufmerksamkeit des Besuchers. Schon Fontane erzählt etwas über die „Doppeltore“ Gransees und ihre möglichen Erklärungen. An dieser Stelle soll dies aber nicht weiter ausgeführt werden. Bemerkenswert immerhin, dass von den ehemals ca. 2,1 km der Granseer Stadtmauer noch heute 1650 m erhalten sind.

St. Marienkirche, Gransee
St. Marienkirche, Gransee

Die im 14. Jahrhundert errichtete Marienkirche beherrscht mit ihren zwei ungleichen Turmspitzen optisch die Gassen der Granseer Altstadt. Sie besitzt eine spätbarocke, sog. „Wagner-Orgel“. Ebenso wie zwei Renaissance-Altäre aus dem frühen 16. Jahrhundert, die in ihrer Formensprache aber noch ganz dem Mittelalter verhaftet sind.

Habe ich Ihnen genügend Gründe geliefert, mal in Gransee spazierenzugehen ? 🙂 Dann sind vielleicht folgende Hinweise für Sie interessant:

Anreise:

Mit der Bahn:
Vom Berliner Hauptbahnhof fahren tagsüber stündlich Regionalexpress-Züge nach Stralsund oder Rostock, die in Gransee halten. Die Fahrt dauert ca. 45 min.

Mit dem Pkw:
Gransee erreichen Sie über die B 96

  • von Norden über die A 20, Abfahrt Neubrandenburg
  • von Süden über die A 10 (Berliner Ring), Abfahrt Dreieck Oranienburg

Wenn Sie die Autobahn verlassen haben, folgen Sie der B 96 direkt nach Gransee.

Mit dem Bus:
Auch Flixbus hat inzwischen Gransee angesteuert.

Touristinformation Gransee:

Rudolf-Breitscheid-Straße 44
16775 Gransee
Tel.: (03306) 21606
Fax: (03306) 21612
email: museum@gransee-info.de
web: http://www.gransee-info.de

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