Hätten Sie es gewusst ? – Kleinigkeiten aus Berlin: ein Verein mit Geschichte.

In dieser Rubrik stelle ich immer in wenigen Worten eine Sache, eine Person, einen Vorgang oder ähnliches dar, die vielleicht nicht immer als „bekannt“ vorausgesetzt werden können. Kleine, hoffentlich für Sie, liebe Leser, interessante Schnappschüsse, aus Berlin und Brandenburg.

Das Bodemuseum hieß früher „Kaiser-Friedrich-Museum“. Es wurde bei seiner Eröffnung 1904 diesem „99-Tage-Kaiser“ gewidmet. Eine Tafel an der Südfront des Gebäudes erinnert heute noch jeden Benutzer der S-Bahn zwischen „Friedrichstraße“ und „Hackescher Markt“ daran.

Wilhelm Bode, Gemälde von Max Liebermann, 1904
Wilhelm Bode, Gemälde von Max Liebermann, 1904

Wussten Sie aber, dass es bereits seit 1897 einen Mäzenen-Verein gab, der den Ankauf von Kunstwerken, speziell von Gemälden und Plastiken, für das Museum finanzierte ? Der „Kaiser-Friedrich-Museumsverein“sah sich als Beratergremium und Finanzierungs-Sicherung für den genialen Kunsthistoriker und Museumsmann Wilhelm von Bode. Genau, der Bode, nach dem das Museum seit 1956 benannt ist. Gründungsmitglieder des Vereins waren 1897 Männer aus Kultur, Wirtschaft und Finanz, die sich zu einer „Sammlergemeinschaft“ zusammenschlossen. Kultursponsoring war zu Kaisers Zeiten eben Privatsache.

Ein paar Namen der Gründer gefällig ? Der Maler Max Liebermann, der Bankier Franz von Mendelssohn, der Großkaufmann James Simon, der Verleger und Buchhändler Rudolf Mosse, der „Schwerindustrielle“ Friedrich Krupp, der besagte Wilhelm von Bode als „spiritus rector“ und viele mehr.

Wussten Sie außerdem, dass der Verein noch heute existiert und seinen Namen nie geändert hat ? (siehe link oben) Ebensowenig wie seinen Hauptzweck. Noch immer erwirbt der Kaiser-Friedrich-Museumsverein Kunstwerke als Bilder und Plastiken für die Berliner Museen, finanziert Restaurierungen oder Sonderausstellungen etc. Die von ihm erworbenen Kunstwerke verbleiben dabei im Besitz des Vereins, werden aber als Dauerleihgaben den Museen zur Verfügung gestellt. Die Sammlungen der Gemäldegalerie und Skulpturensammlung der Berliner Museen verdanken diesen Kunstfreunden mit dicker Brieftasche also viel.

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