Weihnachtsmarkt im Johannesstift

Erster Advent. Kühler Wind streicht über Berlin und die  Weihnachtsmärkte eröffnen. Sie verkörpern ein bischen Tradition in Zeiten, wo dem Berliner viele Veränderungen zugemutet werden. Jetzt hat also die Vorweihnachtszeit offiziell begonnen, die „besinnliche“ Zeit des Jahres. 

dsci3068_compressedAlle Jahre wieder kommen die Weihnachtsmärkte so sicher wie das Amen in der Kirche. Mit dem Beginn der Adventszeit stimmen sich die Berliner überall im Stadtgebiet auf das kommende Weihnachtsfest ein. Auch wenn viele dieser oft traditionsreichen Märkte mittlerweile in „Wintermärkte“ oder „Winterfeste“ umbenannt werden, weiß man jedoch genau, warum solche Winterfeste eben nicht im Februar abgehalten werden, wo die Temperaturen doch oft niedriger sind und die Schnee-Wahrscheinlichkeit deutlich höher ist.

Und so gibt es unterschiedliche Veranstaltungen, dauerhafte oder eintägige, große und kleine, „niveauvolle“ und „rummelige“… Für jeden etwas. In den letzten Jahren habe ich einige davon besucht und offen gestanden überrascht mich noch immer der zumeist gute Besuch, den Weihnachtsmärkte in Berlin erfahren. Ihre Popularität scheint nicht abzunehmen. Ihre Zahl auch nicht, auch wenn ich für dieses Jahr keine exakten Zahlen ermitteln konnte. Im vergangenen Jahr gab es immerhin über 100 Weihnachtsmärkte in Berlin, die einmaligen/eintägigen Veranstaltungen eingerechnet.

dsci3072_compressedZu meinen Favoriten gehört trotz aller Attraktivität der großen Märkte in der Berliner City, etwa am Schloss Charlottenburg oder am Gendarmenmarkt, die kleine, eintägige Veranstaltung im Spandauer Johannesstift. Hier am Stadtrand Berlins gehen schon durch den Ort bedingt die Bedeutung des Wortes „Advent“ und der Begriff der Weihnacht nicht so völlig verloren. Ertrinken nicht völlig im „Winterfest“-Rausch von Verkaufsständen, Glühwein-Punsch und Fahrgeschäften.
Die christliche Bildungsstätte am Rande des Spandauer Stadtforstes läutet jedes Jahr den Advent mit dem Weihnachtsmarkt ein und ein Spaziergang hier bringt die ein oder andere interessante Beobachtung hervor.

So riecht es schon von weitem nach Crepes, aber die „Glühweinfahnen“ entfallen völlig. Nun, ich war zwar relativ früh vor Ort, aber das Fehlen von wohlgeröteten Schnapsnasen bedauerte ich keinesfalls. Ebensowenig wie das Fehlen diverser „Weihnachtsmänner“ im Coca-Cola-Design, die dem Hl. Nikolaus von Myra den Rang abgelaufen haben.
Ein Gottesdienst findet jedes Jahr unmittelbar vor der Eröffnung des Weihnachtsmarktes in der Stiftskirche statt. Hier auf dem Markt stellt dann das Stift seine Arbeit vor, fürs leibliche Wohl wird relativ preisgünstig und abwechslungsreich gesorgt und ein paar  Attraktionen für die Kleinsten bereichern seit einiger Zeit ebenso das Geschehen.

dsci3084_compressedMan kann in aller Ruhe die Stiftskirche besuchen, eine „Eisenbahn“ fährt „Haltestellen“ im Stift ab zur Freude großer und kleiner Besucher. Bläsergruppen spielen Weihnachtslieder. Ich bemerkte beschämt, dass mir die Texte vieler, bekannter und traditionsreicher Lieder nicht mehr geläufig sind. („Hosianna“, wie ging das noch gleich weiter ? 🙂 ) Gut,dass es das Internet gibt, da kann man so manche Bildungslücke schließen. Ich gestehe es offen, je älter ich werde, desto sentimentaler werde ich, was meine Kindheitserinnerungen angeht, zu denen eben auch die Ausflüge mit meinem Vater auf diverse Weihnachtsmärkte gehören. Der Weihnachtsmarkt hier weckte so doch viele solcher Erinnerungen.

Und der Besuch war erstaunlich gut. Als ich nach etwa zwei Stunden das Gelände verließ, strömten von der nahegelegenen Bushaltestelle noch immer jede Menge Besucher heran. Dabei war auffällig, dass neben älteren Herrschaften wie mir selbst auch viele junge Familien mit und ohne Kinderwagen darunter waren. Ich hoffe, dass den Kleinen hier viele, schöne Kindheitserinnerungen für die Zukunft geschaffen wurden, wie ich sie selbst auch bis heute mit mir herumtrage.

Fazit: auch ohne großes Gelände, „gepflegtes“ Image, Verkaufs-Stände oder großen Rummel kann man die Adventszeit einläuten und das Ganze dann „Weihnachtsmarkt“ nennen. Klein, aber schön. Und offensichtlich beliebt wie nie, denn als ich vor ein paar Jahren schon einmal dort war, waren die Besucherzahlen noch deutlich geringer. Hier kann man getrost in die Vorweihnachtszeit starten. Nächstes Jahr gerne wieder 🙂 Advent, Advent…EIN Lichtlein brennt !

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