Auflugstip: das archäologische Landesmuseum Brandenburg

Liebe Leser, ich gestehe es Ihnen gerne: ich mag es, wenn Museen oder sonstige Veranstaltungsorte einen hübschen Rahmen haben. Und es gibt wohl keinen hübscheren Rahmen als das Paulikloster in Brandenburg an der Havel, um auf einen Museumsbesuch einzustimmen. 

„130.000 Jahre Kulturgeschichte“ will uns das archäologische Landesmuseum Brandenburg präsentieren. Wann immer irgendetwas „ausgegraben“ wird im Lande, sei es bei Bauarbeiten oder sonstigen Erdbewegungen, will das Museum uns klarmachen, was dort gefunden wurde und wie das in die Geschichte der Region eingeordnet werden kann. Ich gestehe, das klingt beim ersten Hinhören sicher nicht sehr spannend. Man muss sicher ein echter „Geschichts-Freak“ wie ich sein, um das zu würdigen.

Aber weit gefehlt. Diverse museumspädagogische Dienste in der Region Berlin-Brandenburg machen es immer wieder deutlich: unsere Geschichte war, ist und bleibt spannend. Man muss nur einen Bezug zur Gegenwart herstellen können und/oder spannende Geschichten von früher zu erzählen wissen ! 🙂 Sie dürfen dreimal raten, worauf ich mich spezialisiere. Aber zurück ins Museum: alleine der Standort ist schon faszinierend.

Das ehemalige Kloster St. Pauli in Brandenburg an der Havel gibt den denkbar interessantesten Rahmen für einen Ort der Kultur ab. Wer hier heute vorüberschlendert, wird wohl kaum daran denken, dass hier am Rande der von ihnen selbst geplanten „Neustadt“ Brandenburgs, einst die Markgrafen aus dem Haus Askanien wohnten (ab 1196). Später schenkten sie das Gelände dem Dominikanerorden (1286). Keine Hundert Jahre später war das Kloster mitsamt Kirche fertig. Das ist sicher schneller, als der Flughafen BER…

Wie auch immer, die Spuren der Zeit gingen auch am Kloster nicht vorbei. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, verkamen die Ruinen in der DDR weiter. 1958 stürzten ganze Pfeiler ein. 2002 wurde dann der komplette Wiederaufbau beschlossen, bis Ende 2007 war dieser vollendet und seit 24. September 2008 findet sich hier das Museum wieder.

Gehen wir mal hinein. In der Dauerausstellung wird zwischen prähistorischer Zeit, Slawenzeit, Mittelalter und Neuzeit unterschieden. Sind es in den frühen Epochen noch Knochen und Steinwerkzeuge, die uns überliefert sind, so kommen später Haushaltsgeräte und Münzen hinzu. Interessant ist dabei, dass sich aus der Slawenzeit Münzen aus der weiteren Umgebung, also auch „sächsische Pfennige“ fanden, was darauf hinweist, dass durch Brandenburg tatsächlich seit dem Frühmittelalter überregionale Handelsrouten verliefen. Wie sich diese wohl entwickelt haben ? Oder wie interpretieren wir den Mädchenschädel aus dem 5. Jahrhundert, der offensichtlich den Hunnen zugeordnet werden kann und damit ein Zeichen der Völkerwanderung ist ? Fragen über Fragen.

Wer also Interesse daran hat, diesen kleinen Rätseln der Regionalgeschichte auf den Grund zu gehen, ist hier sicher an der richtigen Stelle. Viel Spaß beim Besuch !

Adresse:

Archäologisches Landesmuseum Brandenburg
Paulikloster
Neustädtische Heidestraße 28

14776 Brandenburg  an der Havel

Telefon: +49 (0)3381 – 41 0 41 12
Telefax: +49 (0)3381 – 41 0 41 19

Öffnungszeiten:

Dienstag – Sonntag: 10.00 – 17.00 Uhr

Eintrittspreise:

5 €, ermäßigt 3,50 €

Bilder:

  • von mir, 2010
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