Refugium der Königinnen – Charlottenburg

Seit Jahren wird das Schloss Charlottenburg schon restauriert. Vor allem das Dach und die Fassaden brauchten und brauchen noch immer jede Menge „liebevolle Pflege“. Jetzt wollte ich mal „nach dem Rechten“ sehen und mir einen Eindruck davon verschaffen, ob die Gesamtanlage bald wieder im optimalen Zustand präsentiert werden kann. 

Und dann war auch noch „Gewitter“ vorhergesagt worden. Ach, nee! Frühjahr 2017: bisher eine sehr merkwürdige Angelegenheit. Die Anzahl der Tage mit ausreichend Sonnenschein ist überschaubar. Was aber die Besuchergruppen, die dieser Sehenswürdigkeit Berlins ihre Aufwartung machen, nicht fernhält wie ich aus nächster Nähe sehen konnte.

Immerhin seit 2013 läuft das Großprojekt der umfangreichen Restaurierung von löchrigen Dächern, dem Wiederherstellen der Fassade in einheitlicher Farbe und der Reparatur von umweltbedingten Schäden an diversen Schmuckelementen des Schlosses nun schon. Von möglichen Arbeiten im Inneren der Anlage ganz zu schweigen. Immerhin ist man bislang schon bis zum Westteil des „alten“ Schlosses vorgerückt, wo sich jetzt Bauzäune, Gerüste und Schutzplanen konzentrieren. Die „alte Orangerie“ und das ehemalige Schlosstheater müssen hingegen noch etwas warten, bevor sie runderneuert wieder „vorzeigbar“ sein werden.

Dort, wo die Arbeiten schon abgeschlossen sind, ist der Unterschied zu früher in jedem Falle deutlich. Die Fassadenfarbe allein leuchtet jetzt in einer Art, wie ich es zu meinen Lebzeiten noch nie gesehen habe. Ein wenig Sonnenschein und diverse hübsche Winkel für Fotos ergäben sich sozusagen „von selbst“. 🙂

Das barocke „Parterre“ des Schlossgartens befindet sich auch in gutem Zustand. Selbst bei Nieselregen waren die leuchtenden Farben der Baumwipfel und die bunten Blüten der Blumen bereits auffällig mehr als fotogen. Als einziger „Mangel“ ist nach wie vor die Abwesenheit der Fontäne zwischen Karpfenteich und Schloss zu sehen. Der um das Wasserbecken aufgestellte  Bauzaun ist kein Ersatz für das plätschernde Nass. Ich sags, wie es ist: ich vermisse dieses Wasser-Arrangement sehr. Na, da muss ich wohl in Schloss Babelsberg der Freude an Wasserspielen frönen gehen.

Der Wetterlage entsprechend, die eher dazu geeignet war, den Herbst vorwegzunehmen, schlenderte ich zum Mausoleum der Königin Luise herüber. „Memento mori“ – hier wird es ruhiger. Dieser Teil des Schlossgartens mit den geraden Alleen spendet reichlich Schatten.  Wie immer staunte ich sehr darüber, wie sanft die Linien von Luises Abbild auf dem Sarkophag-Deckel gearbeitet sind. Die Königin wirkt auf mich, als ob sie nur ein Nickerchen an einem heißen Sommertag machte. Christian Daniel Rauch, dem Bildhauer dieser Arbeit ist hier in mehrjähriger Arbeit ein Meisterstück gelungen. Seit 1815 ruht diese Arbeit auf einem sog. „Kenotaph“, einem „Scheingrab“. Die Särge mit den sterblichen Überresten der Königin befinden sich unterhalb des Gedenkhalle des Mausoleums.

Wie immer ist dieser Besuch für mich mit persönlichen Erinnerungen aus früher Kindheit verbunden, als meine Mutter gemeinsam mit mir „Dreikäsehoch“ durch den Park spazierte und dabei von Luise erzählte. Irgendetwas zog auch sie immer wieder hierher, genauso wie jetzt mich. Verbundenheit über Generationen.

Interessant am Schlossgarten ist auch das sog. „Belvedere“, welches längere Zeit hinweg renoviert wurde. Jetzt kann die umfangreiche Sammlung von KPM-Porzellan dort auch wieder vom Besucher in Augenschein genommen werden. Wie alle zugänglichen Bauten im Schlossgarten muss allerdings auch hier ein gesonderter Eintritt entrichtet werden, der mit einer „Standard“-Eintrittskarte zum Schloss nicht abgedeckt ist. Darauf gilt es bei einem Besuch zu achten. Man kauft besser eine „Charlottenburg +“ – Karte, die alle zusätzlichen Eintrittsgelder abdeckt sonst erlebt man eine unangenehme Überraschung !

Fazit: es ist noch einiges zu tun, bevor sich Schloss und Park Charlottenburg wieder im besten Zustand zeigen werden und Berlin  optimal repräsentieren können.  Aber man ist dort auf einem guten Weg. Immerhin.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal ! Vielleicht sind Sie ja dann mit dabei, wenn ich wieder unterwegs bin in Berlind und Brandenburg. 🙂

Ihr Clemens Kurz

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