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das lange Ringen um Pommern, Teil 3

Der Welten Eitelkeit…ist vergänglich. Auch die, die um den Besitz Vor- und Hinterpommerns gerungen haben, leben nicht mehr und können einem „lachenden Dritten“ heute dabei zusehen, wie er aus den Küstenorten touristischen Vorteil zieht. Schweden und „Preußen“ sind es nicht mehr, die heute den Euro mit bezahlbarem Kurzurlaub in Kolberg machen…

Wo war ich stehengeblieben ? Ach, ja, im zweiten Teil habe ich vom herzhaften und letztlich größtenteil vergeblichen Ringen des „Großen Kurfürsten“ Friedrich-Wilhelm von Brandenburg-Preußen berichtet, dem sein höchstes Ziel, die Gewinnung der Odermündung mit Stettin als Basis für den Aufstieg Brandenburgs zur Seemacht verwehrt blieb. Der Traum von „Kolonien und Flotten“ Friedrich-Wilhelms blieb lange Zeit ungeträumt. Bis ein anderer, der „letzte“ Wilhelm ihn überstürzt nachholen wollte. Eine ganz andere Geschichte auch dies.

Pommern hingegen blieb erst einmal geteilt, nachdem sich der Große Kurfürst zu seinen Ahnen begeben hatte (1688). Die Schweden behielten „Schwedisch Pommern“ inklusive Stettin, Stralsund und Rügen erst einmal unter Kontrolle. Aber es gab ja so etwas wie den „Nordischen Krieg“. Was soll man darüber groß erzählen ? Drei „Weltmächte“ stritten über die Dominanz im Ostsee-Raum. Schweden, Polen und Russland. Als es so aussah, als ob mit Karl, dem 12. , Schweden einen echten Haudrauf und tatendurstigen „Macher“ auf dem Thron hätte, sahen sich die anderen Ostsee-Anrainer offensichtlich dazu genötigt, diesem „Kraftburschen“ und „Urvieh“ Einhalt zu gebieten.

Das war so etwa Anfang des 18. Jahrhunderts. Und da sich Brandenburg mal wieder auf die richtige Seite geschlagen hatte, bekam der preußische König, es war nun bereits der „Soldatenkönig“ mit dem gleichen Namen wie der von mir schon erwähnte „bronzene Reiter“ auf dem Sockel vor Schloss Charlottenburg ein wenig „Beute“ ab. Interessantes Detail aus diesem Kontext: weil Preußen sich schwedisch- (Vor-) Pommern davon erhoffte, hatte es ein Bündnis mit Russland im Sinne. Dafür lud man den Zaren, es war noch Peter der Große, nach Berlin ein (. Man quartierte ihn und seine Entourage im heute nicht mehr existierenden Schloss Monbijou ein, welches er nach seiner Abreise in einem Zustand hinterließ, der jeglicher Beschreibung spottete. „Verwüstung“ halt.

Aber zurück zum „Frieden von Stockholm“, bei dem 1720 der Soldatenkönig Friedrich-Wilhelm (hatte ich nicht vor der notorischen Phantasielosigkeit der Hohenzollern bei der Namensgebung ihrer Thronfolger gewarnt ?) das südliche Vorpommern zugesprochen erhielt. Südlich der Peene wurde alles preußisch. Gut, denn aus dieser Region stammen auch einige Felderren wie der von Friedrich dem Großen „verschlissene“ Kurt-Christoph von Schwerin. Aber auch das ist eine andere Geschichte, die ich bereits erzählt habe. Endlich hatte Preußen, hatten die Hohenzollern „ihr“ Stettin und die Odermündung unter Kontrolle. Dass der sparsame und an überseeischen Abenteuern im Gegensatz zu seinem gleichnamigen Opa nicht interessierte Soldatenkönig dies nicht für ein Flottenprogramm und verspätete Kolonial-Interessen nutzen wollte, ehrt den in der Geschichtsschreibung meist ziemlich schlecht wegkommenden Monarchen sehr.

Aber immerhin behielten die Schweden Stralsund und die Insel Rügen. Das sollte sich im Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) noch übel auswirken, da die von Frankreich bezahlten Schweden darüber ein Einfalltor nach Brandenburg hatten und dies zu Raubzügen bis tief in die Kurmark ausnutzten. Als hätten sie aus der Schlacht von Fehrbellin nichts gelernt. Und das, obwohl ihre Königin die Schwester Friedrichs des Großen, Ulrike, war. Aber die von Frankreich bezahlten „Granden“ Schwedens wollten es anders. Was zu einer weiteren, interessanten Anekdote führte, denn ein in schwedischen Diensten stehender, junger Kavallerie-Leutnant geriet bei einem besondern mutigen Vorstoß in preußische Gefangenschaft. Es war ein für Schweden fechtender Mecklenburger namens Gebhard Leberecht von Blücher. Richtig, der spätere „Fürst von Wahlstatt“ und Franzosenprügler begann als „Schwede“ seine Militärlaufbahn. Aber die Preußen hatten schon immer ein gutes Auge für militärische Talente und warben den „Gefangenen“ einfach ab. Nun, der „Marschall Vorwärts“ wird diese Entscheidung nie bereut haben, denn er konnte sich auf seine alten Tage ein hübsches Stadtpalais direkt neben dem Brandenburger Tor leisten. Ja, auf dem Grundstück, wo wir heute die US-Botschaft anfinden.

Also, noch war Pommern nicht in dem Zustand, in dem es seit 1637 hätte sein sollen. Ganz Pommern ? Nein, ein paar vorlaute Schweden…Na, ja Asterix passt hier doch nicht.
Mache ich es mal kurz, wie es meinem Nachnamen geziemt:  beim „Aufräumen“ nach dem Napoleonischen Wirbelsturm über Europa, auf dem „Wiener Kongress“ erhielt Preußen EEEEENNNNNNNNNNNDLICH auch das restliche Vorpommern zugesprochen. Schweden hatte somit kein Standbein mehr auf deutschem Boden. Ein weiterer Friedrich-Wilhelm hielt einfach nur die Hand auf, sagte brav „dankeschön“ und war nun auch Herzog aller Pommern. Es war der etwas dröselige und immer von allen Historikern als „spröde“ abgekanzelte Friedrich-Wilhelm, der Dritte. Ja, liebe Leser, der mit der hübschen Königin Luise und den vielen Kindern. Sie selbst erlebte die „Heimkehr“ Pommerns allerdings nicht mehr, da sie fünf Jahre vorher verstorben war.

Was haben die Pommern wohl empfunden, als sie „alle“ preußisch wurden ? Mit welchem Dialekt sprach man wohl in Kolberg oder Falkenburg ? War Hinterpommern immer schon „das Armenhaus an der Ostsee“, wie mein Cousin es einmal genannt hat, nachdem er unsere gemeinsame „Wurzel“ dort besucht hatte ? Ich weiß es nicht, bekomme aber gerade Lust, nach Stettin zu fahren und an derHakenterrasse spazierenzugehen. WER KOMMT MIT ????? 🙂

Ihr

Clemens Kurz

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das lange Ringen um Pommern, Teil 2

Im ersten Teil dieser Reihe habe ich Ihnen, liebe Leser, ja bereits meine persönlichen Motive dargelegt, die mich mit diesem Thema verbinden. Die Dynamik, die einstmals zwischen den „Greifenherzögen“ von Pommern und den Brandenburger Kurfürsten herrschte, ist mittelalterliche Geschichte. Lange vorüber und dennoch interessant. All ihre Mühen waren letztlich vergebens, denn Pommern gehört jetzt zu Polen. Und dennoch…

Wo waren wir stehengeblieben ? Hm…ah, ja. Die Greifen werden unabhängig von Brandenburg, erkennen aber die Hohenzollern als „Erben“ ihres Herzogtums an, falls sie jemals ohne Nachfolger bleiben sollten. Soweit, so nichtssagend. Jetzt komme ich ein wenig mit „Zahlen“, aber nur wenigen Eckjahren, die das kommende Drama umreißen sollen.

Wir schreiben das Jahr…

  • 1637; Die Szenerie ist folgende: Es herrscht noch immer der Dreißigjährige Krieg. Diverse, europäische „Supermächte“ fechten um ihre Interesse. Bevorzugt auf deutschem Boden, natürlich. Die Schweden haben Pommern besetzt. Sie nutzen es als Ausgangsbasis für ihre Eroberungszüge durch Deutschland. Brandenburg ist Objekt, nicht Subjekt in diesem Konflikt. Es hat kaum ein Militär, muss sich mal dem Kaiser in Wien, mal dessen Feinden aus Schwedenland an den Hals werfen. Sein Kurfürst Georg Wilhelm mehr Opfer als Täter im Krieg.
    PLÖTZLICH STIRBT MIT Bogislav, dem vierzehnten, TATSÄCHLICH DER LETZTE POMMERSCHE GREIFE! Ohne Bluterben!
    Theoretisch gehört dessen Herzogtum nun den brandenburger Hohenzollern…
  • 1640; Auftritt des „bronzenen Reiters“ vom Charlottenburger Schlosshof (oder dem Foyer des Bodemuseums): Friedrich-Wilhelm wird Kurfürst von Brandenburg. Ich nenne ihn den eigentlich „Ringer“ um Pommern. Ein tragischer Held, der nicht gar so heroisch daherkam, wie es sein Reiterstandbild (das sein Sohn anfertigen ließ, ein dankbarer Sohn!) uns überliefern soll. Friedrich-Wilhelm (, der den ab jetzt bei der Namensgebung notorisch unkreativen Hohenzollern die Vorlage für unzählige, spätere „Wilhelms“ und „Friedrichs“ liefert) will Pommern beanspruchen.
  • 1648; der „Westfälische Frieden“ von Münster und Osnabrück regelt die Dinge zum Abschluss des Dreißigjährigen Krieges. Brandenburg wird dabei nur Hinterpommern zugesprochen. Doch ganz Pommern ist noch von den Schweden besetzt. Trotz Unterzeichnung der Verträge denken sie nicht im Traum daran, auch nur einen Quadratzentimeter Pommern herzugeben. Erst 1653 kann Friedrich-Wilhelm Hinterpommern in Besitz nehmen.

Ab jetzt wirds es wieder unübersichtlich. Sagen wir mal, dass Friedrich-Wilhelm, der „Ringer“ um Pommern, seinen Traum, das gesamte Erbe der „Greifen“-Dynastie anzutreten, nie aufgab. In diversen Koalitionen verbündet er sich mit jedermann, um die Schweden loszuwerden.

  • 1660; im Frieden von „Oliva“ (nahe Danzig) muss Brandenburg das zuvor besetzte Vorpommern wieder räumen. Einziger Vorteil dieses Vertragswerkes: Die Hohenzollern bekommen endgültig die Souveränität über Ostpreußen. Friedrich-Wilhelms Sohn wird sich dies später freudestrahlend zu Nutze machen, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
  • 1679; Brandenburg muss Vorpommern ein zweites Mal an Schweden herausgeben. Nachdem es die Nordmänner in Scharen bis nach Stralsund und Rügen getrieben hatte. Im „Frieden von St. Germain“ aber, werden die Ansprüche Friedrich-Wilhelms, die er nach 1637 von seinem Vater geerbt hatte, erneut mit Füßen getreten. Er soll daraufhin einen seiner berüchtigten Tobsuchtsanfälle bekommen haben. Die alte Hohenzollernkrankheit. Noch sein Enkel, der „Soldatenkönig“ wird für solche Ausraster berüchtigt werden.
der pommersche Greif

Ähnlich wie bei den durch ein ähnliches Vertragswerk geregelten Erbstücken der schlesischen Herzöge von Liegnitz, gelingt es dem „Großen Kurfürsten“ Friedrich – Wilhelm auch in Pommern nicht, seine Ansprüche geltend zu machen. Im Falle Schlesiens wird das langfristige Folgen haben. Sein Urenkel wird ein gutes Gedächtnis beweisen und sich der Hohenzollern-Ansprüche erinnern. Im Falle Pommerns hat Friedrich-Wilhelm immerhin ein Stückchen, das weniger wichtige (weil ohne Stralsund, Rügen, Stettin und die Odermündung !!!) vom Kuchen bekommen.

Das Ringen um Pommern ist aber noch nicht vorbei, im Gegensatz zu diesem Beitrag.

Fortsetzung folgt, versprochen. In Teil drei werden wir u. a. sehen, wie einer, der gar nicht mehr um Pommern ringt, schließlich das ganze, alte Herzogtum der „Greifenherzöge“ regieren wird. …

Ihr

Clemens Kurz

P.S.: „Vor-“ und „Hinterpommern“. Was ist das ? Ich vereinfache mal gaaaaaaaaanz stark: Vorpommern liegt und lag VOR der Odermündung, also westlich davon. Der Rest, östlich davon, ist Hinterpommern. Ja, Sie erinnern sich richtig, das ist da, wo meine Mutter selig herkam.

machen Sie ihr Spandauer „Altstadt Diplom“

Ein gemütlicher Altstadt-Spaziergang durch Spandau wird noch lustiger, wenn man seinem Stadtführer auch tatsächlich ein wenig zuhört. Die lustigsten, aufregendsten oder interessantesten Geschichten und Fakten prägen sich ein, bleiben im Gedächtnis haften. Als immaterielle Erinnerungen an eine hoffentlich gute Zeit, die man im Havelbezirk verbrachte. Diesen Gedanken kann man auch „weiterspinnen“.

an der Sternbergpromenade

Ihnen, lieber Leserinnen und Leser, kann ich es ja gestehen: meiner Erfahrung nach genießen Teilnehmer meiner „Clemens Kurz Stadtspaziergänge“ am Ende eines Rundgangs, einer „Dampferfahrt“ oder einer kleinen Radelei gerne einen kurzen Überblick über das Erlebte. Mehr als einmal wurde ich um eine kurze Zusammenfassung, ein „Fazit“ der Tour gebeten und bin mit meinen Gästen unsere Zeit noch einmal gemeinsam durchgegangen. Aus dieser Erfahrung heraus, wuchs der Gedanke, die Teilnehmer doch in dieses „Resumé“ ihrer Tour miteinzubeziehen. Wer erinnert sich woran ? Was haben wir gesehen ?

Eine, wie ich finde, spaßige Art und Weise, diesen Gedanken weiterzuführen, werde ich bald am Beispiel meines beliebten „Altstadt Spandau Rundganges“ einmal umsetzen. Alle Teilnehmer bekommen die Möglichkeit, ein kleines „Spandauer Altstadt Diplom“ zu erhalten, wenn sie im „Abschlussgespräch“ noch einige der Informationen parat haben, die ich ihnen in den vorhergehenden 1-2 Stunden geliefert habe. Jetzt liegt es also an mir, den Besuchern der Altstadt die spannendsten Geschichten und die wichtigsten Fakten so zu vermitteln, dass sie auch hängenbleiben.

Nein, keine Angst, das wird keine „Lehrveranstaltung“ für intellektuelle Hochflieger, sondern bleibt, wie immer bei den „Clemens Kurz Stadtspaziergängen“ eine kurzweilige, abwechslungsreiche Angelegenheit ohne Katheder-Vorträge. Die Spandauer Altstadt, etwas „abgelegen“ von der Berliner „City“, ist ja immer einen Rundgang wert. Davon möchte ich auch Sie gerne überzeugen ! 🙂 Machen Sie Ihr Diplom !

Also, das erste Experiment „Spandauer Altstadt Diplom“ wird am

  • Mittwoch, den 19. Juli 2017,
  • Treffpunkt: vor dem Haupteingang des Rathauses Spandau, Carl-Schurz-Straße 2/6, 13597 Berlin,
  • Zeit: 11 Uhr – 13 Uhr

gestartet. Ich freue mich auf SIE ! 🙂

Ihr

Clemens Kurz

P.S.: Beim ersten Mal wird die Teilnahme noch kostenfrei sein. Zukünftig wird der begleitete Spandauer Altstadtrundgung mit oder ohne „Altstadt Diplom“ für eine Teilnahmegebühr von läppischen 5 € pro Person möglich sein.

Historie: Friedrich und die „drei-Tage-Schlacht“

Brandenburg wurde durch tatkräftige Herrscherhände geformt. Geformt und zusammengehalten. Die Askanier und die Hohenzollern haben hier ihre Spuren hinterlassen. Letztere beendeten das von mir gerne spöttisch „Interregnum“ genannte Zeitalter, während dem die Markgrafenwürde Brandenburgs recht willkürlich den Inhaber wechselte und die Mäuse auf dem Tisch tanzten. Halte ich hier wieder eine Vorlesung zur Regionalgeschichte ? Na, ich bitte um etwas Geduld; halten wir es locker.

In der Geschichte wurden Veränderungen oft gewaltsam erzwungen. Machtpolitik war auch Militärpolitik und gewaltsames Durchsetzen dynastischer oder staatlicher Interessen. Das mag uns Menschen des 21. Jahrhunderts zwar antiquiert erscheinen und zartbesaitete Gemüter gar anekeln, aber dadurch ändert sich die Geschichte nicht. Man sollte da nichts beschönigen.

Meine Mutter selig hingegen sagte immer so etwas wie: „Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.“ Nicht, dass sie da persönliche Erfahrungen mit Katzen und Mäusen hatte, aber dass ein bischen gestaltete Ordnung auch dafür sorgt, dass nicht „jeder macht was er will, statt, was er soll“ und anarchische Zustände einreißen, war ihr sehr wohl bewusst. So etwa müssen wir uns Brandenburg im 14. und frühen 15. Jahrhundert vorstellen. Der Markgrafentitel (seit 1356 sogar zum „Kurfürst“ erhoben) war seit 1320, als der letzte Markgraf aus dem Hause der Askanier ohne Nachfolger verstarb, nur noch ein Titel, aber keine echte Herrschaft mehr. Seine Träger hefteten sich gerne den Titel „Markgraf/Kurfürst von Brandenburg“ an die Brust, stolzierten damit umher, hatten aber nicht die geringste Absicht, Brandenburg auch wirklich zu ordnen oder gestaltend zu regieren.

Ganz im Gegenteil: sie verscherbelten die ungeliebte Mark Schritt für Schritt an jeden, der ihnen ein paar Gulden dafür bot. Letzter Exzess in dieser Hinsicht war der Verkauf der „Neumark“ (heute Polen, wir sehen, wie Geschichte oft völlig sinnlose Bögen schlägt) im Jahre 1402 an den Deutschen Orden. Alles, was die Askanier sorgsam zusammengefügt und zu einer recht ansehnlichen Herrschaft geformt hatten, ging nun den Bach runter. Bis ein frisch gewählter, deutscher König namens Sigismund einen seiner Kumpane (ich sage nicht „Saufkumpane“, weil ich nicht sicher bin, wieviel diese Herrschaften damals so an Wein und Bier wirklich konsumiert haben) namens Friedrich mit dem Ordnen Brandenburgs beauftragte. Zunächst mal als „Verwalter“ dieses herrenlosen „Lehens“. Das war 1411.

Als dieser Friedrich, als „Burggraf von Nürnberg“ bereits mit Nummerierung versehen (VI.) nun im Sommer 1412 tatsächlich in Brandenburg auftauchte (etwas, das die letzten paar Kurfürsten fast nie getan hatten) hatte eine andere „Katze“ bereits ihre Krallen ins Brandenburger „Fleisch“ geschlagen: die Pommern standen tief in der Mark. Am „Kremmer Damm“, einer befestigten Passage durch das schlammige „Kremmer Luch“ zwischen Oranienburg und Hennigsdorf, schlug Friedrich im Oktober 1412 mit seinen aus Franken „mitgebrachten“ Rittern die Pommern, atmete tief durch und begann danach, sich Brandenburg einmal genau anzuschauen:

Die Städte hatten sich Privilegien gekauft, oder angemaßt, die eigentlich den Kurfürsten zustanden, hatten eigenmächtig Bündnisse geschlossen, um der zweiten Geißel Brandenburgs Herr zu werden: den selbstherrlichen Raubrittern. Oh, Mann, da musste was passieren. Und Friedrich, eigentlich deutscher Machtpolitiker, aber, ganz der Zeit angemessen, eben auch Feldherr und Tatmensch, begann Fakten zu schaffen. Er eroberte einige Burgen der Raubritter (Stichwort: „Quitzows“), machte unmissverständlich klar, wer jetzt hier das Sagen hatte und entließ die weniger Schlimmen dieser „wilden Männer“ dann wieder auf ihre Sitze. Er war kein Brutalo, wie seine Gegner, sondern Realist. 1415 wurde ihm dafür die Kurfürstenwürde Brandenburgs verliehen. 1417 auch der protokollarische Rang eines „Erzkämmerers des Reiches“. Letzeres übrigens ein Titel, den noch Friedrich der Große hielt, was seine Intimfeindin Maria-Theresia zu manch spitzer Bemerkung anregte, aber das ist eine andere Geschichte.

Friedrich immerhin kümmerte sich daraufhin um ein paar Reichsangelegenheiten und kehrte der schwierigen Mark Brandenburg erstmal den Rücken. Wir dürfen nie vergessen, dass er auch und vor allem Reichspolitiker war ! Und wieder: die „Katze“ war in Brandenburg aus dem Hause, weshalb die Nachbarskatze aus Pommern wieder über die „Mäuse“ herfiel. Friedrich kehrte schließlich im Frühjahr 1420 zurück, lieferte sich im März eine dreitägige Schlacht bei Angermünde mit den Pommern, Mecklenburgern und ihren polnischen Hilfstruppen, schlug diese Allianz vernichtend und sicherte für einige Zeit (noch nicht endgültig, aber auch das ist eine lange und ganz andere Geschichte) die Uckermark wieder für Brandenburg. Interessant: auf seiner Seite kämpften damals bereits einige der wenige Jahre zuvor noch so „unbotmäßigen“, brandenburgischen Adligen und die Städte stellten, so will es die Legende, auch bereits einige Fußtruppen. Es zeichnete sich die die „typisch brandenburgische“ Mischung aus Kurfürst, Stadtbürgern und Altadligen (die sprichwörtlichen „Itzenplitze“) bereits ab, die das Land lange gemeinsam gestalten sollte. Wobei das Pendel langfristig zu Gunsten des Kurfürsten ausschlug. Lange Geschichte.

Sigismund

Beim schwierigen, deutschen König Sigismund war Friedrich aber inzwischen in Ungnade gefallen. Dass er nicht am ersten „Hussitenfeldzug“ gegen die tschechischen Revoluzzer teilgenommen hatte, brachte diverse Neider Friedrichs in die beneidenswerte Position, ihn bei Sigismund anschwärzen zu können. Sigismund hatte offensichtlich nicht den Weitblick, sich daran zu erinnern, dass er ja selbst Friedrich mit dem Befrieden der Mark Brandenburg beauftragt hatte, was dieser eben tat, während Sigismund erstmalig auf Hussitenjagd ging. Die Tatsache, dass Friedrich einem seiner Söhne gerne die polnische Prinzessin Hedwig angetraut hätte, was einem weiteren, riesigen Prestigegewinn für die Hohenzollern gleichgekommen wäre, spielte bei dem Zerwürfnis zwischen Sigismund und Friedrich wohl auch eine Rolle. Ebenso wie die Tatsache, dass Sigismunds Mutter aus Pommern stammte, weshalb er potentiell immer mit deren Expansionsdrang sympathisierte.

Immerhin führt Friedrich bald darauf den zweiten Hussitenfeldzug an, um etwas „Wiedergutmachung“ zu betreiben, wird aber dafür nicht gewürdigt, sondern macht damit nur die Hussiten auf seine Mark Brandenburg aufmerksam. Wo diese dann einige Jahre später auch „folgerichtig“ plündernd und brandschatzend auftauchen werden. Aber damit werden sich sein Sohn und die Städte, z. Bsp. Strausberg und Bernau 1432 herumärgern müssen. Was Bernau übrigens seit 1832 mit dem „Hussitenfest“ feiert, aber auch das ist eine andere Geschichte.

Wie auch immer: 1425 wirft Friedrich den Brandenburgischen Büttel hin, ernennt seinen ältesten Sohn Johann („den Alchimisten“, komischer Namenszusatz !) zum neuen Sachwalter Brandenburgischer Interessen und verzieht sich schmollend auf seine fränkischen Ländereien, um Brandenburg nie wiederzusehen und weiter Reichspolitik zu machen. Eine „typische“ Politikerkarriere eben.

Fazit: Der „Cleaner“ Brandenburgs macht seinen Job, gerät mit seinem Auftraggeber in Interessenkonflikte und kümmert sich dann wieder um „seinen Kram“. Zwischendurch schlägt er aber den frechen Pommern aufs Haupt und macht einigen Leuten klar, welche Familie ab jetzt der Chef im Brandenburger Ring ist: Haus Hohenzollern. Was immerhin bis 1918 auch so bleibt. Insofern: nachhaltige Wirkung ! Über 500 Jahre…

Was kommt für mich dabei heraus ? BESUCHEN SIE ANGERMÜNDE ! 🙂

(P.S.: Als 50 %iger Nachfahre von Pommern fiel mir dieser Artikel nicht so ganz leicht, zu schreiben. Meine Mutter selig, die diesen Spruch mit den Katzen in mein Gedächtnis einbrannte, stammte ironischerweise aus Pommern. Na, ab 1637 geht das ja dann eh alles zusammen…)

Bildmaterial:

Auf der Tourismusbörse…mitten im Getümmel

Zu den größten, europäischen Treffen der Tourismusbranche zählt seit Jahr und Tag die „Internationale Tourismusbörse Berlin“ – die ITB. Hier machen an den ersten drei Tagen die Business-Leute Geschäfte und an den letzten zwei Tagen räumt das „Publikum“ die Stände der Aussteller leer. Ich selbst gönne mir allerdings diesen Auflauf von Anzugträgern und Tragetaschen-Freunden eher selten. Als Tragetaschen-Freund, der allerdings selbst am Rande der regionalen Touristik herumturnt, habe ich immerhin im Lauf der Jahre so manche Erfahrung gemacht. Schaun wir doch mal…

Nein, dies Spektakel der Branche kann ich mir nicht jedes Jahr antun. Zuletzt war ich vor fünf Jahren dort gewesen. Je älter ich werde, desto weniger mag ich nämlich dieses Gedränge, die trockene, sauerstoffarme Luft in den Messehallen und die vielen, letztlich allzuoft bedeutungsarmen Gespräche, die man in vollem Ernst und mit seriöser Miene führen muss. Das gilt sowohl für die Jahre, in denen ich als Angehöriger des „Fachpublikums“ schon in den ersten drei Tagen die „Wasser ausgelotet habe“ als auch für die Jahre, in denen ich lieber mit dem „Publikum“ gemeinsam die Stände „geplündert“ habe.

Hier fällt mir wieder der Ratschlag meines Vaters selig ein, der noch ein viel größerer Reise-Enthusiast war als ich: „Fokussier dich! Überleg dir bereits im Vorfeld genau, welche Reiseziele dich wirklich interessieren und welche Fragen du den Leuten am Stand stellen willst! Nimm nur das Material mit nach Hause, das zu diesen Zielen passt, alles andre wirfst du später ohnehin ins Altpapier.“ Mein Vater hatte ja soooooooo Recht. Denn offensichtlich ist die Begeisterung fürs Reisen den Berlinern und ihren Gästen nicht abhanden gekommen.

Auch in diesem Jahr wieder war der Andrang am ersten „Publikumstag“, welches traditionell der Samstag ist, riesengroß. Der Einlass am „Nordeingang, Halle 19“ an der Masurenallee ging dementsprechend langsam. Meine Hoffnung, dass dies auf verschärfte Sicherheitsmaßnahmen zurückzuführen sei, erfüllte sich aber leider nicht. Niemand wollte auch nur einen oberflächlichen Blick in meinen Rucksack werfen. Dennoch fanden sich überall Metalldetektoren. Widersinnig, aber das ist eben Berlin. Selbst in Zeiten von Terroranschlägen und Axtmördern. Schon seltsam, dass mir im Gedränge des Eingangsbereichs der Gedanke durch den Kopf ging, wieviele Opfer man hier wohl mit minimaler Sprengstoffmenge „erledigen“ könnte. O tempora, o mores.

Nun, immerhin das Fokussieren fiel mir wieder mal nicht so schwer. Schon auf der Hinfahrt brummte ich mein „Mantra“ vor mich hin: „Berlin-Brandenburg-Sachsen-Anhalt, vielleicht Mecklenburg. Spandau-Köpenick-Pankow…“.  Und dann der übliche Gang zum Hallenbelegungsplan. Wo ist was ? Welche Hallen MUSS, welche SOLLTE und welche KANN ich besuchen, wenn ich noch etwas Luft und Lust übrig habe ? Puh. Hier fängt der Stress schon an. Mein Überraschungsland war diesmal Polen. Hatte ich nicht auf der Liste, aber ein freundlicher Herr vom Tourismus in „Westpommern“ überreichte mir einen Stadtplan von…ach, vielleicht erfahren Sie das noch in diesem Jahr oder im nächsten…:-).
Dann noch schnell ein Bild vor der „Marienburg“ in Westpreußen geschossen und schon konnte die eigentliche Hatz nach Infos und kostenlosen Materialien losgehen.

Natürlich war unsere Region Berlin-Brandenburg dabei für mich am wichtigsten. Hier war aber auch ganz schön was los. Da liefen sowohl der „Hauptmann von Köpenick“ als auch der „Große Kurfürst“ herum und ein Spreewaldmädel in voller Tracht warb für die gleichnamige Region Brandenburgs. Mindestens eine konkrete Anregung für einen „Stadtspaziergang“ noch in diesem Jahr bekam ich in dieser Halle auch noch direkt in die Hand gedrückt. Ich kann natürlich an dieser Stelle noch nichts Näheres verkünden, lassen Sie sich also überraschen, liebe Leserinnen und Leser !!! 🙂

Leider gab es während der diesjährigen ITB auch einige, unschöne Untertöne, die ich nicht unerwähnt lassen mag. Eine Politisierung dieses Reisemarktes war zu beobachten. Diese fing schon mit dem Besuch des türkischen Außenministers Cavusoglu auf der Messe an. Am Tage zuvor hatte er in Hamburg noch harsche und unangemessene Töne als Gast angeschlagen (Müssen ausländische Politiker bei uns eigentlich Wahlkampf machen ? Ich möchte ja auch Frau Merkel nicht in der Türkei auf Wahlkampftour sehen.), auf der ITB musste er dann kürzer treten und für „Gutwetter“ sorgen, damit der Deutsche als solcher wieder in der Türkei urlaubt. Denn durch Terroranschläge, Erdogan-Regime und deutschfeindliche Töne der Regierung hatte sich schon in der vergangenen Reise-Sommersaison der Strom der Türkeifreunde aus Deutschland deutlich abgeschwächt und somit die Tourismusbranche in Kleinasien ratlos zurückgelassen.

Und auch, als ich das Messegelände verließ, tauchten vor meinen Augen noch ein paar unangenehmere Zeitgenossen auf, die mit „free palestine“-Parolen und Boykottaufrufen gegen Israel die „schöne, bunte Reisewelt“ für ihre Zwecke vereinnahmen wollten. Der Gedanke, ob sich da etwa ein linker Hass auf Juden neue Formen sucht, kommt denen wohl nicht. Na, ja. Ich fands jedenfalls unangemessen.

Mein Fazit ? Der Branche scheint es gut zu gehen. Das Interesse der Öffentlichkeit am Reisen scheint ungebrochen. Schon morgens im Zubringerbus saß etwa ein „Vater-Tochter“-Duo aus Sachsen-Anhalt, das unbedingt auf die Messe wollte. Auch das kaum erträgliche Gedränge schon zwischen 10.00 Uhr und 11.30, wo es in vergangenen Jahren eher ruhiger anging, sprach ebenso für sich. Nur die Präferenzen der Devisenbringer aus „Germany“ scheinen sich zu verschieben. Was angesichts von Terror, Bürgerkriegen und Diktaturen in manchen Urlaubsländern, welche den Reisegenuss deutlich verringern, auch nicht verwundern kann. Für mich als Freund der „kleinen Stadtspaziergänge in Berlin und Brandenburg“ verändert sich aber ohnehin wenig, da Urlaub in „Germanien“ grundsätzlich weiter „angesagt“ bleibt.

In diesem Sinne hoffe ich, mit frischen Eindrücken ausgestattet, Ihnen noch in diesem Jahr vielleicht ein paar neue Angebote machen zu können, einige neue Ziele anzusteuern. Ich freue mich darauf ! 🙂

Ihr

Clemens Kurz

Jahresrückblick 2016 – ein unterhaltsames Jahr

Liebe Freunde der kleinen Stadtausflüge in Berlin und Brandenburg, das Jahr 2016 ist (praktisch) vorüber und ich schaue gerne darauf zurück. So einige, interessante und abwechslungsreiche Spaziergänge, Radfahrten und Dampfer-Fahrten liegen hinter uns und ich bedanke mich bei allen Teilnehmern und Freunden für ihr Interesse an unserer Region, an deren Geschichte und GeschichteN ! 🙂 

Ganz in diesem Sinne lasse ich an dieser Stelle mal „zügig“ ein paar Daten und Fakten passieren und erinnere Sie, liebe Freunde, und mich an einige der schönsten Ausflüge im vergangenen Jahr.

Hier also ein paar Daten:

  • 6 Mal war ich mit Ihnen in Brandenburg unterwegs. So fuhren wir den 800-jährigen Stadtjubiläen von Oranienburg und Rathenow hinterher. Ersteres sogar auf dem „Drahtesel“. Auch der Schönwalder Schleuse statteten wir per Fahrrad einen Besuch ab. Die Fontanestadt Neuruppin lud uns ebenso zu einem sommerlichen Rundgang ein, wie uns das Wetter auch Streiche bei einer Dampfer-Rundfahrt auf der Unterhavel zwischen Spandau und Babelsberg spielte. Überraschend sogar für mich, konnte ich auch der Altstadt von Gransee noch einen Abstecher widmen, wenn auch nur einen ungeplanten und sehr kurzen. Da müsste man im Jahr 2017 noch einmal nachfassen, schätze ich… (Sie haben den Wink mit dem Zaunpfahl natürlich erkannt !)

    St. Trinitatis Neuruppin
    St. Trinitatis Neuruppin
  • mindestens 15-mal war ich mit Ihnen und für Sie in Berlin unterwegs. Dabei nahm mein „Lieblingsbezirk“ natürlich eine besondere Stellung ein, aber das haben alle Freunde der „Clemens Kurz Stadtspaziergänge“ natürlich längst erkannt. Spandau, Spandau und nochmal Spandau. Man verzeihe mir diesen „Lokalpatriotismus“ ein wenig, aber solange noch Geschichten aus diesem Bezirk zu erzählen sind… Gehen wir aber mal „chronologisch“ vor:
    Die Saison 2016 begann im Februar mit einer Begutachtung des Molkenmarktes und des daran angrenzenden „Klosterviertels“.  Letzteres konnte ich auch im November noch einmal inspizieren, als der Turm der Parochialkirche seine Spitze bereits zurückhatte und auch wieder ein Carillon darin untergebracht war.
    Die Spandauer Altstadt besuchten wir dann bei schlimmem Regenwetter bald darauf und betrachteten sie dabei zum ersten Male unter dem Aspekt der „Festungsstadt“ Spandau. Was bedeutet es, dass Spandau lange Zeit wie eine preußische Staatsfestung inkl. Gefängnis geführt wurde und nicht als havelländische Kleinstadt ? Diesem Aspekt radelten wir dann später noch einmal hinterher, als wir uns die ehemaligen Festungswälle vornahmen.
    Und Spandau bot nochmals etwas, als Ende April die Ausstellung „Enthüllt-Berlin und seine Denkmäler“ auf der Zitadelle eröffnet wurde.DSCI1359_compressed
  • Dem Berliner Tiergarten stattete ich einen interessierten Höflichkeitsbesuch ab, weil sein Ruf ja, wenn man diversen Publizisten, Zeitungen und Internet-Aktiven glauben darf, nachhaltig ruiniert sei. Also ich konnte von „Verwahrlosung“, Kriminalität und brutalen Radfahrern nicht so viel sehen, aber vielleicht schaue ich als „Berufsberliner“ auch manchmal nicht so genau hin, man verzeihe mir das bitte.
    Den „Tag der Luftbrücke“ beging ich standesgemäß im Luftwaffenmuseum Gatow, wo ich im Gegensatz zu anderen Touren einmal nicht selbst die Führung leiten musste, sondern dem „Kollegen“ in aller Ruhe zuhören und den Aufenthalt genießen konnte.
    Eine meiner liebsten Erinnerungen 2016 ist der Ausflug anlässlich des 150. Todestages von Peter-Joseph Lenné nach Klein-Glienicke. Dass man neben der Würdigung der Gartenkunst auch noch gleich die nicht nur aus dem gleichnamigen Film bekannte „bridge of spies“ überqueren kann, rundet diesen Stadtspaziergang wunderbar ab.

    die Glienicker Brücke
    die Glienicker Brücke
  • Der fast schon rituelle Besuch der Baustelle des Humboldtforums in Mitte an deren „offenem Tag“ war ebenso wieder voller interessanter Eindrücke, wie auch der nächste Besuch in der von mir so bewunderten Friedrichstadt. Es sollte nicht der letzte Besuch dort bleiben, soviel mal dazu gesagt.
    Dann stand das 130-jährige Jubiläum von Fort Hahneberg an. Eine einsame Festung am westlichen Berliner Stadtrand, die zwar nie ihrem eigentlichen Zweck dienen konnte, aber dennoch oder gerade deshalb eine höchst interessante Geschichte aufweist.

    Bismarck auf Fort Hahneberg
    Bismarck auf Fort Hahneberg
  • Etwas später im Jahr machte ich mich auf die Suche nach den „Beinen der Hohenzollern“. Mehr nach den GE-Beinen, offen gesagt, aber immerhin. Ein Spaziergang auf und an der Museumsinsel wurde dann im Berliner Dom abgeschlossen. Auch hier wieder war ich Nutznießer einer im Eintrittspreis enthaltenen, kurzen Einführung in das Gebäude. 🙂 Immer schön, wenn man selbst nicht so viel reden muss.
    Und auch dem von mir so geschätzten Treptower Park habe ich im letzten Jahr mal wieder die Ehre gegeben. Immer wieder eine Freude, die aber, durch die Örtlichkeiten bedingt, auch immer zur Nachdenklichkeit anregt.
    Auch das Deutsch-Russische Museum in Karlshorst bekam mal wieder einen meiner Besuche ab, wobei ich diesmal erstmalig die bequeme Busanbindung vom Bahnhof Lichtenberg ausnutzte. Was gibts schöneres, als direkt vor der Haustür eines Ortes abgesetzt zu werden, an dem Weltgeschichte gemacht wurde ?

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    Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

Soweit, so abwechslungsreich. Und in der hier dargestellten Aufzählung fehlen sogar noch meine kleinen Spaziergänge über den Dorotheenstädtischen- und den Invalidenfriedhof, die mehr Erkundungen darstellten, da  „Gottesacker“ mir bisher eher Gruselschauer über den Rücken jagten. Zu Unrecht, natürlich. Wurde Zeit, dass ich in meinem Alter endlich mal erwachsen werde. 🙂

Also, ich hoffe, dass alle, die mit mir 2016 unterwegs waren, sich in einem der hier verlinkten Ausflüge wiederfinden. Wer nicht mit „von der Partie“ sein konnte, der kann sich schon auf die Saison 2017 freuen, in der ich wieder mit Ihnen und für Sie in der Stadt und der Region unterwegs sein werde. Einige Ideen werden sich noch konkretisieren, aber immer, wenn ein Ziel feststeht, wird es auch auf der „Termine“-Seite hier eingetragen werden und auf der Facebook-Seite wird ggf. dann ein „Termin“ erstellt.

In diesem Sinne: STARTEN SIE BITTE ALLE FROH, MUNTER UND GESUND INS JAHR 2017 ! ICH WÜNSCHE IHNEN ALLEN VON HERZEN EIN GLÜCKLICHES, FROHES UND GESUNDES, NEUES JAHR !

Ihr

Clemens Kurz, 🙂

Rückblick – das war 2016 bis jetzt

In diesem Jahr war ich fleißig unterwegs. Zwar hauptsächlich im kleinen Rahmen, aber ein paar Themenschwerpunkte waren unzweifelhaft zu erkennen. Schauen wir als Anregung für den Rest des Jahres doch mal kurz zurück:

die "italienischen Höfe" auf der Spandauer Zitadelle
die „italienischen Höfe“ auf der Spandauer Zitadelle

Erster Themenschwerpunkt 2016 war Spandau. Vor allem die Geschichte dieses Bezirks als „Festungsstadt“ bewog mich dazu, mehrere Aktivitäten durchzuführen.

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Schloss Klein-Glienicke

Ein weiteres Themengebiet der „Clemens Kurz Stadtspaziergänge“ war in diesem Jahr die 160. Wiederkehr des Todestages von Peter – Joseph Lenné. Der Gartenarchitekt der preußischen Könige steht als „mastermind“ hinter der Kulturlandschaft Berlin-Potsdam, die seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

  • Ende Mai ging es Lenné „an den Kragen“. Im Schloss und vor allem Park von Klein-Glienicke konnte man dem Genie des Landschaftsgestalters nachspüren. Die Glienicker Brücke wurde dann auch gleich noch untersucht.
  • Im Juni wurde es unterhaltsam. Eine typische, Berliner „Dampferfahrt führte uns Teilnehmer an den Schlössern des o. e. Weltkulturerbes vorbei. Babelsberg, Glienicke und die Pfaueninsel erinnerten uns an die Zusammenhänge ihrer Baugeschichte und die Gestaltung ihrer Parks.
Schloss Oranienburg
Schloss Oranienburg

Auch wurde in diesem Jahr wieder geradelt. Von meiner Bude ausgehend, machten wir ein paar kleine „Runden“ durch die Landkreise Havelland und Oberhavel.

  • Ein kurzer Ausflug zur Schönwalder Schleuse mit integriertem picknick brachte im Juni etwas Rost von Fahrrad und Beinen.
  • Und das 800-jährige Stadtjubiläum von Oranienburg motivierte mich im Juli zur Tour „die Havel aufwärts“.
Bundesfinanzministerium
Bundesfinanzministerium

Der Berliner City statteten wir ebenfalls einige Besuche ab. Mit und ohne konkreten Anlass dafür. 🙂 Schließlich ist ja in Berlin „imma wat loooos“.

  • schon im Februar starteten wir die „Clemens Kurz Stadtspaziergänge“ 2016 am Berliner Molkenmarkt und Umgebung. Die Planungen für die Umgestaltung dieser Straßenzüge liegt längst vor, wann aber wird sie umgesetzt ?
  • Ein paar hübsche „Schnappschüsse“ sammeln ging ich im Mai im Berliner Tiergarten. Ich mag es, mich manchmal wie ein Tourist in meiner Stadt zu bewegen und mich beeindrucken zu lassen.
  • Im Juni nutzten wir die Gelegenheit, um der Baustelle des Humboldtforums „aufs Dach zu steigen“. Dieser zukünftige Ort der Kultur und Forschung nimmt langsam Gestalt an.
  • Anfang Juli schließlich streifte ich ein wenig durch die historische „Friedrichstadt“ und war wieder von den deutlich sichtbaren Verwerfungen, welche die Zeitgeschichte an diesem Ort hinterlassen hat, fasziniert.
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Tempelgarten in Neuruppin

Ein Stadtausflug nach Neuruppin, zum „ollen Fontane“ war auch noch drin und ein Besuch auf dem Ex-Flughafen Gatow uvm.

So war ich also zu Fuß, mit dem Ausflugsschiff und Fahrrad unterwegs in Berlin und Brandenburg.

Mal schauen, was nach der Sommerpause auf dem Programm stehen wird. Ich freue mich IMMER über Begleitung auf den Spaziergängen, Radeleien oder Dampferfahrten durch die Stadt Berlin und die Region. Schauen Sie einfach öfter mal auf der „Termine“-Seite vorbei und melden sich bei mir, wenn Sie Interesse an einem Ausflug verspüren. Wenn ich im Termin darauf hinweise, dann habe ich zumeist das dazugehörige Thema auch ein wenig vorbereitet und kann etwas zu Ort und Anlass erzählen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass wir uns bald mal begegnen auf einem „Clemens Kurz Stadtpaziergang“.

Ihr

Clemens Kurz