Archiv der Kategorie: Ausflugstips

Schloss Babelsberg – Sommersitz am Havelufer

Das Potsdamer Schloss Babelsberg, ebenso wie der dazugehörige Park, verdankt seine Existenz einer denkwürdigen Geschwister-Rivalität unter königlichen Prinzen. Und deren Frauen, natürlich. Zu simpel gedacht ? Dann lesen Sie weiter…

der Erstbesitzer von Schloss Babelsberg: Kaiser Wilhelm I.

Die „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ gehören zum UNESCO – Weltkulturerbe. Seit 1990 schon. Kein Wunder, denn wer einmal vom pleasureground vor Schloss Babelsberg über die Havel geschaut hat, dem ist die Einzigartigkeit der Landschaft sicher nicht verborgen geblieben. Hier, am Havelufer mit seinen diversen Buchten und Seen, haben sich Prinzen und Mäzene im 19. Jahrhundert ihr „Arkadien“ bauen lassen. Später kamen die Berliner Sommer-Ausflügler dann hierher. Mit Ausflugsdampfern und als Sport-Ruderer. Heute zieht es Touristen, Tagesausflügler und Fotofreunde ans Havelufer, es kommen die Spaziergänger und Freunde von Geschichte und Kultur zu Besuch. Noch immer nicht ohne Grund.

Denn am Anfang vom neogotischen Traumschlösschen Babelsberg steht die einzigartige Rivalität zweier Prinzenbrüder. Die Söhne König Friedrich-Wilhelms III. entdeckten  zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Havel – Idyll für sich. Einer nach dem anderen. Besonders pikant wird die Sache, wenn man weiß, dass sie mit Schwestern verheiratet waren. Also Brüder und „Schwager“ gleichzeitig waren. Wobei der ältere Prinz die jüngere Schwester heiraten „musste“, während der jüngere Prinz die ältere Schwester freiwillig ehelichte und sich nicht beschweren konnte.

Natürlich spreche ich von den Prinzen Wilhelm und Carl von Preußen sowie von Marie und Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach.  Der jüngere Prinz, Carl, wurde schon früh von seinen Erziehern für die Antike und deren Hinterlassenschaften begeistert, die er zeitlebens mit Akribie (und gerüchteweise nicht immer völlig legal) sammelte. Für die „Sommerfrische“ und zur Präsentation seiner Antikensammlung erwarb er jedenfalls 1824 das Gut Klein-Glienicke und ließ sich dessen Wohngebäude umbauen. Kein Wunder, dass dies seinen älteren Bruder Wilhelm auf den Plan rief. Wo gibts denn auch sowas, dass ein „kleiner Bruder“ sich ein Lusthaus am Wasser bauen lässt, während der „große Bruder“ noch nach einer passenden Immobilie sucht ?

Diese fand er dann scheinbar „ganz zufällig“ direkt gegenüber von Klein-Glienicke auf dem sog. „Babelsberg“. Und begann beim Papa so lange um Finanzen zu betteln, bis dieser ihm genehmigte, sich die Immobilie zu kaufen und dort einen Sommersitz zu bauen. Das war 1833. Ab jetzt beginnt die bunte Geschichte von Schloss Babelsberg. Diese können Sie natürlich über die Suchmaschine ihrer Wahl oder über die historische Enzyklopädie ihrer Präferenz bis ins Detail nachlesen. Ich persönlich möchte nur auf den Einfluss der „jüngeren“ der beiden Schwestern auf die Gestaltung Babelsbergs eingehen.

Kaiserin Augusta

Wilhelms Ehefrau, Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach, die sich für eine umfassend gebildete und in Sachen Geschmack und Stilsicherheit relevante Fachfrau hielt, trieb mit ihrer permanenten Einmischung diverse Baumeister Babelsbergs (darunter Größen wie Schinkel oder Persius) schier in den Wahnsinn. Ebenso wie den genialen Gartenarchitekten Peter-Joseph Lenné, den sie letztlich mal so „mir-nix-dir-nix“ gegen den ihr aus der sächsischen Heimat vertrauten Fürsten Herrmann von Pückler-Muskau austauschte. Nicht, dass Pückler hier in Babelsberg keine sichtbare Verschönerung und Abrundung der Parkanlagen vorgenommen hätte. Die Art und Weise, wie er aber durch gnadenloses Schleimen bei Augusta und diversen „Hochwohlgeborenen“ an diesen Job gekommen war, lässt Menschen unserer Zeit aber doch Ekelschauer über den Rücken laufen.

Wie auch immer: das Ergebnis der Arbeiten diverser Genies, die es über sich brachten, immer wieder mit der anmaßenden Augusta aneinander zu geraten, kann heute wieder besichtigt werden. Die Parkanlagen wurden (inklusive der Wasser-Läufe) wieder im Pückler´schen Sinne hergestellt. Damit wurden die letzten Spuren von Kriegs- und vor allem Mauerzeiten beseitigt, während derer Babelsberg das Pech hatte, direkt an der Grenze nach „Westberlin“ gelegen zu sein.

Anmerkung 2017: derzeit findet im Schloss eine Sonderausstellung zum Thema Pückler statt. Nicht nur deshalb und wegen des zum Spazieren einladenden Parks ist Babelsberg unbedingt einen Besuch wert ! Alles weitere dazu hier:
https://www.spsg.de/aktuelles/ausstellung/pueckler-babelsberg/

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Fehrbellin – wie Preußen begann, bevor es existierte…

Fehrbellin…Fehrbellin…da war doch mal was ? Bei diesem Namen kriecht langsam eine Erinnerung an die Oberfläche des Bewusstseins. Aber, darf man heute noch über „Fehrbellin“ sprechen, die Fakten betrachten, wo doch alles „Militaristische“, alles „Militärische“ mitunter auch, heute aus guten Gründen so skeptisch betrachtet wird ? Schaun wir mal nach:

Es ist ja immer so eine Sache mit den „Schlachten“ und „Feldzügen“ vergangener Zeiten. Ich gestehe, manchmal frage ich mich auch, ob ich solche Anlässe eigentlich promoten will oder ob mich das Schicksal der Toten, die hier für fürstliche Gebietsansprüche o. ä. ihr Leben ließen, nicht vor Pietät schweigen lassen sollte. Hierzulande ist es ja nicht ganz ohne Grund, vorsichtig gesagt, „unüblich“ geworden, in Kriegen und Gefechten heute noch „Heldentaten“ zu sehen. Ich finde das nicht wirklich falsch sondern neige auch eher dazu, diese Tendenz zu stützen.

Dennoch kann ich mich als „Regionalpatriot“ (bitte nicht an diesem Begriff festkleben, liebe Leserinnen und Leser, ich schreibe dies durchaus mit einer großen Portion Selbstironie) manchmal nicht den blanken Fakten entziehen. 1675 erlitt die Schwedische Armee, die zu den besten ihrer Zeit gehörte, eine empfindliche Niederlage, als sie versuchte, im Auftrage Frankreichs Brandenburg zu verwüsten und zu brandschatzen. Wollen Sie wirklich die genauen Details dazu wissen ? Ich mache es kurz: Frankreich war in der damaligen Zeit dabei, Eroberungen zu machen. Die „Rheingrenze“ wollte man, wollte der „Sonnenkönig“ erobern. Die Niederlande und Deutschland von der Pfalz bis in den Rhein-Main-Raum hinein wurden von französischen Truppen verheert und es wurde reichlich „verbrannte Erde“ hinterlassen. Erst kürzlich nannte mir ein FB-Freund in diesem Zusammenhang den Namen „Melac“, der bis heute wohl in Südwestdeutschland so eine Art Schimpfwort ist. Nicht ganz grundlos, wie Sie sich vorstellen können ! Befragen Sie die Suchmaschine Ihrer Wahl doch mal zu diesem Namen, wenn Sie mögen ! 🙂 Zurück nach Brandenburg:

Das Deutsche Reich stellte 1674 also Truppen zur Abwehr einer französischen Aggression, welche in diesem Falle zunächst einmal gegen die Niederlande gerichtet war. Der „Große Kurfürst“ Friedrich-Wilhelm von Brandenburg war mit allem, was er so kurzfristig mobilisieren konnte, mit dabei. Sogar persönlich und vor Ort im Westen ! Im Elsass. Frankreich aktivierte daraufhin mit ordentlichen Mengen von „Louis d´ors“ seinen Verbündeten Schweden, um Brandenburg aus der Koalition der „Eifrigen“ herauszubrechen. Brechen die Schweden in Brandenburg ein, können Friedrich-Wilhelm und seine Soldaten nicht mehr gegen Frankreich kämpfen. So simpel ging Politik damals. Heute vielleicht auch noch, man muss es nur wollen, aber auch das ist eine ganz andre Geschichte.

Georg von Derfflinger

Nachdem die Schweden, in Abwesenheit der Armee des „Großen Kurfürsten“, wie das Messer durch die Butter in die Brandenburger Lande fuhren und dabei Richtung Havelland vorrückten, um Magdeburg angreifen zu können, bekamen sie spät, aber überhaupt Widerstand entgegengebracht. Der Dreißigjährige Krieg lag eben erst eine Generation zurück und das Volk vergaß nicht so schnell, wie die Soldateska damals gewütet hatte. Auch die schwedische. Aber mit aufgepflanzten Mistgabeln kann man einer gut gedrillten und von erfahren Offizieren angeführten Truppe wie den Schweden nicht lange widerstehen. Brandenburg an der Havel, Havelberg, Rathenow, fielen in die Hände der Truppen des schwedischen Generalleutnants Wolmar von Wrangel. Die Brandenburger mussten also auf die Ankunft Friedrich-Wilhelms und seiner Truppen warten. Die „Havellinie“ gehörte zunächst den Skandinaviern. Und diese gedachten, es sich hier ein wenig gemütlich zu machen. Nicht wissend, dass brandenburgische Truppen in Eilmärschen aus dem Südwesten heranrückten.

Die Pläne von Wrangels begannen, sich aufzulösen, als es am 15. Juni 1675 Brandenburger Einheiten gelang, Rathenow zurückzuerobern. Viele Anekdoten ranken sich um dieses Ereignis. So sollen angeblich die Bürger vorgewarnt gewesen sein und präventiv schon einmal ein paar schwedische Wachen mit Bier „abgefüllt“ haben. Ebenso hält sich bis heute in der Stadt die Legende, dass die ersten Brandenburger mit dem Kahn angelandet seien, um am „Wassertor“, einer Pforte in der Stadtmauer zur Havel hin, einzudringen. Außerdem will die Legende nicht verstummen, dass der Brandenburgische Feldmarschall Derfflinger, der während des Dreißigjährigen Krieges in schwedischem Dienst gestanden hatte, persönlich am „Haveltor“ aufgetaucht sein soll, um die dortigen Wachen in ihrer Muttersprache dazu zu bewegen, das Stadttor zu öffnen.

Wie auch immer: die Havellinie war damit durchbrochen. Wrangels Hauptkontingente, die schon auf dem Weg nach Rathenow waren, machten kehrt, um ihre Versorgungslinien zu sichern. Drei Tage nach dem Fall Rathenows kam es bei Hakenberg, südöstlich von Fehrbellin, zu einem heftigen Gefecht mit den vorrückenden Brandenburgern. Um es kurz zu machen: Die Schweden verloren. Zum zweiten Male innerhalb von drei Tagen. Außerdem war ihnen nicht klar, mit wievielen Truppen der Große Kurfürst überhaupt schon im Lande stand. Dass fast die gesamte Infanterie Brandenburgs ein- bis zwei Tagesmärsche zurücklag, dass also Friedrich-Wilhelm und Derfflinger nur ihre Kavallerie und wenige Stücke Kanonen „vor Ort“ hatten, war den Schweden nicht bewusst. Dennoch waren die „Ergebnisse“ von 1675 so etwas wie die Meldung, dass Liechtenstein Brasilien im Fußball besiegt hätte. So hohe Favoriten waren die Schweden für Zeitgenossen noch gewesen.

In den nächsten drei Jahren jagten die Brandenburger die Schweden bis nach Stralsund vor sich her und beendeten de facto deren Vorherrschaft über Vorpommern. So lange bis Frankreich Friedensbereitschaft signalisierte und die „Großen“ Europas im Frieden von St. Germain 1679 den Kurfürsten um das Brandenburg seit 1638 zustehende „Restpommern“ inkl. der wichtigen Odermündung und Stettins brachte. Es heißt, der zu Gefühlsausbrüchen neigende Friedrich-Wilhelm habe, als er sich gezwungen sah, diesen Vertrag anzuerkennen, einen Wutausbruch erlitten, der sich gewaschen hatte.

Fazit: die „Schlacht bei Fehrbellin“ hatte Langzeitwirkungen, die sich in jedem Falle als wichtig erweisen sollten, auch wenn der „Brandenburgisch-Schwedische-Krieg“ zwar mit dem militärischen Sieg Brandenburgs, aber auch ebenso mit dessen diplomatischer Niederlage endete. Immerhin hatte Brandenburg endgültig gezeigt, dass es von einem Objekt europäischer Machtpolitik, das es noch im Dreißigjährigen Krieg gewesen war, wieder zu einem eigenständig handelnden Subjekt heranwuchs. Mit einem zuverlässigen Militär, welches ganz und gar dem Kurfürsten unterstand, konnte für die Verteidigung des Landes wieder ausreichend gesorgt werden. Und die Havelländer, die den Schweden hinhaltenden Widerstand entgegengesetzt hatten, waren vielleicht die ersten wirklichen „Preußen“, da sie auf den Mann unter dem Kurhut setzen mussten, um von den um keine Plünderung verlegenen Schweden befreit zu werden. Zwar setzte sich erst der Sohn des „Großen Kurfürsten“ die Krone auf und begann damit, alle seine Ländereien „Preußen“ nennen zu lassen, aber: keine Geschichte ohne Vorlauf.

Rathenow und Fehrbellin also. In Rathenow steht seit 1738 ein Standbild des Großen Kurfürsten (erstes Bild im Beitrag). In Fehrbellin befindet sich seit 1902 eine Bronzekopie des Standbildes aus der Werkstatt von Fritz Schaper, dessen Original sich einst in der Siegesallee befand und heute in der Zitadelle Spandau besichtigt werden kann. Man hatte also diesen Teil der Geschichte nicht vergessen. Auch der Schriftsteller Heinrich von Kleist hatte die Schlacht von Fehrbellin in seinen „Prinzen von Homburg“ eingebaut, da der gleichnamige Kavallerist tatsächlich daran teilgenommen hatte. Die genauen Umstände und die Details, die Kleist schildert, dürfen jedoch nicht so 100 prozentig auf die Goldwaage gelegt werden. So war der namensgebende Prinz Friedrich von Hessen-Homburg etwa kein schwärmerisch Verliebter, sondern ein glücklich verheirateter Mann. usw.
Interessant aber, dass unsere Zeiten den letzten Satz dieses Dramas nicht mehr anerkennen wollen und oftmals weglassen. Eine TV-Verfilmung des „Prinzen von Homburg“ von vor einigen Jahren jedenfalls ließ diese Worte aus, weshalb ich sie, völlig „politisch unkorrekt“ wie ich manchmal bin, hier an den Schluss dieser Ausführungen stellen möchte:
„In Staub mit allen Feinden Brandenburgs !“

Bildmaterial:

Quellen:

  • Joachim Fernau, „sprechen wir über Preußen“, Ullstein Verlag, 5. Auflage 1994
  • Hannsjoachim W. Koch, „Geschichte Preußens“, Paul-List-Verlag, 1980
  • wikipedia

„Gärten der Welt“ – IGA 2017 in Marzahn

Ich erwähne es in vielen Beiträgen hier im Blog: Berlins ist grün. Hat Natur zu bieten. Sogar zwischen Betonburgen und vielgenutzten Ausfallstraßen. Nirgendwo wird dies deutlicher als im „Erholungspark“ in Marzahn. Hier wurde eine einst recht öde Landschaft in „Gärten der Welt“ verwandelt, die in diesem Jahr die „Internationale Gartenausstellung“ (IGA 2017) beherbergen. 

Marzahn. Betonwüste, öder Plattenbau, Menschenmassen, einst von der DDR hier zusammengepfercht. Kaum ein negatives Klischee, das einem nicht sofort einfiele bei diesem Namen. Die Realität sieht glücklicherweise mittlerweile anders aus. Die alten Plattenbauten sind saniert und auch äußerlich „bunt“ geworden, moderne Neubauten ergänzen den DDR-Beton, Einkaufszentren schaffen Infrastruktur.

Japanischer Garten

Schon 1991 wurde eine zwischen den Hochhäusern angelegte Gartenschau zum „Erholungspark Marzahn“ erweitert. Mittlerweile ist die Anlage auf etwas über 100 ha erweitert worden. Im Oktober 2000 wurde hier mit dem „Chinesischen Garten“ der erste Themengarten eröffnet und seitdem das Konzept der „Gärten der Welt“ verwirklicht. Diverse, mit Pflanzen, Gebäuden und Anlagen im „typischen“ Stile einer bestimmten Region gestaltete Gärten sind inzwischen dazugekommen.

Jetzt, 2017, wird hier die „Internationale Gartenschau“ abgehalten. Künstlerisch gestaltete Anlagen sollen den Besucher zum Verweilen, zur Reflexion und Besinnung anregen. In der Blumenhalle wird eine Themenausstellung zum gleichzeitig stattfindenden Lutherjahr gezeigt. Und zwei spektakuläre Veränderungen wurden auf dem Gelände unter dem „Kienberg“ noch vorgenommen:

  1. „Wolkenhain“

    auf der über 100 m über NHN gelegenen Anhöhe wurde ein weiterer Aussichtspunkt geschaffen. Der sog. „Wolkenhain“, eine luftige, weißgestrichene Stahlkonstruktion, die „singt“, wenn sie in Vibration gerät, bietet einen spektakulären Blick auf die Landschaft um den Kienberg herum. Bei klarem Wetter kann man bis tief nach Brandenburg hineinsehen. Auch der Fernsehturm am Alexanderplatz ist so deutlich erkennbar. Ich gestehe, mich faszinierte der Blick über Hochhäuser, Bahnhöfe und Grünanlagen. Ganze Strukturen der Stadtentwicklung können so erkannt werden.

  2. die moderne Seilbahn. Sie wurde von einer Südtiroler Firma hier installiert und wird von dieser auch derzeit noch betrieben. Über 1,5 km hinweg überspannt sie das Gelände des Erholungsparks zwischen Blumberger Damm und Kienbergpark. Eine Fahrt dauert etwa 5 Minuten und führt auf den Kienberg hinauf, wo eine Zwischenstation das Ein- und Aussteigen zulässt. Sogar ich als Mensch mit Tendenz zur Höhenangst habe die relativ sanfte Fahrt genossen. Der Ausblick über den Park ist spektakulär und die Fahrt mit der Bahn ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Außerdem wurden ein Amphitheater zur IGA gebaut, eine „Tälchenbrücke“, die zusätzlich mit einer recht interessanten Klanginstallation versehen ist und eine sog. „Naturbob-Bahn“, die ebenfalls vom Kienberg aus vor allem Kinder erfreut, eingerichtet.

Kurz gesagt: ein Besuch lohnt in jedem Falle. Nicht alle interessanten Parks und Sehenswürdigkeiten finden sich nur zwischen Zoo und Alexanderplatz in der Berliner Stadtmitte. Meine persönliche These, dass sich die meisten schönen Ecken und viele Besonderheiten Berlins eher in den Außenbezirken finden lassen, wurde hier wieder vollends bestätigt.

Adresse:

„Gärten der Welt“
Eisenacher Straße 99
12685 Berlin
https://gruen-berlin.de/gaerten-der-welt/besucherinformation

Anfahrt:

Wie immer am Besten mit den „Öffentlichen“.

  • Bus 195 ab S-Bahnhof „Marzahn“ bis „Gärten der Welt“.
  • Shuttles fahren während der IGA (noch bis Oktober 2017) vom offiziellen „IGA-Parkplatz“ (Berliner Str. Ecke Louis-Lewin-Straße) zum Gelände. Fahrzeit etwa 15 Minuten.
  • U-Bahnlinie U5 bis Bahnhof „Kienberg – Gärten der Welt“ der Rest ist in wenigen Minuten zu Fuß erledigt.

Öffnungszeiten:

Während der IGA 2017 (bis 15. Oktober 2017):

09.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Erbe der unzufriedenen Königin – Charlottenburg

Eine der wichtigsten Touristenattraktionen nicht nur des „alten Westberlins“ verdankt die Stadt einer zutiefst unzufriedenen, suchenden und vergnügungssüchtigen Fürstin. Sophie-Charlotte von Braunschweig-Lüneburg („Hannover“ kam erst nach ihrer Geburt dazu) hatte große Pläne. Und scheiterte an der Realität. Dennoch hinterließ sie uns den Nukleus einer Touristenattraktion. Gott sei Dank ! 🙂

Selbst weniger wohlwollende Beschreibungen Sophie-Charlottes sprechen ihr immerhin ihren großen Bildungshunger zu, der selbst den Philosophen Leibniz einst an ihren Musenhof in „Lietzow“ lockte. Die Gründung der Berliner „Akademie der Wissenschaften“ ist dankenswerterweise auf diese Bekanntschaft zurückzuführen. Ein geistiges Vermächtnis, das Sophie-Charlotte leider nicht an ihren komplett verzogenen Sohn, den späteren „Soldatenkönig“ Friedrich – Wilhelm, weiterzugeben im Stande war. Nicht das einzige Versagen dieser oft zu Unrecht hochgelobten Fürstin.

Schon ihre Zwangs-Vermählung mit dem Kurprinzen Friedrich von Brandenburg im Jahre 1684 in Herrenhausen bei Hannover ist letztlich eine Niederlage. Zwar hatten Prinzessinnen diverser Herrscherhäuser Deutschlands weder im 17. noch in folgenden Jahrhunderten allzuviel bei ihren arrangierten Ehen mitzureden, doch „träumen“ durften sie allemal. Vor allem, wenn sie aus einem Hause stammten, das die Anwartschaft auf den Englischen Thron erhalten würde und das kurz davor stand, einen neunten Kurhut vom Kaiser verliehen zu bekommen.

Aus diesem und anderen Gründen hielt sich Sophie-Charlotte immer für „zu gut“ für Brandenburg/Preußen, für zu „modern“ und „fortschrittlich“ für das kleine, kaum den massiven Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges entwachsenen Kurfürstentum Brandenburg. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit fuhr sie deshalb „heim zu Mutti“ nach Hannover. Sie hatte nämlich einst die Chance gehabt, einen Bourbonen – Prinzen, einen Verwandten des Königs von Frankreich zu heiraten. Aber diese Chance zerschlug sich. Die Tochter eines Bischofs von Osnabrück und Fürsten von Hannover war wohl den Bourbonen nicht „gut genug“. Und katholisch war sie auch nicht.

Friedrich I. , König in Preußen

Diese Enttäuschung trug sie scheinbar ihr Leben lang mit sich. Brachte sie mit nach Brandenburg und ließ ihr, aus Wut darüber, den „schiefen Fritz“ mit dem Buckel, den Sohn des „Großen Kurfürsten“ heiraten zu müssen, freien Lauf. Ihr Ekel vor dem entstellten Mann mit dem schwierigen Charakter, mit dem sie verheiratet worden war, konnte kaum als Geheimnis gelten. Völlig die Tatsache ignorierend, dass die Hohenzollern, denen sie sich so turmhoch überlegen fühlte, bei allem, was deren Länder vielleicht noch zu Wünschen übrig ließen, in ihren Ahnenreihen royales Blut u. a. von Dänemark hatten und die Mutter ihres Mannes immerhin eine Prinzessin aus dem Hause Nassau-Oranien war, was im 17. Jahrhundert etwas bedeutete. Auch die Tatsache, dass ihr Vater erst 8 Jahre nach ihrer Hochzeit eine Kurwürde erhalten würde, während die Hohenzollern diese seit 1417 besaßen und vererbten, beeindruckte Sophie Charlotte offenbar nicht.

So ließ sich Sophie Charlotte, sobald sie ihrer „Pflicht“ nachgekommen war und dem späteren König Friedrich I. einen Thronfolger und einen Ersatzmann geboren hatte, in Lietzow ihr eigenes Schloss errichten. Weit weg vom Berliner Hof. Dort konnte sie weitgehend von ihrem Mann unbehelligt ihren eigenen „Musenhof“ führen, philosophieren, mit Leibniz im barocken Park spazierengehen oder im Schlosse musizieren. Friedrich der Große  fand diese ihm unbekannte Oma übrigens großartig. Ob das ein Prädikat ist oder nicht, überlasse ich Ihrem Urteil, liebe Leser.

Das Schloss, das schon sehr bald den Spitznamen „Charlottenburg“ erhielt und das dem es umgebenden Kiez Lietzow schließlich den Namen aufprägte, wurde auch nach dem Tode Sophie Charlottes 1705 mehrfach erweitert und umgebaut. Diverse exzentrische und interessante Charaktere der Hauses Hohenzollern werden sich später hier die Klinke in die Hand geben. Der „alte Fritz“, der „dicke Lüderjahn“ Friedrich-Wilhelm II. und die „Madonna der Preußen“, Königin Luise. Bis heute lebt der Bau, der im Zweiten Weltkrieg so schwere Zerstörungen erlebte, dass der Senat von Berlin ihn am liebsten abgerissen hätte, von dieser Hinterlassenschaft. Der zugehörige Park, in dem man bei schönem Wetter auch so gut spazierengehen kann, tut sein Übriges dazu.

(Artikel: „Mausoleum Charlottenburg“ hier.)

Ein Besuch von Schloss Charlottenburg gehört deshalb zum „Standardprogramm“ für Berlin – Besucher und ich empfehle ihn ebenfalls. 🙂

Adresse:

  • Schloss Charlottenburg
    Spandauer Damm 10-22
    14059 Berlin

Anfahrt:

  • mit der Buslinie „M 45“ bis „Klausenerplatz“, „Schloss Charlottenburg“ (nur in Richtung „Zoologischer Garten“) oder „Luisenplatz“

Eintritt:

  • 12 €, ermässigt 9 €,

Öffnungszeiten:

  • Montags geschlossen !
  • Dienstag – Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr,
  • von November-März,
    10.00 – 17.00 Uhr
  • Besichtigung mit Führung oder Audioguide
  • Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließzeit

Bildmaterial:

Quellen:

Potsdams Holländerviertel – steinerne Verbundenheit

Das sog. „Holländerviertel“ in Potsdam steht symbolisch für die Verbundenheit Brandenburgs mit den Niederlanden. Steinerne Zeugnisse von dem, was man im 18. Jahrhundert unter „Willkommenskultur“ verstand. Denn das Land brauchte immer neue Bürger….

Liebe Freunde der Stadtspaziergänge, ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie anlässlich eines Besuches der damaligen, holländischen Königin Beatrix einige sie begleitende Holländer, Medienvertreter und auch hier lebende Niederländer ein wenig über das ihr in Potsdam stolz präsentierte „Holländerviertel“ spöttelten. „Ja, ja, so stellt ihr Deutschen euch die Niederlande vor. Aber echte Grachtenkinder können diese Architektur natürlich nicht ernst nehmen.“ So oder so ähnlich krittelte man damals vernehmlich herum.

Dabei ist dieser Spott eigentlich durch und durch ungerecht. Denn, was ich damals noch nicht wusste, ist, dass der Mann, der die 134 Häuschen dieses Quartiers entwarf, ein echter Holländer war. Ein Exilholländer zumindest, der aber in Amsterdam geboren wurde. Jan Bouman, später genannt „der Ältere“, weil es dann noch einen weiteren Bouman als Stadtbildner gab. Wenn also jemand weiß, wie ein „Holländerhäuschen“ auszusehen hat…

„Soldatenkönig“ Friedrich-Wilhelm

Die Geschichte des Holländerviertels beginnt mit der zweiten Stadterweiterung Potsdams. An diesem Orte sollte dem „Sumpf“ (dem notorisch schlechten Baugrund Potsdams, deshalb das benachbarte „Bassin“ als Entwässerung) ein Modellkiez abgerungen werden. Dieser Kiez war für potentielle Zuwanderer aus den Niederlanden gedacht und damit diese sich nicht sofort „fremd“ fühlten, sollten ihre Domizile eben vertraut aussehen. Da war der „Soldatenkönig“ ganz Pedant. Und eben auch ein Holland-Enthusiast wie einst sein Großvater, der „Große Kurfürst“ Friedrich-Wilhelm. Über seine Großmutter, die Kurfürstin Louise-Henriette, war der Soldatenkönig übrigens direkt mit dem Herrscherhaus Hollands, den „Oraniern“ verwandt.

Los gings mit diesem Bau-Projekt im Jahre 1732. Manche Quellen wollen sogar wissen, dass Jan Bouman extra für dieses Projekt nach Preußen kam. 1742 war das „Lockangebot“ für niederländische Handwerker dann fertiggestellt. Da lebte dessen Initiator, der schon erwähnte „Soldatenkönig“ bereits nicht mehr, aber auch sein Sohn, der noch „junge Fritz“, ließ einfach konsequent zu Ende bauen. Ob wir wohl heute Holländer bräuchten, um den BER zu Ende gebaut zu bekommen ? 🙂

Wussten Sie, dass….

  • im Potsdamer Holländerviertel im Spätsommer 2015 Szenen für die US-TV-Serie „Homeland“ gedreht wurden, die „Amsterdam“ darstellen sollten ? Da die Produktionsfirma zu dieser Zeit gerade die fünfte Staffel in Berlin drehte und für zwei Situationen „Holland“ benötigte, drehte man einfach im nahegelegenen Potsdam. Das sparte Reisekosten. 🙂
  • Jan Boumans vielleicht am meisten „betretenes“ Bauwerk in Berlin das ehemalige „Prinz-Heinrich-Palais“ Unter den Linden ist? Heute ist es das Zentralgebäude der Humboldt-Universität.
  • es im Holländerviertel ein „Jan – Bouman – Haus“ gibt, das eine Art Museum für die Art der Wohnkultur in den Holländerhäuschen ist ? Dort hat der „Förderverein für die niederländische Kultur in Potsdam“ seinen Sitz. Dieser veranstaltet übrigens im Winter ein „Sinter-Klaas-Fest“ und im Frühling ein „Tulpenfest“ im Holländerviertel.
  • es sich beim Holländerviertel laut „wikipedia“ um das größte „zusammenstehende Bauensemble und Kulturdenkmal holländischen Stils außerhalb der Niederlande in Europa“ handeln soll ?
  • im 18. Jahrhundert nicht annähernd soviele Holländer nach Potsdam kamen, wie vom Soldatenkönig einst gewünscht ? Es sollen anfangs in etwa nur zwei Dutzend Familien gewesen sein. Deshalb wurden die Häuser bald „freigegeben“ für mehr oder minder verdiente Bürger Potsdams und für Grenadiere des Garderegiments mit Familie.
  • im Jahre 1906 der „Hauptmann von Köpenick“, Wilhelm Voigt, hier im Quartier, in der Mittelstraße 3 beim Altwarenhändler Berthold Remlinger, seine gebrauchte Uniform kaufte ?

Zu DDR-Zeiten verkam das Viertel ein wenig. Die Ressourcen für dringend benötigte Reparaturen waren einfach nicht vorhanden. Deshalb kam in den Siebzigern hier eine Hausbesetzerszene auf, die z. T. zähneknirschend von den Potsdamer Behörden geduldet wurde, weil diese wussten, dass es besser war, wenn die baufälligen Gemäuer bewohnt wurden, als wenn sie weiter verfielen. In den 90er Jahren wurden die Gebäude grundlegend restauriert. Heute kann man von einem durchgehend guten Bauzustand der Gebäude sprechen. Wohnraum und Gewerbe finden sich hier in direkter Nachbarschaft.

Bildmaterial:

Quellen:

  • „Potsdamer Geschichten“, Gisela Heller, Edition Arani, 1993,
  • wikipedia

Ausflugstip: der „Tierpark Friedrichsfelde“

Kein Geheimtip. Ganz sicher nicht ! Dennoch immer wieder schön, vor allem, wenn die Sonne scheint und das Wetter zum Spazierengehen einlädt. Ein Park, familienfreundlich und „wilde Tiere“ gibts auch noch als Draufgabe. Was doch die Zeit und viele, engagierte Hände über die Jahrhunderte hinweg aus dem alten „Gut Rosenfelde“ gemacht haben ! Eine ganz persönliche Empfehlung ! 🙂

Ihnen kann ich es ja eingestehen, liebe Leserinnen und Leser: manchmal bin ich ganz froh, mir letzte Reste meines kindlichen Gemüts bewahrt zu haben. So ist ein Besuch bei den „wilden Tieren“ für mich bis heute ein Vergnügen geblieben.

Nur ein preiswertes ist es nicht mehr unbedingt. Die Eintrittspreise, speziell der beiden Berliner Tierparks, sind schon mal knackig. Finde ich jedenfalls. Da muss man tatsächlich einen ganzen Tag drinbleiben, um „etwas fürs Geld“ zu erhalten. Das klappt aber super, denn der „Zoologische Garten“ gehört zu den artenreichsten Tierparks in Deutschland, so dass es sehr viel zu sehen gibt und der „Tierpark Friedrichsfelde“ ist so wunderbar weitläufig, da hat man viel zum „Ablaufen“ und Spazierengehen.

Fangen wir mal an: Also, einst war der heutige Tierpark ein Landgut und hieß „Rosenfelde“. Kurze Zeit gehörte dieses sogar einem echten Piraten ! Und zwar dem Holländer Benjamin Raule, dem „Freibeuter des Kurfürsten“. Dieser ließ dort ein Landhaus errichten, dessen umgebauten „Nachfahren“ wir heute als „Schloss Friedrichsfelde“ kennen. Der Pirat geriet später in Ungnade, diverse Besitzer danach kam die Immobilie ins Eigentum der Familie von Tresckow. Diese verkaufte schrittweise Teile des Besitzes, der einst sogar noch viel größer war, als der Tierpark. Der Ortsteil Karlshorst liegt beispielsweise z. T. auf ehemaligem Tresckow-Besitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die „ausbeuterischen Junker“ dann enteignet. Die Immobilie verfiel, bis man auf die Idee kam, hier einen Tierpark errichten zu können. Eine typische „Kalter Kriegs-„Idee im geteilten Berlin. Die Humboldt-Uni lag im Osten, schwupps gründete man in Westberlin die „Freie Universität“. Der Zoo lag im Westen, zack musste ein „Tierpark“ auch in Ostberlin her.

Prof. Dathe mit einem Katzenbären

Mit dem gesamten Projekt untrennbar verbunden ist natürlich der Name des Zoologen Prof. Heinrich Dathe, der sich mit dem Tierpark seinen ganz persönlichen Wunschtraum erfüllen konnte. Hier hatte er sein „Reich der Tiere“, in dem nur er der Herr war. Nach der Wiedervereinigung wurde er dann jedoch, nicht zuletzt aus Altersgründen, beiseitegeschoben. Er war auch immerhin schon 80. Die beiden Tierparks Berlins wurden in der Folge organisatorisch erstmalig zusammengelegt, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Was gibt es sonst über den Tierpark zu sagen ? Versuchen wirs mit ein paar „Wussten-Sies“ ! Also, wussten Sie, dass…

  • der Tierpark Friedrichsfelde einen „eigenen“ U-Bahnhof auf der Linie U5 hat, über den man seinen südlichen Haupteingang erreicht ?
  • derzeit im Tierpark Umbauten für einen Neubau des Löwenhauses geplant sind und deshalb sämtliche Löwen auf andere Tierparks „umgesiedelt“ wurden ?
  • man Schwarzbären bewundern kann, ohne den Tierpark überhaupt zu betreten ? Ein „Bärenschaufenster“ ist so angelegt, dass diese Bärenart uns hier direkt VOR dem Haupteingang vergnügt.
  • im Schloss Friedrichsfelde tatsächlich einst ein Regierender Reichsfürst inhaftiert wurde ? Von Juli 1814 bis Februar 1815 war der König Friedrich August I. von Sachsen auf dem Schloss als Gefangener, weil er wegen seiner Napoleon-Treue verurteilt worden war.
  • der Tierpark mit einem Superlativ wirbt ? Es wird behauptet, er sei mit 160 ha Fläche der „größte Landschaftstierpark Europas“. Nun, ich habe nicht nachgemessen, aber immerhin ist er weitläufig genug.
  • im Tierpark Berlin auch Volksläufe stattfinden ? Auf unterschiedlich langen Strecken kann man dann einmal im Jahr beim sog. „Volvo – Tierpark -Lauf“ durchs Gelände joggen. Was wohl die Tiere davon halten ?
  • für die Gestaltung der Eisbären-Frei-Anlage angeblich auch Trümmer der ehemaligen Reichsbank-Zentrale aus Berlin-Mitte verwendet wurden ?
  •  die Erbbegräbnisstätte der Familie von Tresckow sich auch noch immer auf dem Gelände befindet ? Nur ist sie, aus Gründen der Pietät wie ich hoffe, dem Besucher nicht zugänglich.
  • jährlich mehr als eine Million Besucher den Tierpark in Augenschein nehmen ? Letzte veröffentlichte Zahl von 2015: 1,2 Mio. !
  • es derzeit noch mehr als 750 Arten im Tierpark Friedrichsfelde zu sehen gibt ? Sobald alle Umbauten und Modernisierungen abgeschlossen sein werden, ist davon auszugehen, dass die Zahl sogar wieder steigt !

Habe ich Sie auf einen Besuch im „Tierpark Friedrichsfelde“ neugierig machen können ? Dann treffen wir uns vielleicht irgendwann einmal dort. 🙂

Adresse:

Am Tierpark 125
10319 Berlin

Anfahrt:

Über U5, bis U-Bahnhof „Tierpark“.
Tram: M17, 27 und 37,
Bus: 296, 396

Öffnungszeiten:

Durchgehend von 09.00 Uhr – 16.30 Uhr,
im Sommer bis 18.00 Uhr, teils bis 18.30 Uhr

Internetadresse:

http://www.tierpark-berlin.de/de

Karte:

Auflugstip: das archäologische Landesmuseum Brandenburg

Liebe Leser, ich gestehe es Ihnen gerne: ich mag es, wenn Museen oder sonstige Veranstaltungsorte einen hübschen Rahmen haben. Und es gibt wohl keinen hübscheren Rahmen als das Paulikloster in Brandenburg an der Havel, um auf einen Museumsbesuch einzustimmen. 

„130.000 Jahre Kulturgeschichte“ will uns das archäologische Landesmuseum Brandenburg präsentieren. Wann immer irgendetwas „ausgegraben“ wird im Lande, sei es bei Bauarbeiten oder sonstigen Erdbewegungen, will das Museum uns klarmachen, was dort gefunden wurde und wie das in die Geschichte der Region eingeordnet werden kann. Ich gestehe, das klingt beim ersten Hinhören sicher nicht sehr spannend. Man muss sicher ein echter „Geschichts-Freak“ wie ich sein, um das zu würdigen.

Aber weit gefehlt. Diverse museumspädagogische Dienste in der Region Berlin-Brandenburg machen es immer wieder deutlich: unsere Geschichte war, ist und bleibt spannend. Man muss nur einen Bezug zur Gegenwart herstellen können und/oder spannende Geschichten von früher zu erzählen wissen ! 🙂 Sie dürfen dreimal raten, worauf ich mich spezialisiere. Aber zurück ins Museum: alleine der Standort ist schon faszinierend.

Das ehemalige Kloster St. Pauli in Brandenburg an der Havel gibt den denkbar interessantesten Rahmen für einen Ort der Kultur ab. Wer hier heute vorüberschlendert, wird wohl kaum daran denken, dass hier am Rande der von ihnen selbst geplanten „Neustadt“ Brandenburgs, einst die Markgrafen aus dem Haus Askanien wohnten (ab 1196). Später schenkten sie das Gelände dem Dominikanerorden (1286). Keine Hundert Jahre später war das Kloster mitsamt Kirche fertig. Das ist sicher schneller, als der Flughafen BER…

Wie auch immer, die Spuren der Zeit gingen auch am Kloster nicht vorbei. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, verkamen die Ruinen in der DDR weiter. 1958 stürzten ganze Pfeiler ein. 2002 wurde dann der komplette Wiederaufbau beschlossen, bis Ende 2007 war dieser vollendet und seit 24. September 2008 findet sich hier das Museum wieder.

Gehen wir mal hinein. In der Dauerausstellung wird zwischen prähistorischer Zeit, Slawenzeit, Mittelalter und Neuzeit unterschieden. Sind es in den frühen Epochen noch Knochen und Steinwerkzeuge, die uns überliefert sind, so kommen später Haushaltsgeräte und Münzen hinzu. Interessant ist dabei, dass sich aus der Slawenzeit Münzen aus der weiteren Umgebung, also auch „sächsische Pfennige“ fanden, was darauf hinweist, dass durch Brandenburg tatsächlich seit dem Frühmittelalter überregionale Handelsrouten verliefen. Wie sich diese wohl entwickelt haben ? Oder wie interpretieren wir den Mädchenschädel aus dem 5. Jahrhundert, der offensichtlich den Hunnen zugeordnet werden kann und damit ein Zeichen der Völkerwanderung ist ? Fragen über Fragen.

Wer also Interesse daran hat, diesen kleinen Rätseln der Regionalgeschichte auf den Grund zu gehen, ist hier sicher an der richtigen Stelle. Viel Spaß beim Besuch !

Adresse:

Archäologisches Landesmuseum Brandenburg
Paulikloster
Neustädtische Heidestraße 28

14776 Brandenburg  an der Havel

Telefon: +49 (0)3381 – 41 0 41 12
Telefax: +49 (0)3381 – 41 0 41 19

Öffnungszeiten:

Dienstag – Sonntag: 10.00 – 17.00 Uhr

Eintrittspreise:

5 €, ermäßigt 3,50 €

Bilder:

  • von mir, 2010