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Haus der Tragödien: das ehemalige Reichsluftfahrtministerium

Es gibt kaum ein Haus in ganz Deutschland, welches so viele Geschichten, meist Tragödien oder bizarre Satyrspiele, gesehen hat, wie das heutige „Detlev-Rohwedder-Haus“ in der Berliner Friedrichstadt. Große und kleine Dramen umwehen das Gebäude wie die Abgase der vorbeifahrenden Kraftfahrzeuge. Ein Ort der Geschichte, wie es keinen zweiten gibt. Schauen wir mal ein bischen „hinter die Fassade“…

Es sei gleich für Sie vorweggenommen, liebe Leserinnen und Leser: das ehemalige „Reichsluftfahrtministerium“ an der Berliner Wilhelmstraße ist ein Haus, von dem man so viele Geschichten erzählen könnte, dass sie nicht alle in diesen kurzen Blogartikel hineinpassen werden. Ich erhebe deshalb keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, was die „timeline“ dieses Gebäudes angeht. Dennoch können wir rote Fäden ziehen, die erstaunlicherweise Parallelen über Jahrzehnte hinweg aufweisen. Schaun wir mal…

Das Reichsluftfahrtministerium, welches sich Hitlers enger Mitstreiter Hermann Göring hier 1935/36 nach Plänen des Architekten Ernst Sagebiel erbauen ließ, gilt als der erste, größere Regierungsbau der NS-Zeit. An prominenter Stelle im „Regierungsviertel“ erbaut (Vorgängerbau war das ehemalige, preußische Kriegsministerium), sollte dieser Monumentalbau mit Muschelkalksteinfassade das Machtbewusstsein des NS-Regimes überdeutlich demonstrieren. In ca. 2.000 nutzbaren Büroräumen, die durch über 7 km Gänge miteinander verbunden waren, sollte die Aufrüstung der deutschen Luftwaffe geplant und umgesetzt werden. Damit gilt der Bau für seine Zeit als das größte Bürogebäude Berlins, vermutlich sogar ganz Deutschlands (meine Quellen sind sich darüber uneins…).

Erstaunlicherweise hatte Göring selbst im Gebäude keinen Arbeitsraum. Man vermutet, weil er es mit dem akribischen „Aktenwälzen“ ohnehin nicht so hatte. Das überließ er eher Leuten wie dem „Generalluftzeugmeister“ Ernst Udet, einem alten Kameraden aus dem Ersten Weltkrieg. Der aber, als er übersah, dass die Ressourcen Nazi-Deutschlands nicht ausreichen würden und der Krieg niemals mehr zu gewinnen war, Selbstmord verübte. Das war bereits im November 1941. Andere Quellen sagen, ihm wäre die Niederlage in der Luftschlacht um England angelastet worden. Wie auch immer: sein Sarg wurde im Reichsluftfahrtministerium, seinem Arbeitsplatz, präsentiert und ihm wurde ein Staatsbegräbnis zuteil.

Von seinem Büro im Hause betrieb Oberleutnant Harro Schulze-Boysen Spionage für die Sowjetunion. So gab er u. a. den Angriffszeitpunkt der Wehrmacht auf die Sowjetunion an sowjetische Agenten weiter, aber Stalin glaubte ihm noch nicht. Später jedoch wurde wieder Kontakt zu ihm gesucht und diverse vertrauliche Dokumente fanden so ihren Weg nach Moskau. Am 31. August 1942 wurde er hier im Hause verhaftet und später als Verräter in Plötzensee hingerichtet. Die Kreise der Widerständler, zu denen er Kontakt hatte, nannte und nennt man noch heute „Rote Kapelle“, da sie ausschließlich dem Stalin-Regime Informationen zukommen ließen.

Übrigens sollen sich hier im und am Gebäude am 01. Mai 1945 die letzten Einheiten der Waffen-SS in Berlin ergeben haben. Die wenigen, verbliebenen Angehörigen der 11. SS-Panzergrenadierdivision „Nordland“ darunter eine Handvoll Angehörige des Regiments „Charlemagne“, welches komplett aus Franzosen bestanden hatte, sollen laut einigen Quellen hier, in unmittelbarer Nähe zu Hitlers Reichskanzlei, die Kämpfe eingestellt haben. Dass andere Quellen besagen, vor allem die Franzosen hätten sich „in Luft aufgelöst“ und spurlos verkrümelt, sei hier nur am Rande erwähnt. Wir sehen dennoch: Die Tragödie des Krieges fand auch hier einen ihrer Abschlüsse.

Während des Zweiten Weltkrieges erlitt das gewaltige Gebäude, welches noch im Kriegsverlauf Schutzbunker, eine eigenständige Wasserversorgung und Notstromaggregate erhielt,  erstaunlich wenige Schäden. Luftbilder aus dem Nachkriegsberlin zeigen einige Fassadenschäden und Löcher im Dach, aber darüber hinaus war das nunmehrige „Ex-„Luftfahrministerium weitgehend benutzbar geblieben. Kein Wunder, dass hier zunächst die sowjetische Militäradministration SMAD und später diverse Ministerien und Staatsspitzen der DDR einzogen. Die Staatsgründung der DDR wurde sogar hier im großen Konferenzsaal am 07. Oktober 1949 gefeiert ! Die Tragödie der Diktaturen hatte nur die Farbe gewechselt, ging aber eigentlich nahtlos weiter. So wie auch das Relief an der Nordfassade des Gebäudes (von Arnold Waldschmidt 1937-41 gefertigt), welches martialische Soldatengestalten zeigte, ab 1950 (-1953) durch eine „heile, sozialistische Welt“ aus Meißner Porzellanfliesen ersetzt wurden, die bis heute dort ein Wandgemälde Arnold Lingners abbilden. Jedes Regime wollte sich hier scheinbar verewigen.

Am 17. Juni 1953 ging es hier aber hoch her, als das nunmehrige „Haus der Ministerien“ der DDR von wütenden Arbeitern bestürmt wurde. Der „Arbeiter- und Bauernstaat“ DDR hatte es in weniger als vier Jahren geschafft, schon mal die Arbeiter gegen sich aufzubringen. Durch Mangelwirtschaft und praktisch unerfüllbare Arbeitsnormen u. a. Augenzeugen wollen an diesem Tag gesehen haben, dass bis in den dritten Stock des Gebäudes hoch Fenster von den Demonstranten mit Steinwüfen „entglast“ wurden. Im Hause selbst ging den Sozialistischen Bürokraten zum ersten und bis 1989 auch zum letzten Male der Arsch auf Grundeis. Einige Mitarbeiter diverser Ministerien sollen bereits die Stürmung des Gebäudes gefürchtet und präventiv ihre Namensschilder von den Türen abgenommen haben. Wir wissen, wie es ausging: die T-34-Panzer der Roten Armee walzten den Unmut platt, der „brain-drain“ aus der DDR begann. Die Mauer sollte diesen stoppen. Deutsche Geschichte halt. Immerhin findet sich seit 2000 eine Foto-Installation, die an diesen 17. Juni 1953 gemahnt und aus der Werkstatt des Künstlers Wolfgang Rüppel stammt, vor der Nordfront des Gebäudes.

Von diesem Haus aus belog übrigens auch der SED-Chef Walther Ulbricht die Weltöffentlichkeit, als er drei Wochen vor Beginn des Mauerbaus 1961 auf einer Pressekonferenz aus dem Konferenzsaal dieses Gebäudes der Welt die bekannten Worte verkündete:

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.

Wir wissen, es kam anders. Der Mauerbau war lange geplant. Die „Abstimmung“ der DDR-Bürger „mit den Füßen“ schien anders nicht mehr zu stoppen.
Das „Haus der Ministerien“ (welches übrigens einen eigenen Friseur, einen „Konsum“ – Laden und sonstige Einrichtungen der Infrastruktur besaß) befand sich in unmittelbarer Nähe zur Berliner Mauer, so dass es nicht überraschend ist, dass der Ökonom Heinz Holzapfel am 25. Juli 1965 von hier aus eine Flucht „in den Westen“ startete. Mitsamt seiner Familie, die sich vor Schließung des Gebäudes in einer Toilette versteckt, schafft er es, über ein Stahlseil, das sie mit Hilfe einer Winde hinabfahren, auf die Westberliner Seite zu gelangen. Helfer auf der anderen Seite hatten das Seil fixiert. Das Drama wird besonders spannend, wenn man sich vor Augen führt, dass auf dem Dach des Gebäudes stationierte Wachsoldaten der Roten Armee die Abseilaktion zwar registrieren, sie aber für einen Infiltrationsversuch durch DDR-Agenten in Richtung Westberlin halten und achselzuckend weggucken.

1965 ereignet sich noch ein weiteres Drama. Der Vorsitzende der DDR Plankommission Erich Apel erschießt sich im Dezember in seinem Büro im Haus der Ministerien. Nur wenige Stunden vor der Unterschrift von Knebelverträgen für die DDR-Wirtschaft zu Gunsten der Sowjetunion. Als Vertreter einer größeren Unabhängigkeit der DDR-Industrie vom Ostblock und einer Orientierung von Exporten an Weltmarktpreisen sah er den Untergang der DDR voraus, wenn man auf unabsehbare Zeit speziell Produkte der Schwerindustrie wie Eisenbahnwaggons oder Stahlprodukte zu niedrigen Phantasiepreisen an die Sowjetunion liefern musste. Nur wenige Stunden vor Unterschrift der entsprechenden Verträge mit den Nachfolgern Chrustschows in Moskau, am 03. Dezember 1965, findet man die Leiche Apels hier in seinem Arbeitszimmer. Er hatte die heillose Verstrickung der DDR-Wirtschaft vollkommen erkannt und sah keine Hoffnung mehr für das System.

Die Wendezeiten 1989/90 überstand man hier relativ ruhig. Auch in den Büros der Ministerien hatte sich die Erkenntnis nicht mehr völlig verleugnen lassen, dass die DDR am Ende war. Dennoch trafen die ersten Entlassungen von Ministerial-Bürokraten auch hier viele wie ein Hammer vor die Stirn. Von 1990 – 1994 wurde das Gebäude dann von der „Treuhandanstalt“ genutzt. Einer Einrichtung, die die diversen Betriebe der DDR privatisieren sollte. Zu dieser Zeit kommt es wieder zu Demonstrationen von (oftmals bereits entlassenen) Arbeitern vor dem Haus. Die z. T. umstrittenen Privatisierungsmaßnahmen der Treuhand kosten sehr viele Arbeitsplätze. Arbeitslosigkeit ist ein Zustand, den ehemalige DDR-Bürger nur schwer verdauen können. Arbeitsplatzsicherheit war eines der Hilfsmittel, mit denen die DDR viele, relativ „unpolitische“ Bürger lange bei der Stange hielt (ich weiß, wovon ich schreibe, meine „DDR“-Verwandtschaft hat mir dankenswerterweise viele, viele Einblicke in die Innere Befindlichkeit des DDR-Bürgers vermittelt, nochmal Danke dafür, ihr Lieben !). Diesmal wurden aber keine Steine geworfen, nur das Haus mit Trauermelodien beschallt.

Comedian Helge Schneider as Adolf Hitler at the set of his movie „Mein Fuehrer – Die wirklich wahrste Wahrheit ueber Adolf Hitler“ at the ministry of finance,
Berlin, Germany – 05.03.06,
Credit: Stefan Trautmann / WENN

Zu dieser Zeit (1993) wurde auch der Beschluss gefasst, das „Detlev-Rohwedder-Haus“, wie es seit 1992 heißt, endgültig abzureißen. Eine Bund/Land-Berlin Kommission hatte sich darauf geeinigt. Wir wissen ja, dass es mit dem Denkmalschutz in Berlin generell nicht weit her ist und so wurde auch hier darauf gepfiffen, dass dieses Haus komplett unter Denkmalschutz steht. Immerhin regte sich dann doch noch genügend Widerstand, so dass 1994 beschlossen wurde, doch nicht abzureißen. Andere, deutlich weniger politisch belastete Gebäude in der Stadt hatten nicht so viel Glück, wie wir wissen. Ab 1996 wurde mit der Restaurierung vor allem der Innenräume begonnen. 1999 zog hier das Bundesministerium der Finanzen ein. Der Bundesrechnungshof hat hier ebenso noch Räumlichkeiten in Nutzung.  Das nunmehrige Bundesfinanzministerium dient von Zeit zu Zeit auch als Filmkulisse. Die Posse „mein Führer“ von Regisseur Dany Levy, mit Helge Schneider in der Hauptrolle, nutzte den Ehrenhof des Ministeriums 2006 als Drehort. NS-Architektur in Reinkultur findet sich ja auch nicht mehr überall. Authentischer gehts nimmer.

Fazit:
Dramen, Politik, Bomben, Steinewürfe, Spionage, Mauerflucht, Bunker, Selbstmorde, Bürokraten, Hermann Göring, Walther Ulbricht, Helge Schneider…kaum etwas, das dieses Haus seit 1936 nicht gesehen hat. Und man sieht es ihm von außen kaum an. Immerhin wurde hier von der Bundesregierung beim Umzug nach Berlin mal „Gebäude-Recycling“ betrieben. Etwas, dass z. Bsp. das Bundesinnenministerium, welches den „Deutsche Bank Komplex“, der ebenfalls in der Friedrichstadt liegt, hätte nutzen können, auch hätte tun können, aber stattdessen lieber einen teuren Neubau präferierte. Sind ja nur unsere Steuergelder…
Allein aus diesem Grund, weil Neubauten vermutlich mehr Gelder verschlungen hätten, als die Restaurierung von 1996 – 2000 habe ich meinen Frieden mit der jetzigen Nachnutzung des „Reichsluftfahrtministeriums“ oder „Hauses der Ministerien“ gemacht. Lieber eine rationale Entscheidung für einen schwierigen Bau, als eine „ratzeputz-weg“-Entscheidung, die uns Nachgeborenen keine Gelegenheit gibt, Geschichte „hautnah“ und „zum Anfassen“ zu erleben.

Quellen:

Bild:

  • ich, 2015, 2016
  • Anmerkung in der Bildunterschrift

Text, Video:

  • wikipedia,
  • ARD-Dokumentation: „Geheimnisvolle Orte – Görings Ministerium“, ARD 2016,
  • Publikation des Bundesfinanzministeriums: „das Detlev-Rohwedder-Haus, Spiegel der deutschen Geschichte“, 2015, PDF

 

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in Frieden ruhen – der Dreifaltigkeitsfriedhof II

In der Kreuzberger Bergmannstraße, hin zum „Südstern“ reihen sich vier Friedhöfe aneinander. „Friedrichswerderscher-“ oder „Luisenstädtischer-“ Friedhof kann man da lesen. Wenn man vom Südstern heranspaziert, finden wir den „Dreifaltigkeitsfriedhof“ ganz „hinten links“. Der Zweite seines Namens, denn der „erste“ davon gehört ja zu den „Friedhöfen vor dem Halleschen Tor“. Für meine Reihe kurzer Betrachtungen bekannter, Berliner Gottesacker habe ich dann einfach mal hier mal vorbeigeschaut.

Was für ein schöner Tag ! In der Nacht zuvor hatte es ein wenig geschneit. Wie Puderzucker lag eine ganz dünne Schneeschicht über dem Gelände. Sanft knirschte es unter der Schuhsohle, wenn man die Wege zwischen den Grabstätten abschritt. Inzwischen war aber längst die Sonne herausgekommen und legte ihr „winterhartes“, tiefstehendes Licht über den Dreifaltigkeitsfriedhof, über pompöse Grabmale von Familien, die man heute kaum noch kennt und über kleine Familienbegräbnisse völlig Unbekannter.

Wie immer, wenn man auf einem Stadtspaziergang über Friedhöfe unterwegs ist, freut man sich über die relative Ruhe, die man hier vorfindet. Ein paar Vögelchen tschilpten jedoch auch schon in den Bäumen. Und das so früh im Jahr ! Die Natur hat offensichtlich ihre eigene Logik. Ich selbst würde, Mensch oder Nachfahre der Dinosaurier (ja, Vögelchen sind evolutionsgeschichtlich gesehen Nachfahren von Flugsauriern) natürlich einen Daueraufenthalt im Warmen bevorzugen.

Und die Friedhofsverwaltung macht es dem Spaziergänger diesmal ausnahmsweise einmal nicht so einfach, sich hier auf dem etwa 49.000 qm großen Friedhof zu orientieren. Findet man etwa auf den „Friedhöfen vor dem Halleschen Tor“ noch Übersichtstafeln an den Eingängen, die das Wegesystem abbilden, über die Geschichte der Anlage informieren und auf sowohl hübsch gestaltete, wie auch „prominente“ Grabstätten hinweisen, so fehlt hier all dies.  So dass der Besucher gezwungen ist, sich selbst zu orientieren. Was ja auch nichts Schlechtes sein muss. Vielleicht genießt man einen Besuch hier dadurch umso mehr.

Grabstätte Schleiermacher

Aber natürlich sind auch hier einige bekannte Namen zu finden. Ich beschränke mich auf die zwei für MICH interessantesten davon. Zunächst einmal ist auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II natürlich einer der ehemaligen Pastoren der gleichnamigen Gemeinde beigesetzt. Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher. Die Plakette auf seinem Grabstein stammt von Christian Daniel Rauch. Schleiermacher war Theologe und Mitbegründer der „Friedrich-Wilhelms-Universität“ in Berlin (heute „Humboldt-Universität“). Er begegnete mir schon auf einer Plakette an seinem ehemaligen Pfarrhaus Glinka- Ecke Taubenstraße. Welches natürlich in der Berliner Friedrichstadt liegt, durch welche ich Jahr für Jahr immer mal gerne spaziere, aber das ist ein anderes Thema. Wer bei diesen Spaziergängen dann dabeisein möchte, nimmt bitte Kontakt zu mir auf oder wartet auf die Bekanntgabe entsprechender Termine auf der Facebook-Seite und hier im Blog auf der Termine-Seite. Zurück zu Schleiermacher: dieser Mann versuchte Forschung und Wissenschaft mit dem christlichen Glauben zu versöhnen und musste sich deshalb harsche Kritik von Theologen und Wissenschaftlern gefallen lassen. Der gebürtige Breslauer fand nun also hier 1834 seine letzte Ruhe. Besser ist das auch, denn  ein Grab in seiner Geburtsstadt wäre vielleicht, wie so viele andere Ruhestätten prominenter Preußen und anderer Deutscher, nach Kriegsende eingeebnet oder geschändet worden. Man denke an das Grab des Freiherrn von Seydlitz o. ä. Fälle.

Grabstätte von Menzel

Die zweite Grabstätte, der ein versierter „Stadtspaziergänger“ natürlich seine Reverenz erweisen sollte, ist die des Malers Adolph von Menzel. Diesem Vorbereiter der Moderne wollte ich hauptsächlich einen Besuch abstatten. Was gibt es nicht alles für herzallerliebste Anekdoten über diesen Mann zu erzählen. Jeder cityguide, der etwas auf sich hält, kennt ein paar davon. Mir gefällt diejenige am Besten, bei der er mit seiner Art einen hohen Militär, den Feldmarschall Wrangel, so sehr auf die Palme bringt, dass dieser ihn eine „eklige, kleine Kröte“ nennt. Auch seine Geduld mit „Modellen“, die von ihm porträtiert werden wollten, war gleich 0. Bei seiner Beisetzung hier folgte aber gar die kaiserliche Familie dem Sarg. So sehr schätzten sie die Wirkung seiner Gemälde. Die Büste auf seiner Grabanlage ist übrigens ein Werk von Reinhold Begas.

Das Schöne an den innerstädtischen Friedhöfen ist vor allem, dass sie zumeist verkehrsgünstig zu erreichen sind. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen und U-Bahnen erreicht man sie zumeist gut. Mit dem Fahrrad sowieso. Insofern steht meine Empfehlung, auch den „Dreifaltigkeitsfriedhof II“ und seinen Nachbarn den „Friedrichswerderschen“ Friedhof, zu dem ein Durchgang besteht, einmal zu besuchen. Und sei es nur, um im Schatten der Bäume ein wenig zu verschnaufen. Das leicht ansteigende Gelände, welches der Tatsache geschuldet ist, dass dort einst ein Weinberg angelegt worden war, lädt in jedem Falle dazu ein !

Zu erreichen über den U-Bahnhof „Südstern“ (Linie 7), dann in die Bergmannstraße weiterspazieren.

 

Friedhöfe vor dem Halleschen Tor – versteckte Gräber mitten in der Stadt

Alte Berliner Friedhöfe haben auf mich eine gewisse Anziehung, das gebe ich offen zu. Hier, wo die Verblichenen ruhen, findet oftmals auch die gestresste Städterseele einige Momente des Friedens und der Ruhe. Friedhöfe ersetzen manchem Anwohner wohl auch die manchmal fehlenden Parks und laden zu Spaziergängen ein, wie ich mehr als einmal beobachten konnte. 

Liebe Leser, erinnern Sie sich an meine kleine Reihe von Besuchen auf Berliner Friedhöfen ? Vor einiger Zeit empfahl ich diese als geruhsame Stadtspaziergänge im Großstadtgedrängel. Zur Erinnerung hier noch einmal der erste Teil. Die anderen Teile sind unten auf dem ersten Artikel verlinkt.

Vor nicht allzu langer Zeit fiel mir nun ein kleines Büchlein in die Hände, welches sich ebenfalls mit den vermeintlich schönsten der „Berliner Friedhöfe“ befasst. In knappen Kapiteln wird die Anlage und die Geschichte der „Gottesacker“ dargestellt und auf die prominentesten Grabstätten verwiesen. Dieser Hinweis war beim Besuch der „Friedhöfe vor dem Halleschen Tor“ auch notwendig, da sich hier die vielleicht bekanntesten Verblichenen beinahe schon „verstecken“ zwischen auffälligeren Grabmalen, deren Besitzer erst einmal weniger bekannt zu sein scheinen.

Und so machte ich mich an einem frischen Sonnentag im Winter auf, diese Anlage einmal aufzusuchen. Natürlich nicht ohne die obligatorische Kamera, das besagte Büchlein und etwas Zeit und Lust, einen Spaziergang jenseits des Straßenlärms von Kreuzberg zu machen. Eigentlich handelt es sich ja um 6 unterschiedliche Friedhöfe, die aber im Laufe der Zeit so weit „zusammengewachsen“ sind, dass wir sie trotz der ein oder anderen noch vorhandenen Grenzmauer mal als Einheit behandeln wollen.

Etwa ab 1735 genehmigte der damalige, preußische König Friedrich-Wilhelm mehreren Kirchgemeinden seiner Residenzstadt Berlin die Anlage neuer Begräbnisstätten jenseits der damaligen „Akzisemauer“, die etwa auf der Höhe des Halleschen Tores verlief. Diese, oftmals auch „zweite“ Berliner Mauer (nach der mittelalterlichen Stadtmauer) genannte Grenze sollte sowohl mögliche Deserteure der Berliner Garnison an der Flucht hindern, als auch die Steuer für durchlaufende Waren an ihren Toren einziehbar machen. Die sog. „Akzise“ halt.

Im Laufe der Zeit mussten die Flächen für Begräbnisse erweitert werden, andere Gemeinden schlossen sich an und das Ensemble, welches wir heute kennen, entstand. Die Stadt erweiterte sich und schloss im 19. Jahrhundert die Begräbnisstätten ein. Heute hören wir selbst an einem ruhigen Wintertag eigentlich permanent den Straßenlärm angrenzender Hauptstraßen. Wenn auch gedämpft und damit muss man schon zufrieden sein.

Allen, die sich ein wenig auskennen, muss ich eine kleine Enttäuschung bereiten: nein, das Grab des Komponisten Felix Mendelssohn – Bartholdy habe ich nicht gefunden. Immerhin ein schöner Aufhänger, um hier im Frühjahr oder Sommer noch einmal vorbeizuschauen !
Da ich vom Mehringdamm aus die Anlage betrat, lenkte ich meine Schritte zunächst zum Grabstein des Schriftstellers und Dirigenten ETA Hoffmann. Dieser Künstler, der lange Zeit in unmittelbarer Nähe des Gendarmenmarktes in der Berliner Friedrichstadt wohnte, ist für seine merkwürdig „somnambulen“ Märchengeschichten bekannt, wie etwas „Klein Zaches, genannt Zinnober“. Als Staatsbeamter war er außerdem für seine bissige Kritik am postnapoleonischen Zensurwesen in Preußen bekannt. Den „Amadeus“ schenkte er sich übrigens selbst. Eigentlich war sein dritter Vorname „Wilhelm“ wie uns sein auffällig unauffälliger Grabstein bedeutet.

Die Anlage war relativ menschenleer, aber dennoch begegneten mir vereinzelte Familien, die sich hier ebenso wie ich einen Spaziergang gönnten. Ob diese verstorbene Verwandte besuchten oder nur etwas frische Luft schnappten, fragte ich sie natürlich nicht. Wir dürfen nicht vergessen: auf einigen der Friedhöfe vor dem Halleschen Tore fanden noch bis vor wenigen Jahren Beisetzungen statt.

Das unauffälligste der „Prominentengräber“ ist vielleicht die Doppelgrabstätte von Rahel und Karl-August Varnhagen von Ense. Offen gestanden wäre ich fast daran vorbeigeschlendert, ohne einen Blick darauf zu werfen. Mein kleines Büchlein hielt mich aber rechtzeitig davon ab.
Auf die Bedeutung der Berliner Salons und der hinter ihnen stehenden Salonniéren gehe ich ja auf meinen Stadtspaziergängen in der Friedrichstadt ein, vielleicht begleiten Sie mich einmal dabei ? Rahel Varnhagens Bedeutung als Soziale Katalysatorin der Aufklärung in Berlin habe ich schon vor einiger Zeit in einem Kurzporträt hier im Blog gewürdigt. Lesen Sie es einfach nach, wenn Sie mögen. 🙂

Und so stieß ich im Vorbeischlendern später auch noch auf den Lehrer Carl-Friedrich Schinkels, den Schöpfer des modernen Postwesens in Deutschland, den Erfinder einer Kur gegen grünen Star und eine Hinweistafel  für den Architekten von Schloss Sanssouci. Ein „Eldorado“ für Stadtspaziergänger und sonstige Flaneure, die mit den Namen „Gilly“, „von Stephan“, „von Graefe“ oder „Knobelsdorff“ etwas anfangen können. Und es liegt so verkehrsgünstig ! Der Ausgang des U-Bahnhofes „Mehringdamm“ liegt in unmittelbarer Nähe des Einganges zur Anlage. Aber NICHT NUR deshalb empfehle ich allen, die gelegentlich etwas Ruhe schöpfen wollen, einen Besuch auf den „Friedhöfen vor dem Halleschen Tor“.

Ihr

Clemens Kurz

Quelle:

  • Ingolf Wernicke, „Berliner Friedhöfe“ in der Serie „Berlin kompakt“, Jaron Verlag 2017

Erbe der unzufriedenen Königin – Charlottenburg

Eine der wichtigsten Touristenattraktionen nicht nur des „alten Westberlins“ verdankt die Stadt einer zutiefst unzufriedenen, suchenden und vergnügungssüchtigen Fürstin. Sophie-Charlotte von Braunschweig-Lüneburg („Hannover“ kam erst nach ihrer Geburt dazu) hatte große Pläne. Und scheiterte an der Realität. Dennoch hinterließ sie uns den Nukleus einer Touristenattraktion. Gott sei Dank ! 🙂

Selbst weniger wohlwollende Beschreibungen Sophie-Charlottes sprechen ihr immerhin ihren großen Bildungshunger zu, der selbst den Philosophen Leibniz einst an ihren Musenhof in „Lietzow“ lockte. Die Gründung der Berliner „Akademie der Wissenschaften“ ist dankenswerterweise auf diese Bekanntschaft zurückzuführen. Ein geistiges Vermächtnis, das Sophie-Charlotte leider nicht an ihren komplett verzogenen Sohn, den späteren „Soldatenkönig“ Friedrich – Wilhelm, weiterzugeben im Stande war. Nicht das einzige Versagen dieser oft zu Unrecht hochgelobten Fürstin.

Schon ihre Zwangs-Vermählung mit dem Kurprinzen Friedrich von Brandenburg im Jahre 1684 in Herrenhausen bei Hannover ist letztlich eine Niederlage. Zwar hatten Prinzessinnen diverser Herrscherhäuser Deutschlands weder im 17. noch in folgenden Jahrhunderten allzuviel bei ihren arrangierten Ehen mitzureden, doch „träumen“ durften sie allemal. Vor allem, wenn sie aus einem Hause stammten, das die Anwartschaft auf den Englischen Thron erhalten würde und das kurz davor stand, einen neunten Kurhut vom Kaiser verliehen zu bekommen.

Aus diesem und anderen Gründen hielt sich Sophie-Charlotte immer für „zu gut“ für Brandenburg/Preußen, für zu „modern“ und „fortschrittlich“ für das kleine, kaum den massiven Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges entwachsenen Kurfürstentum Brandenburg. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit fuhr sie deshalb „heim zu Mutti“ nach Hannover. Sie hatte nämlich einst die Chance gehabt, einen Bourbonen – Prinzen, einen Verwandten des Königs von Frankreich zu heiraten. Aber diese Chance zerschlug sich. Die Tochter eines Bischofs von Osnabrück und Fürsten von Hannover war wohl den Bourbonen nicht „gut genug“. Und katholisch war sie auch nicht.

Friedrich I. , König in Preußen

Diese Enttäuschung trug sie scheinbar ihr Leben lang mit sich. Brachte sie mit nach Brandenburg und ließ ihr, aus Wut darüber, den „schiefen Fritz“ mit dem Buckel, den Sohn des „Großen Kurfürsten“ heiraten zu müssen, freien Lauf. Ihr Ekel vor dem entstellten Mann mit dem schwierigen Charakter, mit dem sie verheiratet worden war, konnte kaum als Geheimnis gelten. Völlig die Tatsache ignorierend, dass die Hohenzollern, denen sie sich so turmhoch überlegen fühlte, bei allem, was deren Länder vielleicht noch zu Wünschen übrig ließen, in ihren Ahnenreihen royales Blut u. a. von Dänemark hatten und die Mutter ihres Mannes immerhin eine Prinzessin aus dem Hause Nassau-Oranien war, was im 17. Jahrhundert etwas bedeutete. Auch die Tatsache, dass ihr Vater erst 8 Jahre nach ihrer Hochzeit eine Kurwürde erhalten würde, während die Hohenzollern diese seit 1417 besaßen und vererbten, beeindruckte Sophie Charlotte offenbar nicht.

So ließ sich Sophie Charlotte, sobald sie ihrer „Pflicht“ nachgekommen war und dem späteren König Friedrich I. einen Thronfolger und einen Ersatzmann geboren hatte, in Lietzow ihr eigenes Schloss errichten. Weit weg vom Berliner Hof. Dort konnte sie weitgehend von ihrem Mann unbehelligt ihren eigenen „Musenhof“ führen, philosophieren, mit Leibniz im barocken Park spazierengehen oder im Schlosse musizieren. Friedrich der Große  fand diese ihm unbekannte Oma übrigens großartig. Ob das ein Prädikat ist oder nicht, überlasse ich Ihrem Urteil, liebe Leser.

Das Schloss, das schon sehr bald den Spitznamen „Charlottenburg“ erhielt und das dem es umgebenden Kiez Lietzow schließlich den Namen aufprägte, wurde auch nach dem Tode Sophie Charlottes 1705 mehrfach erweitert und umgebaut. Diverse exzentrische und interessante Charaktere der Hauses Hohenzollern werden sich später hier die Klinke in die Hand geben. Der „alte Fritz“, der „dicke Lüderjahn“ Friedrich-Wilhelm II. und die „Madonna der Preußen“, Königin Luise. Bis heute lebt der Bau, der im Zweiten Weltkrieg so schwere Zerstörungen erlebte, dass der Senat von Berlin ihn am liebsten abgerissen hätte, von dieser Hinterlassenschaft. Der zugehörige Park, in dem man bei schönem Wetter auch so gut spazierengehen kann, tut sein Übriges dazu.

(Artikel: „Mausoleum Charlottenburg“ hier.)

Ein Besuch von Schloss Charlottenburg gehört deshalb zum „Standardprogramm“ für Berlin – Besucher und ich empfehle ihn ebenfalls. 🙂

Adresse:

  • Schloss Charlottenburg
    Spandauer Damm 10-22
    14059 Berlin

Anfahrt:

  • mit der Buslinie „M 45“ bis „Klausenerplatz“, „Schloss Charlottenburg“ (nur in Richtung „Zoologischer Garten“) oder „Luisenplatz“

Eintritt:

  • 12 €, ermässigt 9 €,

Öffnungszeiten:

  • Montags geschlossen !
  • Dienstag – Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr,
  • von November-März,
    10.00 – 17.00 Uhr
  • Besichtigung mit Führung oder Audioguide
  • Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließzeit

Bildmaterial:

Quellen:

Ausflugstip: der „Tierpark Friedrichsfelde“

Kein Geheimtip. Ganz sicher nicht ! Dennoch immer wieder schön, vor allem, wenn die Sonne scheint und das Wetter zum Spazierengehen einlädt. Ein Park, familienfreundlich und „wilde Tiere“ gibts auch noch als Draufgabe. Was doch die Zeit und viele, engagierte Hände über die Jahrhunderte hinweg aus dem alten „Gut Rosenfelde“ gemacht haben ! Eine ganz persönliche Empfehlung ! 🙂

Ihnen kann ich es ja eingestehen, liebe Leserinnen und Leser: manchmal bin ich ganz froh, mir letzte Reste meines kindlichen Gemüts bewahrt zu haben. So ist ein Besuch bei den „wilden Tieren“ für mich bis heute ein Vergnügen geblieben.

Nur ein preiswertes ist es nicht mehr unbedingt. Die Eintrittspreise, speziell der beiden Berliner Tierparks, sind schon mal knackig. Finde ich jedenfalls. Da muss man tatsächlich einen ganzen Tag drinbleiben, um „etwas fürs Geld“ zu erhalten. Das klappt aber super, denn der „Zoologische Garten“ gehört zu den artenreichsten Tierparks in Deutschland, so dass es sehr viel zu sehen gibt und der „Tierpark Friedrichsfelde“ ist so wunderbar weitläufig, da hat man viel zum „Ablaufen“ und Spazierengehen.

Fangen wir mal an: Also, einst war der heutige Tierpark ein Landgut und hieß „Rosenfelde“. Kurze Zeit gehörte dieses sogar einem echten Piraten ! Und zwar dem Holländer Benjamin Raule, dem „Freibeuter des Kurfürsten“. Dieser ließ dort ein Landhaus errichten, dessen umgebauten „Nachfahren“ wir heute als „Schloss Friedrichsfelde“ kennen. Der Pirat geriet später in Ungnade, diverse Besitzer danach kam die Immobilie ins Eigentum der Familie von Tresckow. Diese verkaufte schrittweise Teile des Besitzes, der einst sogar noch viel größer war, als der Tierpark. Der Ortsteil Karlshorst liegt beispielsweise z. T. auf ehemaligem Tresckow-Besitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die „ausbeuterischen Junker“ dann enteignet. Die Immobilie verfiel, bis man auf die Idee kam, hier einen Tierpark errichten zu können. Eine typische „Kalter Kriegs-„Idee im geteilten Berlin. Die Humboldt-Uni lag im Osten, schwupps gründete man in Westberlin die „Freie Universität“. Der Zoo lag im Westen, zack musste ein „Tierpark“ auch in Ostberlin her.

Prof. Dathe mit einem Katzenbären

Mit dem gesamten Projekt untrennbar verbunden ist natürlich der Name des Zoologen Prof. Heinrich Dathe, der sich mit dem Tierpark seinen ganz persönlichen Wunschtraum erfüllen konnte. Hier hatte er sein „Reich der Tiere“, in dem nur er der Herr war. Nach der Wiedervereinigung wurde er dann jedoch, nicht zuletzt aus Altersgründen, beiseitegeschoben. Er war auch immerhin schon 80. Die beiden Tierparks Berlins wurden in der Folge organisatorisch erstmalig zusammengelegt, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Was gibt es sonst über den Tierpark zu sagen ? Versuchen wirs mit ein paar „Wussten-Sies“ ! Also, wussten Sie, dass…

  • der Tierpark Friedrichsfelde einen „eigenen“ U-Bahnhof auf der Linie U5 hat, über den man seinen südlichen Haupteingang erreicht ?
  • derzeit im Tierpark Umbauten für einen Neubau des Löwenhauses geplant sind und deshalb sämtliche Löwen auf andere Tierparks „umgesiedelt“ wurden ?
  • man Schwarzbären bewundern kann, ohne den Tierpark überhaupt zu betreten ? Ein „Bärenschaufenster“ ist so angelegt, dass diese Bärenart uns hier direkt VOR dem Haupteingang vergnügt.
  • im Schloss Friedrichsfelde tatsächlich einst ein Regierender Reichsfürst inhaftiert wurde ? Von Juli 1814 bis Februar 1815 war der König Friedrich August I. von Sachsen auf dem Schloss als Gefangener, weil er wegen seiner Napoleon-Treue verurteilt worden war.
  • der Tierpark mit einem Superlativ wirbt ? Es wird behauptet, er sei mit 160 ha Fläche der „größte Landschaftstierpark Europas“. Nun, ich habe nicht nachgemessen, aber immerhin ist er weitläufig genug.
  • im Tierpark Berlin auch Volksläufe stattfinden ? Auf unterschiedlich langen Strecken kann man dann einmal im Jahr beim sog. „Volvo – Tierpark -Lauf“ durchs Gelände joggen. Was wohl die Tiere davon halten ?
  • für die Gestaltung der Eisbären-Frei-Anlage angeblich auch Trümmer der ehemaligen Reichsbank-Zentrale aus Berlin-Mitte verwendet wurden ?
  •  die Erbbegräbnisstätte der Familie von Tresckow sich auch noch immer auf dem Gelände befindet ? Nur ist sie, aus Gründen der Pietät wie ich hoffe, dem Besucher nicht zugänglich.
  • jährlich mehr als eine Million Besucher den Tierpark in Augenschein nehmen ? Letzte veröffentlichte Zahl von 2015: 1,2 Mio. !
  • es derzeit noch mehr als 750 Arten im Tierpark Friedrichsfelde zu sehen gibt ? Sobald alle Umbauten und Modernisierungen abgeschlossen sein werden, ist davon auszugehen, dass die Zahl sogar wieder steigt !

Habe ich Sie auf einen Besuch im „Tierpark Friedrichsfelde“ neugierig machen können ? Dann treffen wir uns vielleicht irgendwann einmal dort. 🙂

Adresse:

Am Tierpark 125
10319 Berlin

Anfahrt:

Über U5, bis U-Bahnhof „Tierpark“.
Tram: M17, 27 und 37,
Bus: 296, 396

Öffnungszeiten:

Durchgehend von 09.00 Uhr – 16.30 Uhr,
im Sommer bis 18.00 Uhr, teils bis 18.30 Uhr

Internetadresse:

http://www.tierpark-berlin.de/de

Karte:

der Waldfriedhof Heerstraße in Berlin

Berlin weist so einige interessante Friedhöfe auf. Die historische Ausbreitung der Stadt ist u. a. auch an der Anlage neuer Begräbnisstätten abzulesen, deren ältere sich mehr im Stadtzentrum befinden, während neuere zumeist im Rahmen von Stadterweiterungen oder von den vor 1920 noch unabhängigen Nachbargemeinden Berlins vorgenommen wurde. In diesem Kontext ist auch der „Waldfriedhof Heerstraße“ zu sehen.

Ursprünglich wurde der Friedhof Heerstraße nur für eine sehr überschaubare Nachbarschaft gebaut. Nämlich für die Villenkolonie Heerstraße, die ihm den Namen gibt. Denn diese Begräbnisstätte liegt gar nicht an der Heerstraße, sondern an der Trakehner Allee, in unmittelbarer Nähe zum Olympiastadion.

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Als nämlich um etwa 1910 mit den Planungen für den Friedhof begonnen wurde, sollte er ausschließlich der neu angelegten Kolonie dienen. Als der „Zweckverband Groß-Berlin“ zwei Jahre später die Planungen übernimmt, wird dann aber größer geplant. Aus einer auf etwa 0,6 ha projektierten Anlage wird „über Nacht“ ein ca. 5 ha großer Landschaftfriedhof mit zentralem See und geschwungener Wegeführung. Er wird bewusst als erster, überkonfessioneller und religionsoffener Friedhof für die bald entstehende Gemeinde „Groß-Berlin“ definiert, so dass sich im Laufe der Zeit hier Verstorbene der unterschiedlichsten Religionsgruppen bestatten lassen konnten.

Der Erste Weltkrieg und die Wirtschaftskrise unterbrechen dann  die Planungen, so dass erst in den 20er Jahren mit der Umsetzung begonnen wird. Erwin Barth, Charlottenburger Gartendirektor, übernimmt dabei die Gestaltung der Gesamtanlage, während der Architekt Erich Blunck die Kapelle entwirft. Ab etwa 1924 können wir den Friedhof Heerstraße als vorerst „fertig“ ansehen. Zweimal noch wird er später Erweiterungen erfahren, so dass er jetzt auf seine heutige Größe von etwa 13,8 ha angewachsen ist. Das hatte immerhin zur Folge, dass man dort jetzt in relativer Ruhe (die S-Bahn ist zu sehen und zu hören) Spaziergänge unternehmen kann, auf denen man nur wenigen Mitmenschen begegnet.

Für die Olympischen Spiele in Berlin wird dann 1936 das eigentlich pyramidenförmige Dach der Kapelle im wahrsten Sinne des Wortes „plattgemacht“. Die Sichtachsen auf das jetzt fertiggestellte Berliner Olympiastadion sollen nicht durch den Hinweis auf einen Friedhof „gestört“ werden. Noch dazu einen Friedhof, auf dem eben auch Juden beigesetzt wurden. Nazi-Ideologie halt. Das Flachdach hat die Kapelle jedenfalls bis heute behalten.

Die Anlage selbst senkt sich von den Eingängen jeweils zum zentralen See, dem sog. „Sausuhlensee“ ab, der einst künstlich aus zwei hier gelegenen Tümpeln gebildet wurde. Durch diese Ausgestaltung des Friedhofs in den Ausläufern der sog. „Murellenberge“ zwischen Spandau und Charlottenburg, ergeben sich für den Spaziergänger hier An- und Abstiege, die im Winter bei Schnee und Eis mit Vorsicht, angemessenem Schuhwerk und geeignetem Schritt-Tempo bewältigt werden sollten. An sich aber ist der Friedhof recht idyllisch gestaltet, viel Baumbestand sorgt auch im Sommer für Schatten und den Lärm etwa der hier direkt vorüberfahrenden S-Bahn ignoriert man ohnehin schnell und blendet ihn aus.

Vor allem aber ist der Friedhof Heerstraße als ein weiterer Prominentenfriedhof bekannt und auch sozusagen als „Spazierpark“ entdeckt worden. Schauspieler, Politiker, Schriftsteller und Künstler fanden hier ihre letzte Ruhe. Mit etwa 150 Prominentengräbern und davon 51 Ehrengräbern der Stadt Berlin hat er mehr dieser Auszeichnungen aufzuweisen als etwa der Waldfriedhof Zehlendorf, der ebenso als Prominentenfriedhof angesehen werden kann. Jetzt alle dieser Prominenten aufzuzählen, wäre eine Riesenaufgabe, die mit gewissenhafter Präzision aber „wikipedia“ schon geleistet hat. Ich beschränke mich auf die Grabstätten bekannter Persönlichkeiten, die ich selbst auf meinem „kreuz- und quer“-Spaziergang dort gesehen habe.

GEDSC DIGITAL CAMERADa wäre zunächst mal eine Überraschung. Der erste, deutsche Olympiasieger aller Zeiten, der Turner Carl Schuhmann liegt hier begraben. Bei den allerersten Olympischen Spielen von Athen 1896 gewann er nicht nur den Ersten Sieg für Deutschland, sondern gleich viermal ingesamt. Überraschenderweise übrigens auch im Ringen, wo ihm, dem eher „normalgewachsenen“ Athleten und eben als Turner angetretenen Sportler der baumlange Grieche Georgios Tsitas gegenüberstand, den er in einem über zwei Tage laufenden Wettbewerb, der insgesamt mehr als eine Stunde dauerte, besiegen konnte. Der gelernte Goldschmied Schuhmann verstarb 1946.

Dann passierte ich u. a. die Grabstätte von Joachim Ringelnatz. Die Grabinschrift war zwar nicht zu lesen, da eine festgefügte Eis-Schicht sie verdeckte, aber die markante Bierflasche auf dem Grab-Deckel sprach für sich. Der Lyriker, Schriftsteller und Satiriker, welcher in der Zeit der Weimarer Republik eine deutschlandweite, große Popularität genoss, war u. a. mit den damals ebenso bekannten Schauspielern Asta Nielsen und Paul Wegener befreundet. Den Nazis war er nicht gleichförmig, nicht angepasst genug, so dass sie seine Bücher verboten und verbrannten. Seine Auftritte auf Kabarettbühnen verboten sie ebenso und nahmen ihm so die Einnahmequellen. Ringelnatz starb 1934 völlig verarmt in Berlin an Tuberkulose. Sein Grab ist eine Ehrengrabstätte des Landes Berlin.

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In unmittelbarer Nähe zur Kapelle findet sich übrigens die Grabstätte des Schauspielers und Berliner Idols Horst Buchholz. Dieser aus den „glorreichen Sieben“, „eins, zwei, drei“ und „das Leben ist schön“ bekannte Akteur arbeitete sich im Nachkriegs-Berlin auf Bühnen und in Synchronstudios hoch, bevor er um 1950 damit begann, ernsthaft eine Karriere auch im Film anzupeilen. Er verstarb 2003 an einer Lungenentzündung. Seine Grabinschrift lautet: „Liebe die Welt und die Welt wird dich lieben.“ Nun, ja, entspricht sicher nicht meinem Credo, aber unvergessen bleibt der „Halbstarke“ dann eben doch. Seine Grabstätte ist ein Ehrengrab des Landes Berlin.

Und so weiter… Die Zahl der Prominentengräber und Ehrengrabstätten ist hoch hier. Ich passierte die Gräber des Schauspielers Vadim Glowna, des ehemaligen Berliner Parlamentspräsidenten Jürgen Wohlrabe, des Kammergerichtspräsidenten Günter von Drenkmann, der Diva Tilla Durieux u. v. m. Aber, wie mir die Begegnung mit ein paar jungen Leuten, die wie Studenten aussahen und irgendetwas von „wo issn Loriot“ murmelten, klarmachte: das vielleicht am meisten besuchte Grab ist wohl das von Bernhard – Victor von Bülow.

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Besser bekannt unter seinem Bühnen-Namen „Loriot“ nach dem französischen Namen des Pirolvogels, der im Familien-Wappen derer von Bülow präsent ist. Wer erinnert sich nicht an die von ihm gezeichneten Knollen-Nasen-Männchen und die Zeichentrick-Filme, u. a. den der „Männer im Bad“? Weil dort die Ente „nicht rein“ durfte, stehen heute kleine Gummi-Entchen auf dem Grabstein von Bülows. Respektlos ? Vielleicht. Die Friedhofsverwaltung ist es eigentlich leid, diese alle paar Wochen wieder abräumen zu müssen. Aber diese Gummi-Entchen sind auch ein Zeichen der Anerkennung des Lebenswerks von „Loriot“. Der Humorist und Schauspieler Bernhard – Victor Christoph Carl von Bülow aus uraltem mecklenburgisch-preußischem Adelsgeschlecht verstarb am 22. August 2011 in Ammerland am Starnberger See. Unvergessen. Seine bösartig-filigranen Persiflagen des deutschen Alltags prägten sich ein. Kleine, persönliche Anekdote am Rande: An seinem Todestag besuchte ich mit Freunden seine Geburts- und Taufstadt Brandenburg an der Havel. In dem Moment, wo ich ihnen seine Taufkirche zeigte, war er bereits von uns gegangen, ohne dass wir es wussten. Bemerkenswerter Zufall. …

GEDSC DIGITAL CAMERADamit beende ich mal meine Betrachtung über diesen Friedhof. Bei schönem Wetter ist er sicher einen, ruhigen und respektvollen, Spaziergang wert. Und sei es nur wegen der Landschaft. Seine Lage zwischen Bahngleisen, einer erstaunlich vielbefahrenen Straße und dem Parkplatz des Olympiastadions kann man bei einem Besuch zwar nicht gänzlich übersehen, aber dennoch ist ein Spaziergang hier nicht nur für „Promi-Sucher“ interessant.

Adresse:

  • Trakehner Allee 1,
    14053 Berlin

Anfahrt:

  • S-Bahnhof „Olympiastadion“, Fußweg, ca. 12 Minuten

Serie „Friedhöfe in Berlin“:

  1. der Dorotheenstädtische Friedhof
  2. der Invalidenfriedhof
  3. der alte Garnisonfriedhof

Bildmaterial:

  • von mir, (c) Clemens Kurz, 2017

Quellen:

der alte Garnisonfriedhof – Begegnungen in Ruhe

Der alte Garnisonfriedhof in Berlin-Mitte ? Ja, der existiert noch obwohl die dazugehörige alte Garnisonkirche es nicht mehr tut. Wie der Name schon andeutet, finden sich hier die Grabmäler von Stadtkommandanten, Offizieren und deren Angetrauten. Ein Besuch lohnt vielleicht weniger wegen besonders ausgefallenem Grabschmuck, sondern vielmehr wegen der Namen, denen man begegnet. Sie regen zum Versenken in „alte Zeiten“ an. 

dsci2539_compressedDer alte Garnisonfriedhof gehört zu den ältesten „Gottesackern“ Berlins. Seine Anfänge lassen sich auf das frühe, 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Und der Name ? Na, klar, er ist der Tatsache geschuldet, dass in Berlin seit dem 17. Jahrhundert Truppen stationiert waren. Diese „Garnison“ benötigte, da sie letztlich außerhalb der Jurisdiktion der Stadtverwaltung stand, eine eigene „Kommandantur“ und auch eine eigene, geistliche Betreuung. Inklusive Kirche und Friedhof. Beides entstand so zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Die alte Garnisonkirche stand etwa im Bereich des „Litfaß-Platzes“ auf dem Gelände des heutigen, sog. „Hackeschen Quartiers“ in Mitte und wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, später abgerissen.

Der Garnisonfriedhof überstand die Kriegswirren und Bomben. Er wurde offiziell 1951 geschlossen, obwohl auf privaten Grabstellen noch bis 1961 Beerdigungen vorgenommen werden konnten. Danach wurde das Gelände dem Magistrat von Berlin überantwortet. Die üblichen Querelen um Schließungen und Abrisse begannen. Letztlich räumte man viele, auch in gutem Zustand befindliche Grabmäler ab, behielt das Gelände aber als öffentlichen Park, der in Nachwendezeiten der Obhut des Grünflächenamtes von Berlin-Mitte übergeben wurde, in der er sich noch heute befindet.

Ich selbst schlenderte an einem kalten Wintertag über das Gelände. Wie immer auf der Suche nach vertrauten Namen. Eine Suche, die nicht erfolglos bleiben sollte. So stieß ich etwa auf den Gedenkstein für Friedrich von Minutoli, der zehn Jahre lang Erzieher des Prinzen Carl von Preußen war. Dieser Adlige mit Wurzeln bis nach Italien hat das Interesse Carls am Altertum und dessen Liebe zum Mediterranen Raum geweckt. Indirekt verdanken wir ihm also das Landhaus Klein-Glienicke, welches sich Prinz Carl als „italienisches“ Anwesen an die Havel bauen ließ. Dort versammelte der Hohenzoller auch die antiken Trümmer, die er im Laufe des Lebens zusammenkaufte oder kaufen ließ.

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Grabstätte von dem Knesebeck

Wer zwischen alten Grabkreuzen herumschlendert, was an diesem Tag auffällig viele Zeitgenossen taten, entdeckt irgendwann auch Namen wie den des Generalfeldmarschalls Karl Friedrich von dem Knesebeck. Dieser Heerführer der Befreiungskriege, welcher in einem heutigen Ortsteil von Neuruppin geboren wurde, fand hier ebenso seine letzte Ruhe, wie seine Gattin. Bis heute ist ihr Grabfeld eine Ehrengrabstätte des Landes Berlin.

Den vielleicht bekanntesten Namen trägt der Stein des Barons Friedrich de la Motte Fouqué. Dieser herausragende Schriftsteller der deutschen Romantik, Zeitgenosse Kleists und Autor etwa der „Undine“, war auch Soldat und Offizier in den Befreiungskriegen. Ansonsten wäre seine Beisetzung auf einem Soldatenfriedhof auch kaum zu erklären. Immerhin wurde er im Range eines Majors aus dem Dienst entlassen, als Napoleon geschlagen war. Offen gestanden hatte ich mit dieser Begegnung nicht gerechnet, da ich mir im Voraus keine Übersicht über die noch vorhandenen Grabmäler durchgelesen hatte. Überraschung hat ja auch etwas für sich.

Grabstätte Lützow
Grabstätte Lützow

Und so staunte ich auch nicht schlecht, als ich auf die eingezäunte Grabstätte des „wilden, verwegenen Jägers“, des Ludwig Adolf Wilhelm Freiherrn von Lützow, stolperte. Dieser Freikorps-Kommandeur aus den Befreiungskämpfen gegen Napoleon und seine „schwarzen Scharen“ waren zu unser Vorväter Zeiten geradezu sprichwörtlich. Zumindest aber legendär.  Auch wenn sie, wie selbst konservative Historiker offen bemerkten, militärisch vielleicht weniger wichtig waren, so hatte die mediale Aufmerksamkeit, die sie durch Gedichte, Zeitungsartikel etc. erhielten, durchaus aufrüttelnde Wirkung. Aber das ist eine lange, andere Geschichte. Stellen wir zu Lützow also vor allem fest, dass die Uniformen seiner Reiterei, schwarzer Rock-goldene Knöpfe-rote Verzierungen, heute die Farben der Bundesrepublik Deutschland abgeben. Nicht zufällig. (Ja, ich kenne die Theorie, nach der diese Farben einem alten, kaiserlichen Wappenschild entstammen und aus dem Mittelalter herrühren sollen. Sorry, zu weit hergeholt, diesem Gedanken ist nur schwer zu folgen. Ich bleibe, wie die Mehrzahl aller Publizisten und Historiker, Anhänger der „Lützow-Theorie“. 🙂 )

Eine Anmerkung: Nein, ich predige hier keinen Personenkult um die Kämpfer der Befreiungskriege. Mir ist durchaus bewusst, dass etwa ein Freiherr von Lützow, der zuerst mit dem Schillschen und dann dem eigenen Freikorps unterwegs war, in den gedanklichen Parametern vieler, heutiger Historiker wohl ein „Kriegsverbrecher“ wäre. Ich merke nur an, dass unsere Vorfahren das anders sahen und dass selbst heute noch ab und an Kerzen und Blumen auf dessen Grab hinterlassen werden. Die Legende des „wilden, verwegenen Jägers“ lebt also noch.

Auch ein Förderverein kümmert sich übrigens darum, den Friedhof „lebendig“ zu halten (ironisch, nicht wahr ?):
https://www.garnisonfriedhofberlin.de

So verließ ich den alten Garnisonfriedhof also wieder nachdenklich aber angeregt zur Recherche über diverse Verstorbene. Wer selbst einmal einen kleinen Rundgang dort unternehmen will, dem empfehle ich die Anfahrt über den U-Bahnhof „Rosenthaler Platz“. 🙂

Öffnungszeiten:

durchgehend

Adresse:

Kleine Rosenthaler Straße 3
10119 Berlin

Serie „Friedhöfe in Berlin“: