Archiv der Kategorie: Rückblicke

Rückblick: Hussitenfest 2017 in Bernau

Alljährlich feiert die Stadt Bernau bei Berlin ihr „Hussitenfest“. Seit 1832. Nur die DDR hat diese Tradition kurz unterbrochen, aber im Jahre 2017 fand nun schon das 26. Hussitenfest der nachsozialistischen Zeit statt. Zur Freude der Bernauer und ihrer vielen Besucher. Etwa 25.000 – 30.000 Besucher werden geschätzt jedes Jahr das Wochenende in der Stadt am äußersten Rand der „S-Bahn“-Erreichbarkeit genießen. Da muss man doch einfach mal vorbeigehen und nachschauen, warum:

Bernau kann seine Existenz bis ins Hochmittelalter zurückverfolgen. Die beliebte Legende der Stadtgründung durch Albrecht, „den Bären“ ist zwar nachweislich wohlmeinender Unsinn, aber das ficht die Bernauer nicht an, die in ihrem jährlichen Festumzug mit dargestellten Episoden aus der Stadtgeschichte immer den „Bären“ als ersten durch die Stadt reiten lassen. Von diesem bis zum durch einen Schlager aus den Zwanzigern bekanntgewordenen „Zickenschulze aus Bernau“ und darüber hinaus erwartet den Besucher eine bunte und fröhlich-laute Bilder-Revue aus dem Bernau von einst und jetzt.

Schon deshalb fahre ich immer gerne am Samstag zu diesem dreitägigen Fest, weil ich den Festumzug gerne sehe. Das Wetter meinte es denn in diesem Jahr auch gut mit allen Beteiligten. Wattewölkchen, Sonnenschein, ein leichter, kühlender Wind und Temperaturen, die einen Aufenthalt erträglich machten gab es. Wie mir eine Freundin mitteilte, waren also bereits die Züge nach Bernau gut gefüllt und an der Strecke des Umzuges selbst wartete dann auch reichlich Volk auf das Geschehen. Wie immer hatten die Bernauer, die direkt an der Strecke wohnen, die besten Plätze mit der besten Sicht auf den Festumzug. Beneidenswert.

„Hussiten“ in Bernau ! Achtung, Achtung !

Etwa eine gute Stunde dauert dieser fröhliche Parforce-Ritt durch die Stadtgeschichte. Viele Vereine, Initiativen und Einzelpersonen beteiligen sich daran. Man sagt, dass jährlich zwischen 1.500 und 1.700 Personen an der Vorbereitung und vor allem der Durchführung des Umzuges beteiligt sind. Die Freude daran, ist allen Teilnehmern jedenfalls anzumerken. Sogar den „Hussiten“, die jetzt endlich auch mal IN der Stadt herumlaufen dürfen, nachdem ihnen im Jahre 1432 das Erobern Bernaus ja bekanntermaßen NICHT gelungen war. Das ist ja eben der Anlass für dieses Fest und daher kommt auch dessen Name.

das neue Mühlentor

Allerdings lag mein letzter Besuch in Bernau dann doch einige Jahre zurück, so dass mir also einige Veränderungen auffielen; nicht alle davon konnte ich begrüßen. Immerhin hat die Stadt jetzt wieder ein „Mühlentor“. Seit 2013 grüßt dieses neuerrichtete Stadttor in historischem Gewand wieder diejenigen, die durch die Mühlenstraße die Bernauer Altstadt betreten oder verlassen wollen. 1885 war es einstmals abgerissen worden, weil die immer größeren Pferdefuhrwerke einfach nicht mehr hindurchkamen. Im Zeitalter der Fußgängerzonen konnte man es jedoch verantworten, diesen Bau aus der historischen Stadtbefestigung wiederaufzubauen.

Auch die Kirche St. Marien stand wieder zur Besichtigung offen. Hier erinnert eine Gedenkplatte an die Tatsache, dass in dieser Kirche 1632 die sterblichen Überreste des Schwedenkönigs Gustav-Adolf während der Überführung des Leichnams in seine Heimat aufgebahrt worden waren. Die reine Dimension dieses Gotteshauses allein lässt die Spekulation zu, dass es Bernau zu Luthers Zeiten wirtschaftlich nicht allzu schlecht gegangen sein kann. Bevor die Pest und der Dreißigjährige Krieg die Stadt entvölkerten, natürlich. Durch die Ansiedlung der Hugenotten ab 1699 übrigens konnten diese Verluste allerdings schrittweise wieder ausgeglichen werden. Eine lange Geschichte.

Ich will es einmal kurz machen und meinen Gesamteindruck kurz wiedergeben:

Schönes Wetter, nette Begleitung, ein fröhlicher Festumzug, eine Altstadt, die vor Menschen nur so wimmelte. Ein guter Tag. Einziger „Wermutstropfen“ für mich ist die Tatsache, dass das Hussitenfest schrittweise immer mehr „verrummelt“ sozusagen. War im Jahre 2010 etwa die „Kirmes“ noch deutlich vor dem Mühlentor zu finden und so manches Fotomotiv war noch deutlicher eingrenzbar, so ist doch mittlerweile die „Budenkultur“  allzusehr in die Stadtmitte eingerückt. Für meinen Geschmack jedenfalls. Als Schnappschuss-Fotograf, der nicht regelmäßig in Bernau knipst, fällt mir das schon auf. Es ist aber nur meine persönliche Ansicht.

Ich empfehle aber in jedem Falle allen einen Besuch beim Hussitenfest in einem der kommenden Jahre. Da die 39.000 – Einwohner-Stadt in ihrem Stadtkern überschaubar ist, geht auch kaum jemand langfristig verloren, was die Familienfreundlichkeit eines Bernau-Besuchs erhöht! Bis nächstes Jahr dann ! 🙂

Ihr/Euer

Clemens Kurz

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„Gärten der Welt“ – IGA 2017 in Marzahn

Ich erwähne es in vielen Beiträgen hier im Blog: Berlins ist grün. Hat Natur zu bieten. Sogar zwischen Betonburgen und vielgenutzten Ausfallstraßen. Nirgendwo wird dies deutlicher als im „Erholungspark“ in Marzahn. Hier wurde eine einst recht öde Landschaft in „Gärten der Welt“ verwandelt, die in diesem Jahr die „Internationale Gartenausstellung“ (IGA 2017) beherbergen. 

Marzahn. Betonwüste, öder Plattenbau, Menschenmassen, einst von der DDR hier zusammengepfercht. Kaum ein negatives Klischee, das einem nicht sofort einfiele bei diesem Namen. Die Realität sieht glücklicherweise mittlerweile anders aus. Die alten Plattenbauten sind saniert und auch äußerlich „bunt“ geworden, moderne Neubauten ergänzen den DDR-Beton, Einkaufszentren schaffen Infrastruktur.

Japanischer Garten

Schon 1991 wurde eine zwischen den Hochhäusern angelegte Gartenschau zum „Erholungspark Marzahn“ erweitert. Mittlerweile ist die Anlage auf etwas über 100 ha erweitert worden. Im Oktober 2000 wurde hier mit dem „Chinesischen Garten“ der erste Themengarten eröffnet und seitdem das Konzept der „Gärten der Welt“ verwirklicht. Diverse, mit Pflanzen, Gebäuden und Anlagen im „typischen“ Stile einer bestimmten Region gestaltete Gärten sind inzwischen dazugekommen.

Jetzt, 2017, wird hier die „Internationale Gartenschau“ abgehalten. Künstlerisch gestaltete Anlagen sollen den Besucher zum Verweilen, zur Reflexion und Besinnung anregen. In der Blumenhalle wird eine Themenausstellung zum gleichzeitig stattfindenden Lutherjahr gezeigt. Und zwei spektakuläre Veränderungen wurden auf dem Gelände unter dem „Kienberg“ noch vorgenommen:

  1. „Wolkenhain“

    auf der über 100 m über NHN gelegenen Anhöhe wurde ein weiterer Aussichtspunkt geschaffen. Der sog. „Wolkenhain“, eine luftige, weißgestrichene Stahlkonstruktion, die „singt“, wenn sie in Vibration gerät, bietet einen spektakulären Blick auf die Landschaft um den Kienberg herum. Bei klarem Wetter kann man bis tief nach Brandenburg hineinsehen. Auch der Fernsehturm am Alexanderplatz ist so deutlich erkennbar. Ich gestehe, mich faszinierte der Blick über Hochhäuser, Bahnhöfe und Grünanlagen. Ganze Strukturen der Stadtentwicklung können so erkannt werden.

  2. die moderne Seilbahn. Sie wurde von einer Südtiroler Firma hier installiert und wird von dieser auch derzeit noch betrieben. Über 1,5 km hinweg überspannt sie das Gelände des Erholungsparks zwischen Blumberger Damm und Kienbergpark. Eine Fahrt dauert etwa 5 Minuten und führt auf den Kienberg hinauf, wo eine Zwischenstation das Ein- und Aussteigen zulässt. Sogar ich als Mensch mit Tendenz zur Höhenangst habe die relativ sanfte Fahrt genossen. Der Ausblick über den Park ist spektakulär und die Fahrt mit der Bahn ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Außerdem wurden ein Amphitheater zur IGA gebaut, eine „Tälchenbrücke“, die zusätzlich mit einer recht interessanten Klanginstallation versehen ist und eine sog. „Naturbob-Bahn“, die ebenfalls vom Kienberg aus vor allem Kinder erfreut, eingerichtet.

Kurz gesagt: ein Besuch lohnt in jedem Falle. Nicht alle interessanten Parks und Sehenswürdigkeiten finden sich nur zwischen Zoo und Alexanderplatz in der Berliner Stadtmitte. Meine persönliche These, dass sich die meisten schönen Ecken und viele Besonderheiten Berlins eher in den Außenbezirken finden lassen, wurde hier wieder vollends bestätigt.

Adresse:

„Gärten der Welt“
Eisenacher Straße 99
12685 Berlin
https://gruen-berlin.de/gaerten-der-welt/besucherinformation

Anfahrt:

Wie immer am Besten mit den „Öffentlichen“.

  • Bus 195 ab S-Bahnhof „Marzahn“ bis „Gärten der Welt“.
  • Shuttles fahren während der IGA (noch bis Oktober 2017) vom offiziellen „IGA-Parkplatz“ (Berliner Str. Ecke Louis-Lewin-Straße) zum Gelände. Fahrzeit etwa 15 Minuten.
  • U-Bahnlinie U5 bis Bahnhof „Kienberg – Gärten der Welt“ der Rest ist in wenigen Minuten zu Fuß erledigt.

Öffnungszeiten:

Während der IGA 2017 (bis 15. Oktober 2017):

09.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Rückblick: Waldwanderung mit Wassernähe

Wir wissen es ja: Berlin ist grün. Parks und Wälder sind überreich im Stadtgebiet vorhanden. Gäste, die zum ersten Mal und mit etwas Muße im Gepäck durch Berlin streifen, kehren immer wieder voll Erstaunen darüber nach Hause zurück, wieviel „Natur“ man hier erleben kann. Grund genug, an einem schönen, warmen Frühlingstag selbst einmal die Berliner Forsten zu erkunden. 

Mehr als 1/3 des Berliner Stadtgebietes sind laut Statistischem Amt Berlin-Brandenburg Wald-, Erholungs- oder Landwirtschaftsfläche. Nimmt man die 6,7 Prozent Wasserflächen mit dazu, kommt die deutsche Hauptstadt auf einen erstaunlich hohen Anteil an Fläche, die nicht zubetoniert, zugebaut und „versiegelt“ ist. Das Bild, welches Berlin allerdings im Rest Deutschlands, im Rest Europas abgibt, ist ein anderes. Es ist das der „bunten“, hektischen, immer am Bauen begriffenen Metropolis, die keine Ruhe, keine Entspannung kennt. Warum eigentlich ist das so ? Versagen hier die Bemühungen der Berliner Tourismus-Manager ?

Wie dem auch sei: an einem warmen, sonnigen Sonntag machte ich mich mit Freunden auf, einen schönen Waldspaziergang zu machen. Man könnte es fast schon eine „Wanderung“ nennen. Von Alt-Tegel sollte es nach Heiligensee gehen. Durch den „Tegeler Forst“. Dessen reines Ausmaß übrigens dafür sorgt, dass der Ortsteil Tegel des Bezirks Reinickendorf der zweitgrößte Ortsteil im Berliner Stadtgebiet ist. Man würde es kaum ahnen, wenn man an den diversen Cafés und Kneipen vorbeiparadiert, die man auf dem Weg zum Tegeler See in der Straße „Alt-Tegel“ noch immer antrifft.

Bevor man jedoch die „Greenwich-Promenade“ am See erreicht, passiert man noch die Kirche Alt-Tegel, die uns daran erinnert, dass hier einst ein Dörfchen existierte, welches über Jahrhunderte hinweg nicht einmal über sich selbst entscheiden konnte, sondern anderen „Ämtern“ unterstand. Die im neo-romanischen Stile erbaute, einstige Dorfkirche wird noch immer von einer eifrigen Gemeinde als Gotteshaus genutzt und steht im Sommer am Wochenende nach den Gottesdiensten oft auch zum Besuch offen.

Von Tegel aus fahren viele Schiffe der Fahrgastschifffahrt auf die Havel und Spree hinaus. In Berlin, wie von mir schon öfter beschrieben, noch immer eine beliebte Art und Weise die Stadt und die Region zu erleben. Bei Eis, Café und/oder Kuchen nach Potsdam, Berlin-Mitte oder Oranienburg zu schippern, ist bei dementsprechendem Wetter auch etwas wert. Wir aber hatten etwas anderes vor und schlenderten in Begleitung von Sonnenhungrigen über die berühmte „Sechser Brücke“ am Tegeler See entlang in Richtung Forst. Ein frischer Wind vom See her machte dabei die aufkommende Mittagshitze erträglich.

Der von uns gewählte Weg ließ uns dann auf Höhe des Parks von Schloss Tegel die „Dicke Marie“ finden, eine uralte Eiche, die angeblich der älteste Baum Berlins ist. Der Legende nach sogar älter als die Stadt selbst. Skeptische Beobachter und Dendrologen zweifeln an dem kolportierten Pflanzjahr 1109. Vermutlich ist die nach einer Köchin der Humboldt-Brüder benannte Eiche aber immerhin ca. 500 Jahre alt, was ja auch noch respektabel ist. Ob dies aber den Status des „ältesten Baumes“ der Stadt aufrechterhält, ist fraglich.

Durch den Tegeler Forst richteten wir unsere Schritte nach Heiligensee. Einem östlich der Havel gelegenen Ortsteil Reinickendorfs, in dem sich tatsächlich ein eigener See befindet, dessen Strandbad bei sommerlichen Temperaturen noch immer gut besucht wird. Der Weg durch den Wald jedenfalls ist breit und immerhin mäßig gut ausgeschildert. Die Wandermarkierungen, auf die wir uns zur Orientierung verlassen wollten, waren jedoch oft abgerissen oder nur noch in Teilen erhalten. Es hilft also, sich auszukennen, ohne auf diese Symbole angewiesen zu sein. Unterwegs trafen wir immerhin auf einen weiteren, bemerkenswerten Baum. Der angeblich „höchste Baum Berlins“ war mit einem eigenen Schild kenntlich gemacht.

In Heiligensee selbst schlenderten wir an einer Hauptstraße entlang, bis wir einen hübschen Aussichtspunkt auf den namensgebenden See fanden. Nicht nur die schon beschriebene Badeanstalt bot sich für das Freizeitvergnügen an. Auch ein einsames Tretboot wurde gemächlich von zwei jungen Damen über den See bewegt. Wobei der Wind von der Havel her wieder für gelegentliche Erfrischung sorgte.

Der Heiligenseer „Dorfanger“ stellte sich dann als Endpunkt unserer Wanderung heraus. Hier, wo man den Dorfcharakter Heiligensees noch am ehesten erahnen kann, fahren nämlich die Nahverkehrsbusse wieder nach Tegel zurück. Wobei ich an dieser Stelle nicht vergessen will zu erwähnen, dass Heiligensee sogar älter ist als Tegel, denn die erstmaligen, urkundlichen Erwähnungen liegen 14 Jahre auseinander. Zu Gunsten Heiligensees. (1308 zu 1322).

So endete also unser längerer Spaziergang vom Tegeler See über den Forst zur Havel und dem „Heiligen See“ im gleichnamigen Ortsteil. Vielleicht hätten wir diesen Weg etwas früher am Tage machen sollen, da die aufkommende Hitze dann doch etwas drückend wurde, aber durch das Anpassen der eigenen Geh- Geschwindigkeit und das Mitführen ausreichender Mengen an Wasser kann man solchen Misslichkeiten entgegenwirken.

Schönes, grünes Berlin. Dieser Spaziergang wird von mir ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen. 🙂

 

Spaß auf dem Fahrrad: Spandau – Staaken und zurück

Es kommt vor, dass ich einfach mal so „Lust“ darauf habe, loszuziehen. Zu Fuß oder auf dem Radl. Einfach mal wieder „raus“ ohne lange Vorbereitung. Vielleicht einen Spaziergang oder eine Radelstrecke testen, auf die ich immer schon Lust hatte, sie zu erkunden. So zog es mich letztlich mal wieder in meinem Heimatbezirk dazu,  „querdurch“ zu fahren. 

Spandau existiert in der Form, die wir heute kennen, noch nicht gar so lange. Erst 1920 wurden z. Bsp. die Dörfer Kladow, Gatow und Staaken endgültig eingemeindet. So ist es keine Überraschung, dass der „Stadtrand“-Ortsteil Staaken auch heute noch Elemente aufweist, die ihn einzigartig machen. Dies kann man ausnutzen, indem man durch die Grünzüge von „Spekte“ und „Bullengraben“ einmal dort-HIN und wieder ZURÜCK radelt.

Schon lange einmal wollte ich in Staaken mal wieder vorbeischauen und für denjenigen, der die interessanten Geschichten dieses Ortsteils kennt, lohnt es sich immer. Wer etwa die „Gartenstadt Staaken“ in die Geschichte der Stadtplanungs-Bemühungen des frühen 20. Jahrhunderts einzuordnen weiß, sieht die heute teils weniger beeindruckenden Häuser-Anordnungen mit anderen Augen. Leider gibt es dort keine Fahrradwege, so daß ein Besuch dort irgendwo zwischen lebensgefährlich und „besser zu Fuß absolvieren“ einzuordnen ist.

Fort Hahneberg befand sich im Sperrgebiet der DDR-Grenztruppen, was immerhin dazu führte, dass es jahrzehntelang einen „Dornröschenschlaf“ führte, der weite Teile des alten Gemäuers nicht nur der heimlichen Plünderung preisgab, sondern auch langfristig konservierte. Seit der unmittelbaren „Nachwendezeit“ kümmert sich ein hochengagierter Verein darum, dieses alte Gemäuer zu erhalten und seine Geschichte Besuchern zu vermitteln.

Auch die alte Dorfkirche Staaken erzählt mehr als eine Geschichte. In unmittelbarer Nähe des ehemaligen „Dorfangers“ gelegen, befand sie sich nach 1961 plötzlich in unmittelbarer Nähe der „Mauer“ auf DDR-Seite. Ein Wachturm in unmittelbarer Nähe ist heute noch auf alten Fotos zu erkennen. Ein Gebietstausch der Siegermächte Sowjetunion und Großbritannien hatte dies möglich gemacht. Die Staakener gefragt hatte dabei niemand. In Wendezeiten aber traf sich hier der sog. „Staakener Kreis“, der politisch denkende Bürger versammelte, die mit dem DDR-Regime in Dialog treten wollten. Vermutlich sind noch längst nicht alle Geschichten dazu bekannt und publiziert. 🙂

Vom ehemaligen Flugplatz Staaken ist heute praktisch nichts mehr zu sehen. Selbst, wenn man die mit dem bezeichnenden Namen ausgestattete Straße „am Zeppelinpark“ entlangfährt. Es erschließt sich heute nicht mehr, warum hier, wo im Ersten Weltkrieg tatsächlich Zeppeline starteten, einst die Lufthansa Piloten ausbilden ließ und die Wartung ihrer Maschinen durchführte. Die Deutsche Teilung und alles, was nach deren Ende geschah (wie etwa die Auflösung des Krankenhauses hier) haben uns der Orte des Andenkens der Luftfahrtgeschichte genommen. Gehen wir ruhig mal davon aus, dass es in Tempelhof ähnlich kommen wird.

Interessant ist, dass der Bezirk Spandau von Berlin sich viel darauf anrechnet, dass der schon erwähnte „Bullengraben“ und der „Spektegrünzug“ gut zu erlaufende und zu er-radelnde Ein- und Ausfall-Möglichkeiten nach Staaken sind. In jedem Falle sind beide Grünzüge auf ihre Art und Weise wichtig. Sie sind sowohl „grüne Lungen“, als auch Entwässerungsgräben anliegender Gebiete. Der Spektegrünzug ist in Teilen sogar ein Naherholungsgebiet, was mir die Begegnungen mit diversen „Walkern“ und Joggern verdeutlichte. Der „Spektesee“ (von uns Einheimischen auch gerne „Kiesteich“ genannt, das ist eine andere Geschichte) soll gar demnächst, auf hochoffizielle Anordnung aus dem Rathaus hin, eine Badestelle bekommen. Die vorbereitenden Arbeiten dafür laufen schon. Mal sehen, wie das ausgehen wird.

Wer jetzt Lust bekommen hat, mit mir mal nach und durch Staaken zu radeln, hat jede Chance, mit mir in Kontakt zu treten und einen Termin auszumachen. Gerne erzähle ich dann diverse „Mauerstories“ etc. 🙂

Ihr Clemens Kurz

Refugium der Königinnen – Charlottenburg

Seit Jahren wird das Schloss Charlottenburg schon restauriert. Vor allem das Dach und die Fassaden brauchten und brauchen noch immer jede Menge „liebevolle Pflege“. Jetzt wollte ich mal „nach dem Rechten“ sehen und mir einen Eindruck davon verschaffen, ob die Gesamtanlage bald wieder im optimalen Zustand präsentiert werden kann. 

Und dann war auch noch „Gewitter“ vorhergesagt worden. Ach, nee! Frühjahr 2017: bisher eine sehr merkwürdige Angelegenheit. Die Anzahl der Tage mit ausreichend Sonnenschein ist überschaubar. Was aber die Besuchergruppen, die dieser Sehenswürdigkeit Berlins ihre Aufwartung machen, nicht fernhält wie ich aus nächster Nähe sehen konnte.

Immerhin seit 2013 läuft das Großprojekt der umfangreichen Restaurierung von löchrigen Dächern, dem Wiederherstellen der Fassade in einheitlicher Farbe und der Reparatur von umweltbedingten Schäden an diversen Schmuckelementen des Schlosses nun schon. Von möglichen Arbeiten im Inneren der Anlage ganz zu schweigen. Immerhin ist man bislang schon bis zum Westteil des „alten“ Schlosses vorgerückt, wo sich jetzt Bauzäune, Gerüste und Schutzplanen konzentrieren. Die „alte Orangerie“ und das ehemalige Schlosstheater müssen hingegen noch etwas warten, bevor sie runderneuert wieder „vorzeigbar“ sein werden.

Dort, wo die Arbeiten schon abgeschlossen sind, ist der Unterschied zu früher in jedem Falle deutlich. Die Fassadenfarbe allein leuchtet jetzt in einer Art, wie ich es zu meinen Lebzeiten noch nie gesehen habe. Ein wenig Sonnenschein und diverse hübsche Winkel für Fotos ergäben sich sozusagen „von selbst“. 🙂

Das barocke „Parterre“ des Schlossgartens befindet sich auch in gutem Zustand. Selbst bei Nieselregen waren die leuchtenden Farben der Baumwipfel und die bunten Blüten der Blumen bereits auffällig mehr als fotogen. Als einziger „Mangel“ ist nach wie vor die Abwesenheit der Fontäne zwischen Karpfenteich und Schloss zu sehen. Der um das Wasserbecken aufgestellte  Bauzaun ist kein Ersatz für das plätschernde Nass. Ich sags, wie es ist: ich vermisse dieses Wasser-Arrangement sehr. Na, da muss ich wohl in Schloss Babelsberg der Freude an Wasserspielen frönen gehen.

Der Wetterlage entsprechend, die eher dazu geeignet war, den Herbst vorwegzunehmen, schlenderte ich zum Mausoleum der Königin Luise herüber. „Memento mori“ – hier wird es ruhiger. Dieser Teil des Schlossgartens mit den geraden Alleen spendet reichlich Schatten.  Wie immer staunte ich sehr darüber, wie sanft die Linien von Luises Abbild auf dem Sarkophag-Deckel gearbeitet sind. Die Königin wirkt auf mich, als ob sie nur ein Nickerchen an einem heißen Sommertag machte. Christian Daniel Rauch, dem Bildhauer dieser Arbeit ist hier in mehrjähriger Arbeit ein Meisterstück gelungen. Seit 1815 ruht diese Arbeit auf einem sog. „Kenotaph“, einem „Scheingrab“. Die Särge mit den sterblichen Überresten der Königin befinden sich unterhalb des Gedenkhalle des Mausoleums.

Wie immer ist dieser Besuch für mich mit persönlichen Erinnerungen aus früher Kindheit verbunden, als meine Mutter gemeinsam mit mir „Dreikäsehoch“ durch den Park spazierte und dabei von Luise erzählte. Irgendetwas zog auch sie immer wieder hierher, genauso wie jetzt mich. Verbundenheit über Generationen.

Interessant am Schlossgarten ist auch das sog. „Belvedere“, welches längere Zeit hinweg renoviert wurde. Jetzt kann die umfangreiche Sammlung von KPM-Porzellan dort auch wieder vom Besucher in Augenschein genommen werden. Wie alle zugänglichen Bauten im Schlossgarten muss allerdings auch hier ein gesonderter Eintritt entrichtet werden, der mit einer „Standard“-Eintrittskarte zum Schloss nicht abgedeckt ist. Darauf gilt es bei einem Besuch zu achten. Man kauft besser eine „Charlottenburg +“ – Karte, die alle zusätzlichen Eintrittsgelder abdeckt sonst erlebt man eine unangenehme Überraschung !

Fazit: es ist noch einiges zu tun, bevor sich Schloss und Park Charlottenburg wieder im besten Zustand zeigen werden und Berlin  optimal repräsentieren können.  Aber man ist dort auf einem guten Weg. Immerhin.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal ! Vielleicht sind Sie ja dann mit dabei, wenn ich wieder unterwegs bin in Berlind und Brandenburg. 🙂

Ihr Clemens Kurz

Achter Mai: Eindrücke aus Karlshorst

Der Zweite Weltkrieg ist nicht verdrängt oder vergessen. Seine Vorbedingungen und Auswirkungen beschäftigen längst nicht mehr nur Historiker, Professoren und Publizisten. Das Ende dieses „Weltenbrandes“ veränderte das Machtgefüge der Staaten und hinterließ Spuren bis tief ins Persönlichste von Überlebenden, deren Familien und Nachfahren. Ich persönlich bin immer auch noch ein wenig persönlich betroffen, wenn ich das „Deutsch-Russische Museum“ in Karlshorst besuche, wo dieser Konflikt auf dem Europäischen Schauplatz endgültig beendet wurde. 

Das Museum in Karlshorst ist mir an sich gut vertraut. Seit einigen Jahren habe ich mich öfter dort „herumgetrieben“ und Besuchergruppen dorthin begleitet. Vielleicht haben Sie einen meiner diesbezüglichen Beiträge ja gelesen.  Am „V-Day“ (ja, ja es gibt die Kontroverse: in den englischsprachigen Ländern ist es der 07. Mai, in Deutschland der 08. und in Russland der 09. ) war ich jedoch noch nie zuvor am Ort, wo der Zweite Weltkrieg in Europa endete. Die soeben kurz angedeutete Kontroverse blende ich dabei jetzt einfach mal aus. Das Datum „08. Mai“ hat sich einfach in unserem Land eingebürgert, so dass ich „Reims“ und die eigentliche Kapitulation der Wehrmacht dort am Tag zuvor mal ganz bewusst ignoriere.

Dass das heute in Karlshorst ansässige Museum an jedem 08. Mai ein „Museumsfest“ feiert, erscheint also mehr oder minder angemessen. Man kann ja auch zu diesem Zeitpunkt im Jahr auf gutes Wetter rechnen, oder ? Weit gefehlt in diesem Jahr ! Frischer Wind, tiefhängende Wolken, Regenschauer… Das verrückte Frühjahr 2017 wollte uns klimatisch auch diesen Anlass vermiesen. Die Gäste aber ließen sich davon nicht stören. Das Museum hatte sich auch wieder reichlich Mühe gegeben, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen.

Filmvorführungen im Medienraum, mehrsprachige Führungen durch die Dauerausstellung (deutsch, russisch, englisch), ein Musikprogramm, welches sowohl „im Saale“, als auch draußen „auf der Bühne“ stattfand, sowie verschiedene dem Anlass angemessene Events wie etwa ein ökumenischer Friedensgottesdienst rundeten das Geschehen ab. Ein Freund, der mich an diesem Tag begleitete, wollte schon immer viele Fragen über das Militärgerät im Hinterhof loswerden. Aus welchem Grunde auch immer regten ihn diese Relikte des Zweiten Weltkrieges zum Nachdenken über ihren Gebrauch an und an diesem Tage standen mehrere, kompetente Restauratoren zur Verfügung, die viele Unklarheiten beseitigen konnten. Und die Selbstfahrlafette mit der 10 cm Kanone konnte sogar erklettert und besichtigt werden. Auch das ist nicht die Regel, da die alten, durchgerosteten Gerätschaften sorgsamst gepflegt und restauriert werden müssen.

Auch an einer der an diesem Tag komplett kostenlosen Führungen nahmen wir teil. Ich persönlich lernte viel dabei, was etwas heißen mag, da ich die Dauerausstellung an sich bereits zu kennen glaubte. Aber der Hinweis auf bestimmte Details und das Unterstreichen des Konzepts der Raumaufteilung gaben mir ein besseres Gefühl für die Intentionen der Museumsleute. Die Museumspädagogin, die unseren Rundgang leitete, war so engagiert, dass sie fast „den ganzen Betrieb“ aufhielt, weil sie sich so viel Mühe gab, unsere Fragen zu beantworten und bestimmte Punkte der Museumsarbeit herauszustreichen. Immerhin kam ja die nächste Gruppe schon bald nach uns an die Reihe.

Fazit: Wie immer ein lohnender Aufenthalt dort in Karlshorst. Ich kann immer nur wieder meine Einschätzung unterstreichen, dass es nur wenige Orte in Berlin und Brandenburg gibt, die es an welthistorischer Bedeutung mit Karlshorst aufnehmen können. Und das soll keine Abwertung der vielen, interessanten Ausflugsziele in unserer Region darstellen. Und Karlshorst hat noch ein in meinen Augen bedeutsames „feature“ aufzuweisen: der Eintritt ins Museum ist frei und fast sämtliche, geschichtspädagogischen Maßnahmen, die das (übrigens tatsächlich in binationaler Kooperation von Russland und Deutschland betriebene) Museum anbietet, sind ebenfalls kostenfrei oder auf freiwilliger Spendenbasis anzumelden.

Wer jetzt neugierig geworden ist, hier die „quickfacts“:

  • Das Museum hat die Adresse: „Zwieseler Straße 4, 10318 Berlin“.
  • Es ist mit der Buslinie 296 vom S-Bahnhof „Karlshorst“ oder „Lichtenberg“ sowie dem U-Bahnhof „Tierpark“ zu erreichen.
  • Es hat Dienstags bis Sonntags geöffnet. 10.00 – 17.00 Uhr.

Machen Sie sich ihr eigenes Bild ! 🙂

Potsdam: frischer April-Spaziergang

Die Brandenburgische Landeshauptstadt bietet ja so einiges. Museen, Parks und Festivitäten. Da kann man schon mal ein beliebtes Volksfest dazu nutzen, ein wenig in der Altstadt herumzuspazieren. Und natürlich auf „Motivjagd“ zu gehen. 

Ich muss es gleich zu Beginn anmerken: das, gelinde gesagt, „schwierige“ Wetter machte am von mir gewählten Tag weder das Volksfest noch das Fotografieren zu einem echten Vergnügen. Starker Wind, eine tiefhängende Wolkendecke und gelegentliche Regentropfen, die das Objektiv zu „verzieren“ drohten, hielten meine allgemeine Begeisterung ordentlich in Grenzen.

Aber die Potsdamer und ihre Gäste lassen sich ja bekanntlich das Feiern nicht verderben und so ging auf dem „Festgelände“ am Bassinplatz schon vormittags die Post ab. Mit Blaskapelle usw. Ich selbst mag ja die offensichtlichen Sehenswürdigkeiten im Potsdamer Stadtzentrum fast genauso, wie die einst königlichen Parks, denen ich an diesem Tag aber keine Aufmerksamkeit widmete. Die Kirche „St. Peter und Paul“ am Bassinplatz z. Bsp. ist die bedeutendste, katholische Kirche der Stadt. Was durch ihre Auszeichnung als „Propstei-Kirche“ im Jahre 1992 bestätigt wurde.

Kann man es glauben ? Noch nie zuvor hatte ich die Französische Kirche Potsdams (s. Bild) fotografiert. Dies holte ich auch gleich mal nach. Zumal dieses kleine Kirchlein einiges an Geschichten erzählen kann, oder wussten Sie, dass dies DIE EINZIGE KIRCHE PREUSSENS IST, DIE DER „ALTE FRITZ“ KOMPLETT SELBST FINANZIERT UND SIE DANN DER GEMEINDE GESCHENKT HAT ? Wir wissen es alle, Friedrich hatte es nicht so sehr mit der Religion, aber den Hugenotten der „zweiten Exilgeneration“, die noch sein Vater aus allen Winkeln Europas angeworben hatte, vermachte er doch ihr eigenes Gotteshaus an der Ecke des ehemaligen „Französischen Viertels“ Potsdams.

Das „Holländerviertel“ Potsdams ist ja mittlerweile bekannt aus „Funk und Fernsehen“. Nicht immer wird es dabei auch als Potsdamer Kiez erkennbar. So hat z. Bsp. die US-Serie „Homeland“ das Holländische Viertel als Kulisse für „Amsterdam“ genutzt, als man im Spätsommer 2015 hier für die fünfte Staffel drehte. Ansonsten zeigt sich das einzigartige Ensemble kleiner, roter Backsteinhäuschen immer wieder auch als Quell seltsamer Geschichten aus der Geschichte wieder. Wussten Sie z. Bsp. , dass der „Soldatenkönig“ hier beim Besichtigen des künftigen Baugrundes mit dem Pferd im Schlamm steckengeblieben sein soll ? Eine Anekdote, zugegeben, die nicht unbedingt wahr sein muss. Aber der schlechte Baugrund in Potsdam (ebenso wie in der Berliner Stadtmitte übrigens) ist historisch belegt und ebenso legendär. Das nahegelegene „Bassin“ übrigens, sollte einstmals der Entwässerung des Baugrundes dienen.

Im Holländerviertel wohnten aber weniger die Niederländer, denen das sumpfige, noch immer recht provinzielle Potsdam Mitte des 18. Jahrhunderts wohl nicht attraktiv genug war. Es gibt verschiedene Aufzeichnungen, die uns heute sagen, dass sich maximal 24 Familien aus Holland mit etwa 55 Angehörigen tatsächlich spontan hier ansiedelten. Nein, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wohnten hier vielmehr die Kunsthandwerker, die in den nahegelegenen Schlössern die Verschönerungen innen und außen vornahmen! So etwa der Bildhauer Friedrich Christian Glume, wohnhaft Mittelstraße 25, von dem u. v. a. die „Rossebändiger“-Plastiken auf dem heutigen Film-Museum Potsdam (s. Bild) stammen. Auch der Architekt Gontard und der Querflötenbauer Kirst, von dem der „junge Fritz“ seine Instrumente bezog, wohnten in diesem Kiez. Und es gibt noch viel mehr Geschichten zu erzählen…

Klar, natürlich war ich auch neugierig auf das neue „Palais Barberini“. Womit ich übrigens nicht alleine war, denn tatsächlich sprachen mich Passanten an, ob ich ihnen den Weg dorthin zeigen könne. Ja, ich konnte und spazierte dann auch selbst zum Alten Markt hinüber, wo seit dem 23. Januar 2017 Kunst gezeigt wird. So z. Bsp. eine Sonderausstellung zum Impressionismus u. v. m. … Der Name stammt übrigens NICHT von der „Barberina“, der bekannten Tänzerin, die einst Friedrich den Großen bezauberte, sondern vom römischen „Palazzo Barberini“, an dessen Aussehen hier bei der Ersterrichtung im 18. Jahrhundert Anleihen genommen wurden. Das wiederhergestellte Gebäude wurde übrigens vom „Stadtbild Deutschland e. V.“ (, dem auch ich angehöre) schon 2016 zum „Gebäude des Jahres“ gekürt. ABER HALLO ! 🙂

Und auch der Innenhof des Brandenburger Landtags war für Besucher offen. Da latschte ich natürlich gleich mal rein. In das Parlament, dessen Gebäude sich albernerweise  schon an seiner Außenwand in prätentiösem Französisch selbst als „dies ist kein Schloss“ bezeichnet. Na, ja, warum aber sieht es dann dem alten Stadtschloss der Hohenzollern zum Verwechseln ähnlich ??? Na, egal, jedenfalls ist der Innenhof erstaunlich unspektakulär, nüchtern, ja fast möchte man sagen…“preußisch“, obwohl diese Wortwahl sicher eine Mehrheit der Abgeordneten im Hause „auf die Palme“ bringen würde… Das Dilemma der Stadt. Sie lebt nicht unwesentlich vom Tourismus, der auf den Hinterlassenschaften Preußens basiert (und der fast überall mit dem Konterfei des „alten Fritzen“ wirbt), dessen Geist die Politik aber nicht mal mit der Kneifzange anrühren möchte.

Soweit, so interessant, Als die „steifen“ Windböen mich dann genügend durchgepustet hatten, nutzte ich die erfreulich wohlgeführte Buslinie 638 dann wieder, um in mein „heimatliches“ Spandau zurückgegondelt zu werden. Mit ein paar interessanten, wenn auch keineswegs „perfekten“ Fotos auf der Speicherkarte und ein paar neuen Eindrücken, ganz ohne „Sanssouci“ oder „Neuen Garten“, im Gepäck.

WÄREN SIE DABEIGEWESEN, HÄTTE ICH IHNEN ALL DIE GESCHICHTEN VOM SCHUSTER VOIGT UND WO ER SEINE GEBRAUCHTE HAUPTMANNS-UNIFORM KAUFTE, VOM KURFÜRSTEN, DER SICH IN DIE HAVELLANDSCHAFT VERLIEBTE UND VOM FRANZÖSISCHEN PREDIGER, DER IM HOLLÄNDERVIERTEL WOHNTE, ERZÄHLT. In Gemeinschaft machen Stadtspaziergänge nämlich noch viel mehr Spaß ! Ich hoffe also, Sie beim nächsten Termin zu treffen ! 🙂 Bis dahin, schauen Sie doch vielleicht mal in meine Rubrik der „Rückblicke“ hinein ! 🙂

P.S.: Ich biete auch einen Stadtspaziergang an, der sich mit dem doch recht anderen Verhältnis Berlins zum „alten Fritzen“ beschäftigt. Sprechen Sie mich darauf an, dann verabreden wir einen Termin ! 🙂